Montag, 26. Dezember 2016

[ #Maps ] Street View aus dem Jahr 1675: Straßenatlas Britannia mit 100 Streifenkarten

Noch zu Ogilbys Lebzeiten (1600-1676) erschien  der Straßenatlas.

Dieser enthält hundert doppelseitige Streifenkarten, auf denen die wichtigsten Poststraßen des britischen Königreiches verzeichnet sind. Eine am Rande eines jeden Streifens angebrachte Kompassrose dient der Orientierung des Betrachters.  Mit seiner spezifischen Art der Darstellung bestimmte Ogilbys Britannia Straßenpläne bis weit ins 18. Jahrhundert und gilt heute als Meilenstein in der Entwicklung von Straßenatlanten.

Openmuseum beschreibt das gegenständlich Werk Ogilbys so: 
1675 erschien sein Straßenatlas Britannia mit 100 Streifenkarten − strip maps −, die die wichtigsten Verbindungsstraßen des englischen Königreiches darstellten. Das Revolutionäre an diesen Karten ist ihr lineares Abgehen des realen Weges. Wie bei Street View und den gängigen digitalen Karten heute gehen die Streifen von Ogilgy die reale Wegstrecke nach. Sie zeigen nicht den gesamten geografischen Kontext, sondern den des Reisenden. Abgebildet sind die wichtigsten Wegmarken, Flüsse, Städte, Berge. Windrosen auf jedem Streifen geben die Nordrichtung vor. Alles, was der Orientieruing dient, wird benannt. Ein erstes Navi mit 100 Karten: kopierbar, aber unnachahmlich. Heute sind die Streifenkarten meist vertont: “an der nächsten Kreuzung links abbiegen …”

John Ogilby (* November 1600 in oder bei Edinburgh; † 4. September 1676 in London) war ein schottischer Tänzer, Tanzmeister, Impresario, Übersetzer von klassischen Epen und Fabeln, Dichter, Buchhändler, Verleger, sowie königlicher Zeremonienmeister, Buchdrucker und Kosmograph.


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