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Sonntag, 2. April 2023

[ #eText ] Der römische Limes in Österreich: Das Legionslager Carnuntum


Carnuntum ist der Name für ein mehrperiodiges Legionslager, ein Auxiliarkastell und eine Lagerstadt, die dem Schutz des pannonischen Limes dienten. 

Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. war die Zivilstadt Carnuntum auch Verwaltungsmittelpunkt der römischen Provinz (Ober-)Pannonien. Es ist die bedeutendste und am umfangreichsten erforschte antike Ausgrabungsstelle in Österreich und liegt auf den Gemeindegebieten von Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Ausgrabungen. In den Jahren 1968 bis 1977 führte die ehemalige Limeskommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Österreichischen Archäologischen Institut Ausgrabungen im Legionslager Carnuntum (Bad Deutsch-Altenburg, Niederösterreich) durch. Dem Legionslager Carnuntum kommt unter den römischen Militäranlagen am Donaulimes ein besonderer Stellenwert zu, umspannt die Baugeschichte des Carnuntiner Lagers doch einen Zeitraum, der vom Beginn des oberpannonischen Limes in spättiberisch-claudischer Zeit bis an dessen Ende im 5. Jahrhundert reicht.

Open-Access- Publikation. Der erste Teil der Arbeit umfasst die transparente Darstellung und Analyse der komplexen Bauabfolge in der östlichen Praetentura, in der sich die wesentlichen Entwicklungslinien des Carnuntiner Legionslagers erkennen lassen. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf dem Fundmaterial, wobei keine weitere Gesamtfundvorlage angestrebt wurde, sondern in Kooperation mit FachkollegInnen eine fragestellungsspezifische Vorlage stratifizierter Fundkontexte und ausgewählter Materialgattungen erfolgte. Dies diente nicht nur dazu, eine solide Grundlage für die chronologische Einordnung der sieben Bauperioden zu erarbeiten, sondern darauf aufbauend auch weiterführende kulturhistorische Fragestellungen zu beleuchten, wie z.B. die Nachnutzung des Lagerareals im 9./10. Jahrhundert und die damit zusammenhängenden Probleme der Siedlungskontinuität von der Spätantike zum Frühmittelalter.

Herausgeber. Christian GUGList wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturgeschichte der Antike der ÖAW. Raimund KASTLER ist Landesarchäologe im Salzburg-Museum.


 [ #FREIHANDbuch ]⇒ 

 Ein schneller Blick in das INHALTSVERZEICHNIS:
Dank des Projektleiters 11
1. EINLEITUNG (CH. GUGL)  13
 1.1 Topographie und Forschungsgeschichte  15
 1.2 Die Ausgrabungen 1968 – 1977: Anlass und Ablauf der Grabung – Zielsetzungen  17
 1.3 Auswertungsprojekt 1998 – 2006  20
2. DIE AUSGRABUNGEN 1968 – 1977  23
 2.1 Höhenrelief des anstehenden Bodens (CH. GUGL)  25
 2.2 Periode 1a/1b: Die Holzbauperioden (CH. GUGL)  25
 2.2.1 Innenbebauung des Holz-Erde-Lagers  25
 2.2.2 Befestigungsanlagen – Erdwall – via sagularis  32
 2.2.3 Grabensystem  34
 2.2.4 Interpretation der Baubefunde der Perioden 1a/1b  36
 2.2.4.1 Rekonstruktion der Gebäudegrundrisse  36
 2.2.4.2 Hinweise auf eine Mehrphasigkeit des Holz-Erde-Lagers (Bauperioden 1a und 1b) 36
 2.2.4.3 Bebauungsschema des Holz-Erde-Lagers in der praetentura-Ost
 und Rekonstruktionsvorschläge 37
 2.3 Periode 2: Das erste Steinlager 41
 2.3.1 Kasernenbauten (CH. GUGL)  41
 2.3.2 Befestigungsanlagen – Erdwall – via sagularis (CH. GUGL)  45
 2.3.3 Grabensystem (CH. GUGL)  48
 2.3.4 Interpretation der Baubefunde der Periode 2 (R. KASTLER)  48
 2.3.4.1 Rekonstruktion der Innengliederung der Kasernen in Periode 2  48
 2.3.4.2 Die Wehranlagen des Legionslagers der Periode 2 – Rekonstruktions-
 möglichkeiten  52
2.4 Periode 3a: Das Lager des 3. Jahrhunderts (CH. GUGL)  54
 2.4.1 Kaserne 8  54
 2.4.2 Kaserne 7  56
 2.4.3 Befestigungsanlagen – Erdwall – via sagularis  58
 2.4.4 Grabensystem  64
 2.4.5 Interpretation der Baubefunde der Periode 3a  64
 2.4.5.1 Rekonstruktion der Raumgrößen  64
 2.4.5.2 Neustrukturierung der Kasernen in Periode 3a  66
 2.5 Periode 3b (CH. GUGL)  66
 2.5.1 Kaserne 8  66
 2.5.2 Kaserne 7  69
 2.5.3 Befestigungsanlagen – Erdwall – via sagularis  71
 2.5.4 Kontinuität in der Kasernennutzung  72
 2.6 Periode 4: Das Lager der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts (CH. GUGL)  72
6
 2.6.1 Kaserne 8  73
 2.6.2 Kaserne 7  76
 2.6.3 Befestigungsanlagen – intervallum mit Rundbauten Z1 – Z8  79
 2.6.4 Grabensystem  85
 2.6.5 Die Kasernenbauten der Periode 4 – Überlegungen zum Bautyp (R. KASTLER)  85
 2.7 Periode 5: Der valentinianische Umbau (CH. GUGL)  101
 2.7.1 Innenbebauung  101
 2.7.1.1 Bebauung über den Kasernen 8O/7W  101
 2.7.1.2 Bebauung über der Kaserne 7O 106
 2.7.1.3 Bebauung über der Kaserne 8W 109
 2.7.2 Via sagularis – intervallum  109
 2.7.3 Lagermauer und Doppelgrabensystem in der Spätzeit 109
 2.7.4 Zusammenfassung  111
 2.8 Periode 6: Baubefunde der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts (CH. GUGL)  113
2.8.1 Befunde zum Ende der Periode-5-zeitlichen Bebauung  113
 2.8.2 Gebäude G II  114
 2.8.3 Befunde nördlich und westlich der Gebäude G II und G III  116
 2.8.4 Gebäude G III  117
 2.8.5 Gebäude G I  118
 2.8.6 Gebäude G IV  120
 2.8.7 Befunde im Bereich der via sagularis  122
 2.8.8 Befunde zwischen den Gebäuden G I, G II und G III 122
 2.9 Periode 7: Baubefunde und Funde des Frühmittelalters (9./10. Jahrhundert) (CH. GUGL)  124
 2.9.1 Aschengruben, Aschenschichten und Gräben  124
 2.9.2 Ofen Z10  129
 2.9.3 Die spätantik-frühmittelalterlichen Körpergräber im Lagerinneren und aus
 dem Gräberfeld vor der praetentura-Ost  129
 2.9.3.1 Katalog der Gräber aus dem Lagerinneren  130
 2.9.3.2 Katalog der Gräber aus der frühmittelalterlichen Nekropole vor dem Osttor  135
 2.9.3.3 Zum Fundmaterial aus den Gräbern und zu den Grab- und Bestattungssitten
 in der Nekropole vor der praetentura-Ost  142
 2.9.3.4 Die 1968 – 1977 freigelegten Gräber aus dem Lagerinneren 145
 2.10 Anthropologische Befunde der Skelette von Carnuntum-Mühläugl (S. KIRCHENGAST)  145
 2.10.1 Einleitung 145
 2.10.2 Methoden 146
 2.10.3 Ergebnisse  146
 2.10.4 Diskussion der Ergebnisse  155
 2.10.5 Literatur  156
3. STUDIEN ZUM ARCHÄOLOGISCHEN FUNDMATERIAL  157
 3.1 Stratifizierte Fundkontexte des 1. – 3. Jahrhunderts (CH. GUGL)  159
 3.1.1 Katalog der Fundkontexte (Perioden 1 – 4)  161
 3.1.1.1 Fundkontexte des Holz-Erde-Lagers (Periode 1) und datierende Kontexte
 für den Beginn der Periode 2  161
 3.1.1.2 Datierende Kontexte für den Beginn der Periode 3a  178

 3.1.1.3 Datierende Kontexte für Periode 4  188
 3.1.2 Überblick über das Fundmaterial  190
 3.1.2.1 Kleinfunde aus Bein, Bronze, Eisen, Glas und Stein  190
 3.1.2.2 Glasgefäße 191
 3.1.2.3 Terra Sigillata und Feinkeramik 192
 3.1.2.4 Grau- und gelbtonige Gebrauchskeramik  193
 3.1.2.5 Amphoren und Lampen  194
 3.1.2.6 Sonstige Keramik 194
 3.1.3 Chronologie der Bauperioden 1 – 4 auf der Basis von stratifizierten Fundensembles  197
3.1.3.1 Zur Anfangsdatierung des Legionslagers (Holz-Erde-Lager der Periode 1)  197
3.1.3.2 Die Erbauung des Steinlagers (Periode 2)  201
3.1.3.3 Zur Datierung der Periode 3a  202
3.1.3.4 Zur Datierung der Periode 4  203
3.1.3.5 Resümee  203
 3.2 Fundbestände der Periode 5 in der Ost-praetentura des Legionslagers von Carnuntum
(H. SEDLMAYER)  231
 3.2.1 Funde aus Befunden der Periode 5 – Chronologie und Typenrepräsentanz 231
3.2.1.1 Verfüllungen der Lagergräben 6 und 7 (0244 – 0245, 0247, 0520 – 0521)  231
3.2.1.2 Fundführende Befunde über Kaserne 7O (0949, 0959)  234
3.2.1.3 Fundführender Befund zwischen den Kasernen 7O und 7W (0598)  235
3.2.1.4 Fundführender Befund über Kaserne 7W (0429)  236
 3.2.2 Funde aus den am Ende der Periode 5 aufgegebenen Befunden über den
Kasernen – Chronologie und Typenrepräsentanz  237
3.2.2.1 Fundführende Befunde im nördlichen Grabungsabschnitt über
den Kasernen 8 und 7W (0412, 0478, 1085)  237
 3.2.2.2 Fundführende Befunde im zentralen Bereich über Kaserne 7W (0564, 1167)  238
 3.2.2.3 Fundführende Befunde im zentralen Bereich über Kaserne 7O (0582, 0712)  240
 3.2.3 Spätantike Gefäßkeramiktypen aus Befunden der Periode 5 242
 3.2.3.1 Regionale Gebrauchskeramik aus Befunden der Periode 5  242
 3.2.4 Gefäßkeramiktypen sarmatischer Herkunft aus Befunden der Periode 5  243
 3.2.5 Zusammenfassung – Funde aus Befunden der Periode 5  247
 3.3 Afrikanische Importe im Legionslager von Carnuntum und seinem näheren
 Umfeld (S. LADSTÄTTER) 254
3.4 Die Ziegelstempel der Ausgrabungen 1968 – 1977 im Legionslager Carnuntum
 (J. MUSIL / CH. GUGL / M. MOSSER)  257
 3.4.1 Militärziegeleien  258
3.4.1.1 Legio I Adiutrix  258
3.4.1.2 Legio X Gemina  259
3.4.1.3 Legio XIII Gemina  260
3.4.1.4 Legio XIIII Gemina  261
3.4.1.5 Legio XV Apollinaris  262
3.4.1.6 Legio XXX Ulpia Victrix  264
3.4.1.7 Cohors II (oder I?) Asturum  265
 3.4.2 Privatziegeleien  265
3.4.2.1 Cent( ) Karus  265
8
 3.4.2.2 T. Flavius Sextus 266
 3.4.2.3 Iulii ( )  266
 3.4.2.4 C. Valerius Constans  267
 3.4.2.5 ( )andiani 267
 3.4.2.6 ( )iobi  268
 3.4.3 Definition archäologischer Scherbentypen  269
 3.4.4 Gestempelte Ziegel aus stratifizierten Kontexten  279
 3.4.5 Zusammenfassung  280
 3.4.6 Katalog der Ziegelstempel aus den Grabungen 1968 – 1977 in Carnuntum  281
3.4.6.1 Legio I Adiutrix  282
3.4.6.2 Legio X Gemina Pia Fidelis  282
3.4.6.3 Legio XIII Gemina  283
3.4.6.4 Legio XIIII Gemina Martia Victrix (legio XIIII)  283
3.4.6.5 Legio XIIII Gemina  285
 3.4.6.6 Unvollständige Stempel der XIV. Legio Gemina  297
3.4.6.7 Legio XIIII Gemina Martia  301
3.4.6.8 Legio XIIII Gemina (W)artia  302
3.4.6.9 Legio XIIII Gemina Martia Victrix  302
 3.4.6.10 LEG XIIII GANT  304
 3.4.6.11 Nicht näher bestimmbare Ziegelstempel der XIV. Legion  304
3.4.6.12 Legio XV Apollinaris  309
3.4.6.13 Legio XXX Vlpia Victrix  311
3.4.6.14 cohors II (I ?) Asturum  312
 3.4.6.15 Nicht näher bestimmbare Stempel der Militärziegeleien  312
3.4.6.16 Cent( ) Karus  327
 3.4.6.17 T. Flavius Sextus  327
 3.4.6.18 Iulii  327
 3.4.6.19 C. Valerius Constans  327
 3.4.6.20 ( )andiani  328
 3.4.6.21 ( )iobi  328
 3.5 Die Münzen der Grabungen 1968 – 1977 – chronologische und siedlungs-
 archäologische Aspekte (CH. GUGL)  344
 3.5.1 Bewertung der Münzreihe aus den Grabungen 1968 – 1977  351
 3.5.2 Vergleich mit weiteren nordwestpannonischen Münzkurven  352
3.6 Frühmittelalterliche Keramik aus dem Legionslager von Carnuntum
 (S. LADSTÄTTER / R. SAUER)  355
 3.6.1 Einleitung 355
 3.6.2 Material  356
 3.6.3 Ergebnisse mineralogisch-petrographischer Analysen von ausgewählten
frühmittelalterlichen Keramikproben aus Carnuntum  362
 3.6.4 Zusammenfassung und Interpretation  370
 3.6.5 Katalog  373

4. AUSGEWÄHLTE EINZELASPEKTE ZUR BAUGESCHICHTE DES
 CARNUNTINER LEGIONSLAGERS  401
 4.1 Befunde des Holz-Erde-Lagers in der praetentura-West (CH. GUGL)  403
 4.2 Die Lage und Ausrichtung des ältesten Carnuntiner Legionslagers in den
 Perioden 1 – 2 (CH. GUGL)  405
 4.2.1 Spuren älterer Vorgängerbebauung unter der retentura des mittelkaiserzeitlichen
Lagers – Indizien für die canabae legionis?  405
 4.2.2 M. KANDLERs Rekonstruktion des ältesten Legionslagers im Kontext mit
dem geologischen Umfeld  409
 4.2.3 Das Straßensystem der canabae im Umfeld des Legionslagers  416
 4.2.4 Das Legionslager im Kontext mit anderen topographischen Fixpunkten in den
canabae des 1. und 2. Jahrhunderts  421
 4.3 Der Beitrag der Carnuntiner Bauinschriften zur Geschichte des Legionslagers (CH. GUGL)  427
 4.4 Wall – Lagermauer – Graben: Überlegungen zu den Verteidigungsanlagen
 des Carnuntiner Legionslagers (CH. GUGL)  435
 4.4.1 Die Ausgrabungen von C. TRAGAU 1896  435
 4.4.2 M. GROLLERS Beitrag zur Erforschung der Lagermauer und
des Grabensystems  437
 4.4.3 Die Ausgrabungen E. NOWOTNYs an den Verteidigungsanlagen vor der
praetentura-West  442
 4.4.4 Die Prätorialfront: die Rekonstruktionsversuche M. GROLLERs und E. NOWOTNYs 445
 4.4.5 Zusammenfassung  448
 4.5 Das Bebauungsschema der praetentura-Ost aufgrund der Grabungsbefunde
 und der Luftbilder (M. DONEUS / CH. GUGL)  449
 4.6 Das Ende der Periode 4: Zerstörung durch ein Erdbeben? (CH. GUGL)  457
 4.7 Überlegungen zur Nutzung der Legionsstandlager in der Spätantike (R. KASTLER)  462
 4.7.1 Auswertung  466
4.7.1.1 Verteidigungsarchitektur  466
4.7.1.2 Truppenunterbringung und spätantike Truppenstärke  467
4.7.1.3 Zivile Nutzung von Militäranlagen in der Spätantike  470
4.7.1.4 Werkstätten und Nachweis von gewerblichen Tätigkeiten in den Lagern  471
4.7.1.5 Versorgungsfunktionen 472
4.7.1.6 Resümee  473
4.8 Das Legionslager Carnuntum im 5. Jahrhundert – nachvalentinianische Befunde (CH. GUGL)  482
 4.8.1 Spätantike Wohnbauten in der praetentura des Carnuntiner Lagers  482
 4.8.2 Kulturhistorische Einordnung der spätantiken Wohnarchitektur  487
 4.9 Gräber aus dem Lagerinneren und aus der Nekropole vor dem Osttor (CH. GUGL)  490
 4.9.1 Ziegelkistengräber  490
 4.9.2 Zwei Steinkistengräber und ein gemauertes Grab  491
 4.9.3 Die Kindergräber im Lagerinneren als Hinweis auf romanische Bestattungssitten?  492
 4.9.4 Radiokarbon-Datierung von Skelettgräbern der Grabungskampagne 1974 495
 4.9.5 Kategorien von Bestattungen im Legionslager  495
 4.9.6 Das Gräberfeld des 9. / 10. Jahrhunderts vor dem Osttor des Legionslagers
im Vergleich mit anderen frühmittelalterlichen Nekropolen 496
 4.10 Die frühmittelalterliche Besiedlung des Lagerareals im 9. / 10. Jahrhundert (CH. GUGL) 499
5. DIE AUSGRABUNGEN 1968 – 1977 IM LEGIONSLAGER CARNUNTUM –
 ERGEBNISSE (CH. GUGL)  503
 5.1 Periode 1(a/b)  506
 5.2 Periode 2  507
 5.3 Periode 3(a/b)  508
 5.4 Periode 4  509
 5.5 Periode 5  510
 5.6 Periode 6  512
 5.7 Periode 7  514
6. ANHANG A–D (CH. GUGL) 517
ANHANG A: Fußbodenheizungen im Legionslager Carnuntum  519
 ANHANG B: Lagermauer und Grabensystem  529
 ANHANG C: Antike und frühmittelalterliche Gräber  530
 ANHANG D: 14C-Untersuchungen 537
ABKÜRZUNGEN / TYPANSPRACHEN  540
LITERATURVERZEICHNIS  541
ABBILDUNGSNACHWEIS 553
AUTORENVERZEICHNIS 555

Montag, 14. November 2022

[ #eLexika ] Deutscher Rechtschreibwortschatz für Erwachsene


Es ist eigentlich ein fertiger Skandal: In Österreich leben rund eine Millionen erwachsene Analphabeten. 

Daher ist der Bedarf an Materialien zum Erlernen der Schrift gestiegen. Der vorliegende Band "Rechtschreibwortschatz für Erwachsene" wird dankenswerterweise vim Universitätsverlag Winter aus Heidelberg als Open Access zur Verfügung gestellt. Er ist begleitend für den Rechtschreibunterricht von (vor allem) Erwachsenen gedacht, die Deutsch auf einem (nahezu) muttersprachlichen Niveau beherrschen.

Einen Grundwortschatz um mit diesem das Schreiben zu erlernen, scheint aus verschiedenen Gesichtspunkten sinnvoll:
  1. Der Rechtschreibwortschatz enthält Modellwörter, mit welchen die Systematik und die Irregularitäten der deutschen Orthographie erlernt werden können 
  2. Lehrkräften kann das Erstellen von neuem Übungsmaterial durch den annotierten Wortschatz erleichtert werden.
  3. Mit Hilfe eines überschaubaren Grundwortschatzes kann das Nachschlagen in einer Wörterliste erlernt werden.
Die systemische Beschreibung des Rechtschreibwortschatzes, insbesondere durch seine orthographische Annotation und die Kennzeichnung von Lernstellen, stützt sich größtenteils auf die Darstellung der deutschen Orthographie im ‚Rahmencurriculum Schreiben‘ (RCS) des Deutschen Volkshochschulverbandes. Außerdem lehnt sich der vorliegende Wortschatz an Themen an, die sich aus dem alltäglichen Leben ableiten.

Lehrende finden in diesem Band gezielt reichlich Material zum Üben im Unterrichtskontext und können bei Bedarf auch neues Übungsmaterial erstellen; sie sollen aber auch zusätzlich vermitteln, dass sie selbst als Experten von Fall zu Fall in Wörterlisten nachschlagen müssen. Für den Lerner soll der Rechtschreibwortschatz dazu beitragen, die Eigeninitiative zu fördern und zu selbständigem praktischen Üben ermutigen.


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Inhalt

1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Orthographische Grundlagen 8
2.2 Ansätze zur Ermittlung eines Grundwortschatzes  9
3 Wie setzt sich der Rechtschreibwortschatz zusammen?
3.1 Frequenz   
3.2 Ausgewogenheit    . .
3.3 Lernstellen und Kookkurrenzen     . 11
3.4 Zusammensetzung    11
4 Wie unterstützt der Rechtschreibwortschatz? 1
4.1 Die drei Wörterlisten   . . 12
4.2 Aufbau der Wörterlisten   12
5 Schlussbemerkung  15
6 Literatur 16

A Liste mit alphabetischer Sortierung A1
R Liste mit rückläu ger Sortierung R1
B Liste der besonderen, kurzen Wörter B1

Mittwoch, 21. September 2022

[ #OpenAccess ] Von der Bedeutung des frühen Mittelalters


Die Suche nach den Ursprüngen - Open Access-Text

Die Frage „Woher kommen wir?“ ist in allen Epochen gestellt worden. Die moderne Geschichtsforschung stellte sich dieser Suche nach den Ursprüngen. Damit etablierte sie sich zugleich als Instanz, die modernen Identitäten eine Grundlage in der Tiefe der Zeit geben konnte. Das Frühmittelalter spielte bei der Begründung nationaler, aber auch anderer Identitäten eine Schlüsselrolle und verstrickte sich so in moderne Projektionen und Ideologien, von denen sie sich erst in den letzten Jahrzehnten schrittweise befreit hat.

Der Band sucht in einer Reihe von Beiträgen nach neuen Zugängen und gibt damit einen einzigartigen Überblick über einen zeitgemäßen Umgang mit frühmittelalterlichen Ursprüngen und Identitäten und ihre Bedeutung vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Diskutiert werden u. a. das Problem der ethnischen Interpretation archäologischer und onomastischer Daten, methodische Probleme des Identitäts- und des Germanenbegriffs, die emotionelle Ebene der Identitätsbildung, die Rolle von Frauen in Herkunftsmythen, burgundische, fränkische, sächsische, angelsächsische, skandinavische, normannische und slawische Herkunftsvorstellungen und ihre Ausstrahlung ins spätere Mittelalter, der Ursprung des mittelalterlichen Reiches und seine Identitätswirksamkeit, der Zusammenhang zwischen christlichen und ethnischen Identitäten und die Spuren von Identitätsbildungsprozessen in der handschriftlichen Überlieferung. Herwig Wolfram berührt in seiner Einleitung alle diese Aspekte und zieht zugleich ein Resümee jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema.


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Inhaltsverzeichnis 

Vorwort

1. Zugänge zu den Identitäten des Frühmittelalters
2. Das nachrömische Europa
3. Texte, Identitäten im Frankenreich
4. Identitätsbildung in Nord- und Osteuropa
5. Erinnerung an das Frühmittelalter

Abkürzungsverzeichnis
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis

Montag, 25. Oktober 2021

[ #eText ] Unterstützte Kommunikation durch Körper und Maschine


Open Access. Eine konversationsanalytische Untersuchung.

In der Arbeit wird eine besondere Form der Interaktion unter erschwerten Bedingungen untersucht; die Unterstützte Kommunikation. Hierbei werden Menschen mit schweren lautsprachlichen Beeinträchtigungen mit elektronischen Kommunikationshilfen ausgestattet, die ihre fehlende Lautsprache ergänzen bzw. ersetzen sollen.

Die Arbeit untersucht mit den Mitteln der Konversationsanalyse, warum viele Menschen mit lautsprachlichen Beeinträchtigungen seltener als erwartet auf externe Hilfsmittel zurückgreifen und sich stattdessen häufig lieber auf ihre körpereigenen Ausdrucksressourcen (wie Blick, Gestik, Mimik, Vokalisation) verlassen. Anhand detaillierter Untersuchungen der interaktiven Praktiken, die zwischen Menschen mit schwerer Infantiler Cerebralparese (ICP) und ihren natürlich sprechenden Interaktionspartnern eingesetzt werden (mit oder ohne Hilfsmittel), wird ein umfassendes Bild von den Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützten Kommunikation gegeben.

Eine wichtige Rolle spielen dabei einerseits die veränderte Interaktionssituation, zu der ein Einsatz elektronischer Hilfsmittel führt, und andererseits die normativen (an der Schriftsprache orientierten) Erwartungen, die an die Anwender externer Kommunikationshilfen gestellt werden.

Dr. Ina Hörmeyer.  Die Autorin Dr. Ina Hörmeyer hat Germanistik, Philosophie und Allgemeine Sprachwissenschaft an den Universitäten Münster und Freiburg studiert. Von 2012-2014 arbeitete sie an der Universität Freiburg (Abteilung für Germanistische Linguistik) in dem Forschungsprojekt „Interaktive Bedingungen Unterstützter Kommunikation bei Menschen mit schwerer Infantiler Cerebralparese“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Interaktion unter erschwerten Bedingungen (besonders Unterstützte Kommunikation), Konversationsanalyse und Angewandten Linguistik.

Verlag für Gesprächsforschung. Der Verlag für Gesprächsforschung ist ein Fachverlag für wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit Gesprächen beschäftigen, und für Studien zur Anwendung von solchen Forschungsergebnissen in der Praxis. Sie stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie Sprachwissenschaft, Soziologie, Sprechwissenschaft, Ethnographie, Psychologie und Medienwissenschaft. Gemeinsam ist diesen Untersuchungen, dass sie bei ihren Analysen Aufzeichnungen von authentischen Alltagsgesprächen verwenden.Alle Bücher sind grundsätzlich kostenlos und stehen online als PDF zur Verfügung (Open Access).

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 7
1 Sprachliche Interaktion 11
1.1 Allgemeine Merkmale von sprachlicher face-to-face Interaktion 11
1.2 Sprachliche Interaktion unter erschwerten Bedingungen 13
1.3 Sprachliche Interaktion unter Einsatz externer Hilfsmittel 14
2 Daten und Methode 18
2.1 Hintergrundinformationen 18
2.1.1 Infantile Cerebralparese 18
2.1.2 Dysarthrie 20
2.1.3 Elektronische Kommunikationshilfen 21
2.1.3.1 Tobii C12 22
2.1.3.2. Ecotalker 26
2.2. Datenerhebung und –verarbeitung 28
2.3 Methode: Konversationsanalyse 31
3 Auswirkungen elektronischer Kommunikationshilfen auf die face-to-face Interaktion 33
3.1 Auswirkungen auf die Fokussierte Interaktion 33
3.1.1 Fokussierte Interaktion in Gesprächen mit Menschen mit ICP 34
3.1.2 Einsatz elektronischer Kommunikationshilfen in der fokussierten
Interaktion 40
3.2 Auswirkungen auf die Sprecherrollen 52
3.2.1 Die Kommunikationshilfe als Animator 53
3.2.2 Die Rollen der Interaktionspartner 66
3.2.2.1 Der Rezipient als Helfer 66
3.2.2.2 Sprechen für und Sprechen über 76
3.3 Auswirkungen auf Temporalität und Sequentialität 92
3.3.1 Verlangsamung der Interaktion 93
3.3.2 Einschübe 102
3.3.3 Sequentielle Verschiebung 108
3.4 Auswirkungen auf den Sprecherwechsel 121
3.4.1 Das Rederecht übernehmen 122
3.4.1.1 Fremdwahl 123
3.4.1.2 Selbstwahl 129
3.4.2 Das Rederecht übergeben 137
3.5 Zusammenfassung Kapitel 3 146
4 Wahl der Interaktionsmodalität im Spannungsfeld zwischen
Verstehenssicherung und Schnelligkeit 148
4.1 Der Konflikt zwischen Verstehenssicherung und Schnelligkeit 148
4. 1.1 Verstehenssicherung als Motivation für die Wahl der Interaktionsmodalität 149
4.1.2 Schnelligkeit als Motivation für die Wahl der Interaktionsmodalität 157
4.1.2.1 Explizite Strategien 159
4.1.2.2 Implizite Strategien 162
4.1.3 Eine interaktionale Lösungsstrategie: Das Ökonomieprinzip 168
4.2 Die Anwendung des Ökonomieprinzips bei der Bewältigung verschiedener
kommunikativer Aufgaben 169
4.2.1 Die Anwendung des Ökonomieprinzips auf verschiedene sprachliche
Handlungen 169
4.2.1.1 Responsive Handlungen 170
4.2.1.1.1 Antworten auf W-Fragen 171
4.2.1.1.2 Antworten auf Entscheidungsfragen 180
4.2.1.2 Initiative Handlungen 189
4.2.1.2.1 Fragen stellen 190
4.2.1.2.2 Neuigkeiten erzählen 208
4.2.2 Die Anwendung des Ökonomieprinzips zur Darstellung von Emotionen 225
4.2.2.1 Die Darstellung von Stance bei Einsatz der elektronischen Hilfe 226
4.2.2.2 Die Darstellung von Stance beim Sprechen für 233
4.2.2.3 Die Darstellung von Ärger und Trauer 239
4.2.3 Die Anwendung des Ökonomieprinzips bei verschiedenen
Interaktionspartnern 255
4.2.3.1 Fremde Interaktionspartner 256
4.2.3.2 Mehrere Interaktionspartner 265
4.2.3.3 Interaktion mit gleichaltrigen Freunden 281
4.3 Zusammenfassung Kapitel 4 291
5 Wahl der Interaktionsmodalität in Abhängigkeit von normativen
Erwartungen 292
5.1 Typen normativer Erwartungen 292
5.1.1 Wahl der Interaktionsmodalität 294
5.1.1.1 Wahl zwischen Maschine und Körper 295
5.1.1.2 Wahl zwischen Maschine und Sprechen für 301
5.1.2 Grammatische Struktur der elektronischen Äußerungen 309
5.2 Strategien sprachgesunder Teilnehmer zur Durchsetzung sprachlich
interaktiver Normen 323
5.2.1 Reparaturinitiierungen 326
5.2.2 Fremdreparaturen 333
5.2.3 Positive Sanktionen 342
5.3 Internalisierte Normen 348
5.3.1 Gebrauch der Kommunikationshilfe 349
5.3.2 Syntaktische Komplexität 353
5.4 Zusammenfassung Kapitel 5 362
6 Individuelle Wege in der Unterstützten Kommunikation 363
6.1 Ninas Weg: Ko-Konstruktion von Bedeutung 363
6.1.1 Einfaches Bestätigen von Konjekturen 365
6.1.2 Ablehnen von Konjekturen 368
6.1.3 Körperlich verstärktes Bestätigen von Konjekturen 372
6.1.4 Elektronisches Bestätigen von Konjekturen 377
6.2 Reginas Weg: Sequentiell spezifischer Einsatz der Kommunikationshilfe 383
6.2.1 Responsive Äußerungen 384
6.2.2 Initiative Äußerungen 391
6.2.3 Interaktionspartner als Ressource 400
6.3. Max‘ Weg: UK-spezifische Verzögerungen bei der Äußerungsproduktion 403
6.3.1 Umgang mit UK-spezifischen Verzögerungen in Interaktionen
mit Freunden 405
6.3.2 Umgang mit UK-spezifischen Verzögerungen in Interaktionen
in der Schule 418
6.4. Sonjas Weg: Einsatz maschineller Ressourcen 425
6.4.1 Interaktion mit der Mutter 426
6.4.2 Unterrichtsinteraktion 440
6.5. Martins Weg: Verwendung vorgefertigter Phrasen 446
6.5.1 Verwendung der Einwort-Frage Warum? 448
6.5.2 Verwendung von bewertenden Phrasen So eine Scheiße und das ist schön 455
6.6 Zusammenfassung Kapitel 6
7 Fazit und Implikationen für die Praxis 464
8 Literatur 468
9 Anhang 484
9.1 Transkriptionskonventionen 484
9.2 Abbildungsverzeichnis 487
9.3 Tabellenverzeichnis 487

Mittwoch, 28. Juli 2021

[ #OpenAccess ] Hitler – Beneš – Tito: Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und Südosteuropa

Die seit den 1990er Jahren aktualisierten politischen, rechtlichen und geschichtswissenschaftlichen Diskussionen um die jugoslawischen „AVNOJ-Beschlüsse“ und die tschechoslowakischen „Beneš-Dekrete“ wurden vielfach kaum vor dem Hintergrund der Gesamtdimension von Konfliktgeschichte, Krieg, Besatzungsherrschaft, Kriegsverbrechen und Vergeltung geführt. Dies wurde nun in einer beeindruckenden  - über 2000 Seiten umfassenden Arbeit getan.

Namen als Symbole. Im Mittelpunkt stehen einerseits die ethnisch-nationalen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen, Slowaken, Serben, Kroaten und Slowenen sowie zwischen Magyaren und Slowaken, Serben und Kroaten, andererseits die staatlich-nationalen Auseinandersetzungen des Deutschen Reiches und Österreichs mit der Tschechoslowakei und Jugoslawien. Obwohl in der 150-jährigen historischen Entwicklung Ostmittel- und Südosteuropas seit 1848 eine Reihe von Kaisern, Königen, Präsidenten, Kanzlern, Ministerpräsidenten, Ministern, Großunternehmern, Generaldirektoren, Botschaftern, Generälen, Gauleitern und Höheren SS- und Polizeiführern als Akteure auftraten, sind es drei Personen, die auch in der historischen Erinnerung am Beginn des 21. Jahrhunderts noch immer präsent sind: der deutsche „Führer“ und Reichskanzler Adolf Hitler (1889–1945), der tschechoslowakische Außenminister und Präsident Edvard Beneš (1884–1948) und der jugoslawische Partisanenführer und Präsident Josip Broz Tito (1892–1980).

Konfliktgmeinschaften. Die auf breiter internationaler Quellen- und Literaturbasis erarbeitete über 2000 Seiten umfassende Monographie erörtert die Entwicklung der politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und militärischen Konfliktgemeinschaften in den böhmischen und südslawischen Ländern Österreich-Ungarns, die epochalen Erschütterungen des Ersten Weltkrieges und den Bruch der Tschechen, Slowaken und Südslawen mit der Habsburgermonarchie, die schwierige Bildung der Nachfolgestaaten, die Innen- und Außenpolitik der Tschechoslowakei und Jugoslawiens, die Zerschlagung der Friedensordnung von Versailles/Saint-Germain/Trianon durch Hitler, die NS-Eroberungs- und Besatzungspolitik in Böhmen, Mähren, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Slowenien, den Völkermord an den Juden im Protektorat, in der Slowakei, im Ustaša-Staat und in Serbien, die Vergeltung an den und die Vertreibung der Sudeten- und Karpatendeutschen sowie der Deutschen in Slowenien, Kroatien und der Vojvodina, schließlich die Erinnerung und Historisierung der mehr als 100-jährigen Konfliktgeschichte östlich und westlich des Eisernen Vorhangs und in den post-kommunistischen Nationalstaaten am Ende des 20. Jahrhunderts in Ostmittel- und Südosteuropa.
                       
Szialpsychologische Fragen. In dem umfassenden Werk werden darüber hinaus allgemeine, in der Geschichte der Menschheit immer wieder neu zu beantwortende sozialpsychologische Fragen anhand von konkretenBeispielen zu beantworten versucht:
a) Unter welchen Bedingungen schlagen jahrhundertelange oder zumindest jahrzehntelange
friedliche nachbarschaftliche Beziehungen in gegenseitige feindliche Haltungen um, die bis zu Vertreibung und Vernichtung führen können?
b) Welche Interessen und Haltungen führen zur Gewaltanwendung? Welche institutionellen
Strukturen begünstigen Gewalt? Welche Rolle spielt die initiative from below?
c) Weshalb ordnen politische, militärische und wirtschaftliche Eliten Gewaltaktionen an, die Eroberung, Unterwerfung und Ausbeutung fremder Gebiete und Völker beinhalten? Weshalb geben sie verbrecherische Befehle, die zu flächendeckender Zerstörung von Städten und Landschaften sowie zu massenhafter Vernichtung der Bewohner führen?
d) Weshalb misshandeln und töten Soldaten und Polizisten unter Missachtung jedes Kriegsrechts unbewaffnete Gefangene und Zivilisten, im Besonderen auch Kinder,
Frauen und alte Leute? Welche Gewaltmethoden werden angewendet? Gibt es hiefür Begründungen jenseits des oft vorgeschobenen „Befehlsnotstandes“?
e) Welche Rolle spielen öffentliche Beteiligung, Zustimmung oder Ablehnung? Gibt es gegnerische und widerständige Haltungen von sozialen und kulturellen Eliten auf der Seite des Aggressors?
f) Unter welchen Bedingungen sind unterworfene und ausgebeutete Völker bereit, von passiven Resistenzhaltungen zu aktiven Widerstandshandlungen überzugehen?
g) Was veranlasst Stadt- und Landbewohner, ihre Nachbarn eigenhändig aus ihren Wohnungen und Häusern zu treiben und sie von ihren Höfen zu verjagen?
h) Was veranlasst bisher unbescholtene Bürger, auf Immobilien und bewegliche Güter des Nachbarn gewaltsam zuzugreifen und sich diese ohne Entschädigung anzueignen?

Der Autor. Arnold SUPPAN ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien und ehem. Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


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Ein Blick auf das INHALTSVERZEICHNIS:

TEIL 1
Einführung in die Reihe „Internationale Geschichte/
International History“ XI
Introduction to the Series „Internationale Geschichte/
International History“ XIII
Vorwort 1
1. Einleitung 5
 Kontroverse Fragestellungen und gegensätzliche Perspektiven 10
 Adolf Hitler 51
 Edvard Beneš 104
 Josip Broz Tito 124
2. Deutsch-österreichisch-ungarisch-tschechisch-
 slowakische Konfliktgemeinschaft 1848-1918 141
 Tschechen und Deutsche in den böhmischen Ländern 143
 Slowaken und Magyaren in Oberungarn 180
 Deutsche, Tschechen und Slowaken im Ersten Weltkrieg 187
3. Deutsch-österreichisch-ungarisch-serbisch-kroatisch-
 slowenische Konfliktgemeinschaft 1848-1918 217
 Südslawen und Deutsche in der Habsburgermonarchie 219
 Die Habsburgermonarchie und Serbien 267
 Österreich-Ungarn und Serbien im Ersten Weltkrieg 283
Die k.u.k. Militärgeneralgouvernements in Belgrad und Cetinje 296
Auf dem Weg zur südslawischen Einigung 311
4. Tschechoslowakisch-deutsch-österreichische
 Konfliktgeschichte 1918-1939 331
Tschechoslowakischer Nationalstaat mit oder ohne sudetendeutsche
Minderheit? 332
Die nationale, konfessionelle, soziale und wirtschaftliche Struktur der
Tschechoslowakei 1921-1930 366
Die Sudeten- und Karpatendeutschen zwischen „Negativismus“ und
„Aktivismus“ 387
VI
Die Tschechoslowakei zwischen Deutschland und Österreich 1920-1930 420
Vom Zollunions- zum Tardieu-Plan 437
 Die Tschechoslowakei zwischen NS-Deutschland, Sudetendeutscher
Partei und dem „Anschluss“ Österreichs 458
 Das Münchener Abkommen 1938 490
 Hitlers Marsch nach Prag 1939 523
5. Jugoslawisch-deutsch-österreichische Konfliktgeschichte
1918-1941 537
 Die Gründung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen
und der Kampf um viele neue Grenzen 538
 Die nationale, konfessionelle, soziale und wirtschaftliche Struktur
Jugoslawiens 1921-1931 561
 Das Königreich Jugoslawien zwischen Zentralismus, Föderalismus und
Terrorismus 584
 Die „Donauschwaben“ zwischen Belgrad, Wien und Berlin 1918-1939 613
 Deutsche Untersteirer, Laibacher und Gottscheer im jugoslawischen
Slowenien 1918-1939 654
 Milan Stojadinović 1938: „Wir konnten gegen den Anschluss wegen des
Prinzips der Nationalität keinen Widerspruch erheben...“ 680
 Josip Broz Tito 1940: „Wir sind weder Defaitisten noch Pazifisten“ 704
 Dragiša Cvetković 1941: „Entweder Krieg oder Pakt“ 707
6. Besatzungspolitik und Kriegsrecht in Europa 729
 Besatzungspolitik, Widerstand und Kollaboration 730
 Kriegsrecht – Kriegsverbrechen – Völkermord 745

TEIL 2
7. Nationalsozialistische Herrschaft in der
Tschechoslowakei 1939-1945 775
 Die Tschechen im „Protektorat Böhmen und Mähren“ 778
 Eingliederung in die deutsche Kriegswirtschaft 796
 Widerstand und Unterdrückung 1939-1941 804
 Das Terrorregime Reinhard Heydrichs 1941/42 813
 Der Tyrannenmord und die Rache der SS 824
 Die Diktatur des Karl Hermann Frank 1942-1945 833
 Partisanen im „Protektorat“ 849
 Die tschechische Opferbilanz 1938-1945 853
 Die Vernichtung der Juden im „Protektorat“ und im „Sudetenland“ 855
 Die Sudetendeutschen im „Sudetenland“ und im „Protektorat“ 867
 Deutsche (Karls-)Universität und Deutsche Technische Hochschulen 874
 Widerstand und Kriegsende im „Sudetenland“ 876
 Deutsch-slowakische Beziehungen 1938-1943 880
 Die Deportation der Juden aus dem Slowakischen Staat 899
 Slowakischer Nationalaufstand und Kriegsende in der Slowakei 1944/45 910
 Die gesamte Opferbilanz in der Tschechoslowakei 1938-1947 921
8. Nationalsozialistische Herrschaft in Jugoslawien
 1941-1945 925
 Der Aprilkrieg 1941 und die Zerstückelung Jugoslawiens 927
 Serbien unter deutscher Militärverwaltung 1941 940
 Der Partisanenkrieg in Serbien 1941 951
 Die Massenerschießungen in Kraljevo und Kragujevac 977
 Die deutsche Besatzungspolitik in Serbien 1942-1944 und die
Regierung Nedić 988
 Die Vernichtung der Juden in Serbien und in der Vojvodina 1016
 Die deutsche Volksgruppe im westlichen Banat 1941-1944 1024
Die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgsdivision „Prinz Eugen“ 1942-1945 1034
 Die ungarische Herrschaft in der Bácska und Baranya 1941-1944 1050
 Der Partisanenkrieg in der Vojvodina 1059
 Das Deutsche Reich und der „Unabhängige Staat Kroatien“ 1941-1945 1064
 Die deutsche Volksgruppe in Kroatien 1941-1945 1087
 Die Vernichtung der Juden im Ustaša-Staat 1096
 Der totale Krieg in Kroatien und Bosnien-Herzegowina 1941-1945 1103
 Die Slowenen unter deutscher Besatzung und Zivilverwaltung 1941 1145
 Die Zwangsaussiedlung von Slowenen aus der Untersteiermark und
Oberkrain 1941 1155
 Die Umsiedlung der Gottscheer in die Untersteiermark 1941 1159
 Die Slowenen unter italienischer Herrschaft 1166
 Die Slowenen unter ungarischer Herrschaft 1941-1945 1175
 Der „totale Krieg“ im deutsch besetzten Slowenien 1942-1944 1176
 Der Eid der Domobranci 1188
 Der „Bruderkrieg“ in Slowenien 1941-1945 1193
 Das Ende der deutschen Herrschaft in Slowenien 1204
 Die gesamte Opferbilanz in Jugoslawien 1941-1948 1206
9. Rache, Vergeltung, Strafe 1213
 In der Tschechoslowakei 1225
 Edvard Beneš als Exil-Präsident 1225
 Die Annullierung von München 1229
 Rache für Lidice 1942 1233
 Gibt es noch eine Gemeinschaft der böhmischen Menschen? 1235
 Die politische und propagandistische Vorbereitung der Vergeltung 1237
 Der Prager Aufstand im Mai 1945 1243
 Racheakte und Massenausschreitungen in Böhmen und Mähren 1249
 Internierungs-, Arbeits- und Straflager 1260
 Deutsche Kriegsgefangene in der Tschechoslowakei 1266
 Prozesse und Strafen nach dem Krieg 1267
 In Jugoslawien 1275
 Tito, Stalin und die Befreiung Jugoslawiens 1944/45 1275
 Kriegsgefangene in Jugoslawien 1291
 Vergeltung in der Vojvodina im Herbst 1944 1295
 Deportationen von Donauschwaben in die Sowjetunion 1304
 Die kommunistische Militärverwaltung in der Vojvodina 1944/45 1307
 Konzentrationslager für Donauschwaben in der Vojvodina und in
 Slawonien 1944-1948 1317
 Die „Todeslager“ Gakowa/Gakovo, Jarek/Bački Jarak, Kruschiwl/
 Kruševlje, Rudolfsgnad/Knićanin und Molidorf/Molin 1945-1947 1326
 Die Verfolgung der Deutschen in Slowenien 1945 1335
 Massaker in den Foibe des Küstenlandes 1341
 Die jugoslawische Besetzung Südost-Kärntens im Mai 1945 1347
 Prozesse gegen fremde und einheimische Kriegsverbrecher 1355
10. Vertreibung, Zwangsaussiedlung,
„ethnische Säuberung“ 1363
 Adolf Hitler 1939: „eine neue Ordnung der ethnographischen
 Verhältnisse“ 1370
 Winston S. Churchill 1944: „A clean sweep will be made“ 1374
 „Ethnische Säuberung“ im Osten – „Politische Säuberung“ im Westen 1383
 Vertreibung und Zwangsaussiedlung der Deutschen aus der
 Tschechoslowakei 1389
 Tschechische Aussiedlungspläne während des Zweiten Weltkrieges 1389
 „Wilde“ Vertreibungen aus den böhmischen Ländern 1415
 Das Potsdamer Protokoll 1945 1426
 Die Zwangsaussiedlung der Sudetendeutschen 1431
 Evakuierung, Flucht und Zwangsaussiedlung der Karpatendeutschen 1438
 Nationalpolitisches Resümee: Ethnische Säuberung 1440
 Zwangsumsiedlung nach der Zwangsaussiedlung 1443
 Die Opferbilanz der Sudeten- und Karpatendeutschen 1446
 Flucht, Vertreibung und Zwangsaussiedlung der Deutschen aus
 Jugoslawien 1451
 Aussiedlungspläne während des Zweiten Weltkrieges 1453
 Evakuierung, Flucht, Vertreibung und Zwangsaussiedlung der
 Deutschen aus der Vojvodina und Slawonien 1455
 Flucht, Vertreibung und Zwangsaussiedlung der Deutschen aus
 Slowenien 1468
 Flucht und Zwangsaussiedlung der Italiener aus dem Küstenland 1471
 Konsequenzen für die Vojvodina, Slawonien, Slowenien und das
 Küstenland 1472
 Die Opferbilanz der Jugoslawien-Deutschen 1475
11. Kollektivschuld, Enteignung, Entrechtung 1481
 Die Dekrete des Präsidenten der Republik („Beneš-Dekrete“) 1485
 Die Umsetzung der „Beneš-Dekrete“ in Tschechien 1502
 Die Umsetzung der „Beneš-Dekrete“ in der Slowakei 1510
 Die „AVNOJ-Beschlüsse“ 1513
 Der AVNOJ-Beschluss vom 21. November 1944 1514
 Wahlrecht und Staatsbürgerschaft 1522
 Die Umsetzung der „AVNOJ-Beschlüsse“ in der Vojvodina 1528
 Die Umsetzung der „AVNOJ-Beschlüsse“ in Kroatien 1530
 Die Umsetzung der „AVNOJ-Beschlüsse“ in Slowenien 1532
12. Erinnerung und Historisierung 1535
 In der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich 1545
 Charta und Lastenausgleich in der Bundesrepublik Deutschland 1545
 „Sudetendeutsche“ und „Österreicher“ 1551
 Der deutsch-tschechoslowakische Vertrag 1973 und der
 österreichisch-tschechoslowakische Vermögensvertrag 1974 1569
 Die „samtene Revolution“ 1989 und die neue Geschichtspolitik 1572
 Enteignung, Entschädigung und Restitution 1578
 Die deutsch-tschechische Versöhnungserklärung 1997 1590
 Václav Havel 1993: „Wir hätten so dastehen können wie
 Österreich.“ 1592
 Die „Beneš-Dekrete“ vor dem Europäischen Parlament und der
 Europäischen Kommission 1599
 „Edvard Beneš hat sich um den Staat verdient gemacht“ 1604
 „Töten auf Tschechisch“ 1612
 Slowakische Erinnerung zwischen Nationalaufstand und
 Nationalstaat 1616
 In Jugoslawien, Österreich, Deutschland und Italien 1621
 Das jugoslawische Memorandum 1947 1625
 Minderheiten in Österreich und Jugoslawien 1631
 Die jugoslawische Haltungsänderung gegenüber Österreich 1634
Der Besuch Außenminister Grubers bei Tito im Juni 1952 1638
 Der Kampf um den österreichischen Staatsvertrag 1644
 Die Volksdeutschen aus Jugoslawien in Österreich 1657
 Staatsbürgerschaft und Vermögensschäden: die Bundesrepublik
 Deutschland und Jugoslawien 1660
 „Gegenerinnerungen“ und alte Stereotypen in Serbien und in der
 Vojvodina 1668
 „Die Toten im kroatischen Maisfeld geben keine Ruhe“ 1677
 Alte und neue Erinnerungspolitik in Slowenien: „Auch aus den ver-
 minten Bunkern drängt die Wahrheit unaufhaltsam an den Tag...“ 1680
 Erinnerungspolitik in Italien: „Foibe“ und „Exodus“ 1691
 Auf dem Weg zu einer europäischen Erinnerungskultur 1699
 Erinnerung nach 30, 40, 50 und 60 Jahren 1699
 Nach 70 Jahren… 1715
13. Zusammenfassung: Ein Jahrhundert der Konfrontation
 in Ostmittel- und Südosteuropa 1723

TEIL 3
14. Abkürzungsverzeichnis 1767
15. Quellen- und Literaturverzeichnis 1777
 Quellen 1778
 1. Archivalische Quellen 1778
 2. Gedruckte Quellen 1780
 Darstellungen 1795
16. Verzeichnis der Tabellen und Karten 1867
17. Verzeichnis der Abbildungen 1871
18. Personenregister 1881
19. Ortsregister 1957
20. Abbildungen und Karten 1977

Montag, 28. Oktober 2019

[ #OpenAccess ] Verwaltungsgeschichte im Dialog / Administrative History in Dialogue


"Administory: Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte" setzt gewissermaßen das 2008 eingestellte "Jahrbuch für europäische Verwaltungsgeschichte" (JEV) fort und erscheint einmal jährlich. Das Thema der ersten Ausgabe lautet "Verwaltungsgeschichte im Dialog/Administrative History in Dialogue".

Administory will Verwaltung historisieren, und zwar aus disziplinär, regional und zeitlich übergreifenden Perspektiven. Dieser programmatische Standpunkt hat uns dazu angeregt, im ersten Band die Dialogsituation zu reflektieren, wie sie in der Fotocollage auf dem Titel zum Ausdruck kommt. Wir wollen keine explizite Theoriedebatte lancieren; wir haben vielmehr Autoren mit unterschiedlichem disziplinärem und theoretischem Hintergrund dazu eingeladen, sich ausgehend von ihren eigenen Forschungsarbeiten in einen Dialog mit der Verwaltungsgeschichte zu begeben.

Das Titelbild präsentiert eine Art Allegorie dieser Verwaltungsgeschichte im Dialog. Auf der linken Seite steht der Körper eines Historikers, einen zusammengerollten Plan und ein DIN-A4-Blatt in seiner rechten Hand. Auf seinen Hals montiert ist der Kopf von Niklas Luhmann, dem Verwaltungsbeamten unter den Soziologen und aktuellen theoretischen Kopf der Verwaltung. Luhmanns Kopf blickt mit offenem Mund nach links hoch zu einer anderen hybriden Gestalt im Anzug – halb Vogel, halb Mensch. Der Hühnermann steht seitlich zum Luhmann-Historiker und blickt seinerseits mit großen Augen streng auf ihn herunter. Und das alles situiert in einem artifiziellen, verwischten Ambiente. In dieser Collage haben wir das Setting der erwähnten Dialogsituation gezielt ›zugerichtet‹. Links der Verwaltungshistoriker, der – verwundert, befremdet – mit seinem Gegenstand – einem Beamten beziehungsweise der Verwaltung – kommuniziert. Der Hühnermann kann aber umgekehrt auch eine fremde Disziplin verkörpern, die gebannt die Verwaltungsgeschichte in den Blick nimmt. Die beiden Figuren sind dann nicht nur einander, sondern als Hybride auch sich selbst fremd, insofern sie auch ein anderer sind; zugleich sind sie einander nicht nur fremd, sondern als Hybride auch verwandt.

Unsere künstlerische Strategie sehen wir durchaus in Analogie zu einer wissenschaftlichen Reflexion über Staat und Verwaltung. Diese schafft sich durch die Wahl der konzeptuellen Grundlagen und der methodischen Instrumente einen Projektraum, der in einem ähnlich spannungsreichen Bezug zu dem untersuchten Wirklichkeitsbereich steht, wie der Begegnungsraum, in dem der Kopf Luhmanns auf den Hühnermann trifft. Dieser steht für einen transdisziplinären Austausch, der mit Aneignungen und Verfremdungen operiert, um das konzeptuell andere in die eigene Forschungswelt zu integrieren. Diesen Prozess sehen wir durch diese Figur von David Altmejd auf eine hintersinnige Weise, als Aneignung des Fremden im Eignen, veranschaulicht. Dem Sakkoträger Luhmann steht eine ebenfalls im Jackett erscheinende Kunstfigur gegenüber, die aufgrund des Aussehens nur teilweise in der Welt eines Luhmann verankert ist. Das scheint uns eine treffende Darstellung unserer eigenen Bemühungen, mit der Fremdheit unserer Forschungsgegenstände und interdisziplinären theoretischen Anregungen zurechtzukommen.

 [ #FREIHANDbuch ]⇒ 

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick in das INHALTSVERZEICHNIS:
Einleitung
STEFAN NELLEN, PETER BECKER
Entstehung und Arbeitsweise eines verwaltungshistorischen Periodikums: das „Jahrbuch für europäische Verwaltungsgeschichte“ (JEV)
ERK VOLKMAR HEYEN
Recht, Staat und Krieg ›Verwirklichte Unwahrscheinlichkeiten‹ in der Habsburgermonarchie
PETER BECKER
Verwaltungsrechtswissenschaft und Geschichtsschreibung: Narrative über Vergangenes – Versuch einer Typologie
BENJAMIN SCHINDLER
Die Herstellung von Verwaltungstatsachen: Behörden und Antragsteller/innen im Streit um Erwerbsmöglichkeiten
SIGRID WADAUER
The ‘Head of Household’. A Long Normative History of a Statistical Category in the U.K. (ENGLISH)
KERSTIN BRÜCKWEH
Administrative History and the Theory of Fields: Towards a Social and Political History of Public Administration (ENGLISH)
CAROLINE DUFOUR
The Dutch decentralized unitary state and its effects on civil service systems in the period of the Night Watch, Welfare and Enabling States 1814–2016 (English)
FRITS VAN DER MEER, GERRIT DIJKSTRA, TOON KERKHOFF
Colonial Bureaucrats, Institutional Transplants, and Development in the 20th Century (ENGLISH)
VALENTIN SEIDLER
The vaccine and its simulacra: agnotology, ontology and biopolitics in France, 1800–1865 (English)
JEAN-BAPTISTE FRESSOZ
Kafka in Habsburg. Mythen und Effekte der Bürokratie
BURKHARD WOLF
Relektüre
Thomas Ellweins Der Staat als Zufall und als Notwendigkeit Konzeptionelle und empirische Aspekte einer ›lebenden Verwaltung‹
RÜDIGER VON KROSIGK

Sonntag, 3. März 2019

[ #eText ] Kurdische Studien


Kurdologie bzw. kurdische Studien meint die systematische Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlichen ebenso wie mit philologischen, historischen und künstlerischen Fragestellungen. 

Open Access. Sie umfasst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen, die das historische kurdische Siedlungsgebiet (Kurdistan) sowie die kurdische Migration, insbesondere nach Europa, betreffen. Das von der Österreichischen Gesellschaft für Kurdologie / Europäisches Zentrum für Kurdische Studien herausgegebene Wiener Jahrbuch für Kurdische Studien bietet eine interdisziplinäre und internationale Plattform, die wissenschaftlichen Austausch zum Thema Kurdistan und kurdische Diaspora ermöglicht und somit eine Vernetzung von Interessierten fördert sowie zur Festigung und Etablierung dieser Forschungsrichtung führt.

 [ #FREIHANDbuch ]

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt verspricht mehr:

TABLE OF CONTENTS -- INHALT
Geleitwort
-- BERÎVAN ASLAN 15
Vorwort der HerausgeberInnen
-- KATHARİNA BRİZİĆ, AGNES GROND, CHRİSTOPH OSZTOVİCS,
 THOMAS SCHMİDİNGER, MARİA ANNA SİX-HOHENBALKEN 16
1 FOCUS -- SCHWERPUNKT
Language, Migration, Cohesion: Kurdish and its Diaspora.
Introducing the Focus Topic/Einleitung zum Schwerpunkt
-- KATHARİNA BRİZİĆ & AGNES GROND 21
Wir sind Menschen der Schrift.
Ein Gespräch mit Feryad Fazil Omar
-- KATHARİNA BRİZİĆ 35
Variation in the Ergative Pattern of Kurmanji
-- SONGÜL GÜNDOĞDU 45
Bezeynî – Historie, Migration, Diaspora
und linguistische Besonderheiten
-- CEMİLE ÇELEBİ 63
Perceptual Dialectology Applied to Turkish and Kurdish:
a Comparison
-- EVA EPPLER & JOSEF BENEDİKT 80
Hearing, Speaking, Looking, and Learning:
a Pilot Study of Lexical Variation across Kurmanjî Kurdish
-- GEOFFREY HAİG & NECLE BULUT 99
Informal Language Teaching:
Multilingual Conversations in Kurdish Diaspora Settings
-- ANNETTE HERKENRATH 110
„Wir sprechen zuhause auch Kürdisch.“
Zur Erzählfähigkeit in der Zweitsprache Deutsch
bei Kindern mit kurdisch-türkischem Migrationshintergrund
-- KATHARİNA SCHWABL 127
Mehrsprachigkeit im Kontext des Kurdischen in Deutschland.
Vorüberlegungen zu einer Fallstudie an einer
deutsch-kurdischen Kindertagesstätte
-- YAŞAR KIRGIZ 140
Abschlussarbeiten zu kurdischer Linguistik
an österreichischen Universitäten
-- AGNES GROND & MARİA ANNA SİX-HOHENBALKEN 150
Language Planning in the Diaspora:
Corpus and Prestige Planning for Kurdish
-- SALİH AKIN 159
One Language, Two Contexts:
Kurdish in Bakur and in Western Turkey’s Metropolises
-- MEHMET ŞERİF DERİNCE 176
Can the President of the Kurdistan Region of Iraq Cry?
On Justice to Come
-- FAZİL MORADİ & HAWAR MORADİ 195
2 BEYOND -- AUSSERHALB DES SCHWERPUNKTS
Aso Mohammed Sofi, Richter im Irak-Tribunal,
im Interview mit Shahen Karim und Maria Six-Hohenbalken
-- SHAHEN KARİM & MARİA ANNA SİX-HOHENBALKEN 209
Jihadistische Identitätsangebote: Politischer Salafismus
und Jihadismus unter Diaspora-KurdInnen in Österreich
-- THOMAS SCHMİDİNGER 218
3 CURRENT AFFAIRS -- AKTUELL
Current Affairs/Aktuell – Introduction
The Kurds: Proxies Forever?
-- OFRA BENGİO 229
Current Affairs/Aktuell – Syrien
-- THOMAS SCHMİDİNGER 234
Current Affairs/Aktuell – Turkey
-- ALEV ÇAKIR 241
Current Affairs/Aktuell – Iran
-- CHRISTOPH OSZTOVICS 246
Current Affairs/Aktuell – Irak
-- CHRISTOPH OSZTOVICS 250
Current Affairs/Aktuell – Irak
Werden die Olivenbäume wieder wachsen?
Die Êzîdî-Enklave Ba’shiqah und Bahzani nach dem ‚IS’
-- THOMAS SCHMİDİNGER 255
Current Affairs/Aktuell – Irak
Şingal: Vom Genozid zum Bürgerkrieg?
-- THOMAS SCHMİDİNGER 258
Current Affairs/Aktuell – Irak
Befreit bedeutet nicht frei.
Von Irakisch-Kurdistan zu den griechischen Flüchtlingslagern
-- JOSEF WEİDENHOLZER & REBECCA KAMPL 264
4 CONFERENCE REPORTS -- KONFERENZBERICHTE
3rd Kurdish Studies Conference: Futures In and Outside of Iraq,
Syria, Turkey, and Iran: Fresh Hopes or New Tragedies?
Institute of Arab and Islamic Studies,
University of Exeter, UK, 26-28 June 2017
-- AGNES GROND & THOMAS SCHMİDİNGER 273
2nd International Kurdish Migration Conference.
Middlesex University, London, UK, 15-16 June 2017
-- ZEYNEP ARSLAN 275
Uncovering the Past Towards the Future, Uniting Experiences
and Values: Kurdistan in Western and Eastern Research Tradition.
Jagiellonian University Cracow, Poland, 24-26 October 2016
-- MİCHİEL LEEZENBERG 278
13th International Conference on the European Union,
Turkey, the Middle East and the Kurds.
Europäisches Parlament, Brüssel, Belgien, 7.-8. Dezember 2016
-- THOMAS SCHMİDİNGER 280
Democratic Transformations, Kurdish Women
and Regional Conflict: Lessons from Rojava and Beyond.
University of Greenwich, London, UK, 10 December 2016
-- THOMAS SCHMİDİNGER 285
2nd International Conference on Faylee Kurds.
Europäisches Parlament, Brüssel, Belgien, 27. April 2017
-- THOMAS SCHMİDİNGER 287
5 REVIEWS -- REZENSIONEN
Djene Bajalan and Sara Zandi Karimi (Eds.): Studies in Kurdish
History. Empire, Ethnicity and Identity.
-- MARİA ANNA SİX-HOHENBALKEN 293
Michael Eppel: A People without a State. The Kurds
from the Rise of Islam to the Dawn of Nationalism.
-- AGNES GROND 295
Michael Rubin: Kurdistan Rising? Considerations for Kurds,
their Neighbours, and the Region.
-- AGNES GROND 297
Ali Balcı: The PKK-Kurdistan Workers’ Party’s
Regional Politics. During and After the Cold War.
-- THOMAS SCHMİDİNGER 299
Mehmet Kurt: Kurdish Hizbullah in Turkey.
Islamism, Violence and the State.
-- THOMAS SCHMİDİNGER 300
Zeynep Arslan (Ed.): Zazaki – Yesterday, Today and Tomorrow.
Survival and Standardisation of a Threatened Language.
-- AGNES GROND 302
Bünser Dilara Koçbaş Demir: School Literacy as a Catalyst:
a Portrait from Multilingual, Low-Educated Homes in Turkey.
-- CHRİSTOPH SCHROEDER 304
Sebastian Maisel: Yezidis in Syria. Identity Building
Among a Double Minority.
-- THOMAS SCHMİDİNGER 308
Arzu Demir: Die Rojava Revolution.
-- THOMAS SCHMİDİNGER 309
6 OBITUARIES -- NACHRUFE
Aziz Muhammed (1924 – 2017)
-- THOMAS SCHMİDİNGER 313
Newşîrwan Mistefa (1944 – 2017)
-- THOMAS SCHMİDİNGER 315
Václav A. Černý (1931 – 2017)
-- PETR KUBÁLEK 318
Amir Hassanpour (1943 – 2017)
-- JAFFER SHEYHOLİSLAMİ 320
Amir Hassanpour (1943 – 2017)
To Kak Emîr, Our Humble Teacher
-- ERGİN ÖPENGİN 323
7 REPORTS, CALL, ABOUT THE AUTHORS --
 BERICHTE, CALL, AUTORENVERZEICHNIS
Berichte der Gesellschaft
-- ÖSTERREİCHİSCHE GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER KURDOLOGİE/
EUROPÄİSCHES ZENTRUM FÜR KURDİSCHE STUDİEN 327
Call for Papers – Vienna Yearbook for Kurdish Studies 2018:
Dersim 1938. Genocide, Displacement, and Repercussions.
Eighty Years Later.
-- AUSTRİAN SOCİETY FOR THE PROMOTİON OF KURDOLOGY/
EUROPEAN CENTRE FOR KURDİSH STUDİES 331
ABOUT THE AUTHORS 333

[ #FreeBook ] Spuren eines Beziehungsgeflechts: Das ungarische Wien


Verflechtungen und Interferenzen. Studien zu den Literaturen und Kulturen im zentraleuropäischen Raum. 

Open Acces. Das heutige Österreich und Ungarn bildeten über Jahrhunderte hinweg politische Einheiten verschiedenster Provenienz. In den einzelnen Beiträgen der Publikation spannt sich der historische Bogen über einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren.

In diesem halben Jahrtausend kam es zu kulturellen Begegnungen der beiden Staaten, die auf vielen Gebieten sowohl sprachliche als auch territoriale und ethnische Grenzen verschwimmen, ja auch verschwinden ließen. Anil Bhatti spricht in diesem Zusammenhang von einer Art „Palimpsest“. Er verwendet den Ausdruck für immer neu entstehende kulturelle Konglomerate, die sich bilden und bald wieder überschrieben werden durch neue Formen des Zusammenlebens und des gegenseitigen Wirkens aufeinander. Diese kulturelle Nähe entwickelte sich zwischen Österreich und Ungarn in sprachlicher Hinsicht aber auch in literarischer, sie wurde im Theaterleben sichtbar, in den angewandten und bildenden Künsten, ja auch in den Medien allgemein. Die Formen des Transfers sowie die Grenzen, im Rahmen derer er sich vollzog, waren dabei durchaus unterschiedlich. Der Band beschäftigt sich mit diesem gegenseitigen kulturellen Austausch und dokumentiert die auch heute noch anhaltende „Nähe“ zwischen den beiden Staaten.

 [ #FREIHANDbuch ]

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Inhalt
VORWORT
Anil Bhatti (New Delhi) 7
Literatur und Gesellschaft
Johann Ladislaus Pyrkers Rudolphias: Das Werk eines
österreichischen, deutschen oder ungarischen Dichters?
Wynfrid Kriegleder (Wien) 21
Die Rolle Wiens und seiner Institutionen für die Entwicklung
der ungarischen Literatur im ausgehenden 18. Jahrhundert
Márton Szilágyi (Budapest) 39
Der Ungar aus Wien: Nikolaus Lenaus Gedichte aus der Heimat
Wolfgang Müller-Funk (Wien) 47
Die Wiener Stadtporträts von Ludwig Hevesi
Endre Hárs (Szeged) 58
Ortlosigkeit in der Heterogenität. Die Varianten einer
Existenzform in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts
in der ehemaligen Donaumonarchie
Gábor Schein (Budapest) 80
Theater
Alterität in österreichischen Lustspielen der Aufklärung.
Zu Karl Marinellis Theaterstück Der Ungar in Wien
Andrea Seidler (Wien) 93
Liliom geht über die Grenze
Katalin Czibula (Budapest) und Klaus Heydemann (Wien) 107
Medien und Künste
Das Bild der Türken in der ungarischsprachigen Wiener Presse
des späten 18. Jahrhunderts
Brigitta Pesti (Wien) 123
Möglichkeiten einer gemeinsamen Identität?
Joseph von Hormayrs reichspatriotisches Konzept und die Ungarn
Katalin Blaskó (Wien) 149
Ein Klimt-Gemälde aus der Perspektive der
österreichisch-ungarischen Kulturbeziehungen
Katalin Czibula (Budapest) 163
Spuren der Avantgarde in Wien
Károly Kókai (Wien) 178
Geschichte und Sprache
Das Freihaus Nádasdy in Wien im 16. und 17. Jahrhundert
Ernő Deák (Wien) 201
Ärzte im Netz – Bildung, Profession und Selbstdarstellung
ungarländischer Mediziner im 18. Jahrhundert
Lilla Krász (Budapest) 215
Franz Joseph und Ungarn
Karl Vocelka (Wien) 231
Österreichisch-ungarische Wechselwirkungen und die Medialität
von Sprache im „kakanischen“ Kontext
Manfred Michael Glauninger (Wien) 243
Autoren und Autorinnen des Bandes 253

Sonntag, 10. Februar 2019

[ #eText ] Nicaragua: Kostenlos Spielen und Lernen in der Vorschule


Ein Programm für nonformale Early Childhood Care and Development Zentren in Nicaragua. 

Open Access. Eine Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Dr. phil. an der
Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg vorgelegt von Mechtild Nienhaus-Wasem gibt Information und erörtert Zukunftsperspektiven, die weit über Nicaragua hinaus gelten können.

Armut und Entwicklung, Bildungsförderung ist eine der wichtigsten Komponenten zur Armutsbekämpfung in den Ländern der Dritten Welt. Sie erhöht die Kapazität der Betroffenen zur Selbsthilfe und Lösung ihrer länderspezifischen Probleme. Seit der UN-Konferenz „Bildung für Alle“ von Jomtien/Indonesien (1990) ist Bildung als grundlegendes Menschenrecht festgeschrieben. Der UNESCO-Bericht von Jacques Delors für das 21.Jahrhundert konkretisiert vier Dimensionen „Lernen, Wissen zu erwerben; Lernen, zu handeln; Lernen, mit anderen zu leben und für das Leben lernen“.

Kinder, die aufgrund der Armut ihrer Eltern in Nicaragua keine formale Vorschule besuchen können, erhalten oftmals substituierende Ernährung und pädagogische Förderung in einem nonformalen Frühförder- und Vorschulzentrum, dem Early Childhood Care and Development (ECCD)-Zentrum.

Das Welternährungsprogramm (WFP) u.a. stellen Nahrungsmittel für eine warme Mahlzeit oder einen Zwischenimbiss zur Verfügung, um die Unter- oder Mangelernährung auszugleichen. Begleitend wird ein pädagogisches Programm angeboten. Aber vielen Zentren fehlt es an ausreichendem didaktischen Material für die pädagogische Betreuung, so dass das Zusammenspiel von physischer und kognitiver Förderung, wie von den Zentren nach dem holistischen Prinzip anvisiert, nicht gewährleistet ist. Die Feststellung dieses Mangels führte zum Konzept der Entwicklung eines kostenfreien Vorschulprogramms.

Abstract. Mit der für den Vorschulbereich adaptierten Matrix des formativen Evaluierungsverfahrens des Schulcurriculum Tryouts findet in einem Modellprojekt die Entwicklung und Evaluierung eines nach dem Prinzip der Kostenfreiheit gestalteten pädagogischen Programms statt.

Ausgerichtet ist es auf die vor der Einschulung stehenden, an Mangel- und Unterernährung leidenden Risikokinder in Kinderspeisungszentren Nicaraguas, den Early Childhood Care and Development (ECCD)-Zentren.

Evaluierungsergebnisse: 
Laboratory Tryout: Ein kostenfreies, singulär an Spielen orientiertes Programm, das kognitive, psychoziale, psychomotorische und kreative Förderkomponenten einschließt, wird mehrheitlich von den Kindern abgelehnt. Intrinsische Motivation zum Erlernen der Kulturtechniken Schreiben und Lesen sowie an sachorientierter Wissenserweiterung bestimmt das leitende Interesse der Kinder stärker als die Hinwendung zum Spiel.  
Pilot Tryout: Ein themenorientiertes Programm mit aus Natur- und Recyclingmaterialien gestalteten didaktischen Elementen und Werkanleitungen sowie mit Lied- und Spielkomponenten befriedigt die Lernfreude der Kinder, womit für den Bereich der ECCD-Förderung in der Dritten Welt die neueren Forschungsergebnisse bekräftigt werden, die nachweisen, dass anspruchsvolle Themen, die gemeinhin der Grundschule vorbehalten sind, von der Mehrheit der Vorschulkinder interessiert aufgenommen werden. Das Programm erweist sich als geeignet, kostenfrei das Kompetenzniveau der Kinder den Anforderungen des nicaraguanischen Syllabus des letzten Vorschuljahres vor der Einschulung anzunähern und somit präventiv zur Minderung der Schulabbruchrate in der Primarschule einen Beitrag zu leisten. 
Field Tryout: Laienerzieher/innen und Supervisoren/innen aus verschiedenen Landesteilen Nicaruagas erkennen nach Erprobung des Programms die kreativen und ökonomischen Vorteile des kostenfreien Programms an und zeigen Bereitschaft zu seiner Verwendung, trotz einem hiermit verbundenen erhöhtem Arbeitsaufwand. Dem auf dem Programm basierenden Handbuch wird in einer getrennten Befragung einfache Lesbarkeit und Benutzerfreundlichkeit zugesprochen.  
Ausblick: Mit dem kostenfreien Programm kann der durch konstanten Mangel an didaktischen Materialien eingeschränkten pädagogischen Förderung der Kinder in ECCD-Zentren entgegengewirkt werden. Eine Ausweitung des Programms auf die erste und zweite Vorschulstufe würde dem internationalen Konsens zur holistischen Früh- und Vorschulförderung entgegenkommen, und eine Verbreitung des Programms ist in adaptierten Formen über die Grenzen Nicaraguas hinaus denkbar.

 [ #FREIHANDbuch ]

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INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung  5
Teil I Konzeptionelle Prämissen.. 8
1 Forschungsansatz  8
1.1 Methodische Anmerkungen  8
1.2 Definitionen  9
1.2.1 Dritte Welt Land  9
1.2.2 Armutsbegriff  11
1.2.3 Formale und nonformale Grundbildung  12
1.2.4 Nicaraguanische Termini  13
1.3 Matrix der Curriculumentwicklung und -evaluierung  15
1.3.1 Prinzip der ECCD-Curriculumentwicklung und -evaluierung 15
1.3.2 Prinzip des Curriculum Tryouts nach Lewy  18
1.3.3 Parallelen der Verfahren  19
1.4 Adaption des Curriculum Tryouts an das Projekt-Tryout  20
1.4.1 Adaption der Tryout Stufen  20
1.4.2 Adaption der Evaluierungsverfahren  24
1.4.2.1 Performance Data - Leistungsdaten  24
1.4.2.2 Observational Data - Beobachtungsdaten  24
1.4.2.3 Judgmental Data - Beurteilungsdaten  27
2 Early Childhood Care and Development (ECCD) –
 Holistische Früh- und Vorschulförderung  29
2.1 Grundzüge holistischer Förderung  29
2.2 Zielgruppe Risikokinder  30
2.3 Zusammenhang zwischen Zusatzernährung und Lernerfolg  31
2.4 Low Cost ECCD-Programme ……………………………………..……….…… 32
2.4.1 ECCD-Genese …………………………………….. 32
2.4.2 Internationale Beispiele  33
3 Projektland Nicaragua  37
3.1 Politik und ihre Auswirkungen …………………………………. 37
3.2 Wirtschaftliche und soziale Kernprobleme und Perspektiven  41
3.2.1 Kernprobleme  42
3.2.2 Perspektiven  43
3.3 Bildung  45
3.3.1 Abriss sandinistischer Bildungspolitik  45
3.3.2 Abriss neoliberaler Bildungspolitik  47
3.3.2.1 Gesamtproblematik  47
3.3.2.2 Grundbildung  51
3.3.2.3 Subsektor nonformale Frühförderung und Vorschulerziehung  57
2
Teil II Curriculum Tryout des Spiel- und Lernprogramms ohne Kosten 61
1 Pretryout Stage - Vorbereitungsstufe  61
1.1 Outline of the Course - Projektverlaufsplanung  61
1.2 Teambildung  62
1.3 Projekt-Comedor infantil Villa Austria  63
1.3.1 Organisatorische Struktur  64
1.3.2 Zeitstruktur
1.3.3 Aufgaben 65
1.3.4 Pädagogischer IST-Zustand  67
1.3.4.1 Educadoras 67
1.3.4.2 Kinder  68
1.3.4.3 Spielbedingungen  69
1.3.4.4 Beschäftigungsverlauf  70
1.3.5 Pädagogischer SOLL-Zustand  71
1.4 Definition of Programme Objectives - Definition der Programmziele  72
1.5 Selection of Contents and First Instructional Material - Inhaltswahl und erste Materialgestaltung  74
1.5.1 Auswahlprinzip  74
1.5.2 Spielrepertoire 75
1.5.3 Liedrepertoire 77
1.5.4 Werkrepertoire 78
1.6 Types of Learning Activities - Lehr- und Lernmethode 78
2 Laboratory Tryout - Teilversuch  81
2.1 Setting  81
2.2 Evaluierungsergebnisse  82
2.2.1 Gruppendynamische Reaktionen auf das Projekt  83
2.2.2 Reaktionen auf das Spielprogramm  86
2.3 Schlussfolgerungen  88
2.4 Tentative Kit - Modifizierte Versuchsversion des Programms  88
2.4.1 Erweiterte Programmziele  89
2.4.2 Themenorientierte Inhalts- und Materialgestaltung  90
2.4.3 Erweiterte Lehr- und Lernmethode  95
3 Pilot Tryout - Vorversuch 96
3.1 Setting  96
3.2 Evaluierungsergebnisse  100
3.2.1 Anforderungsprofil an das Programm  100
3.2.2 Akzeptanz des Programms  102
3.3 Schlussfolgerungen  105
3.4 Revised Version - Revidierte Version des Programms  106
 3.4.1 Themeneinheit: Aprendizaje - Grundwissen  107
 3.4.2 Themeneinheit: Lenguaje - Sprachförderung  108
 3.4.3 Themeneinheit: Familia y Comunidad - Familie und Gemeinschaft  113
 3.4.4 Themeneinheit: Educación vial – Verkehrserziehung  113
3.4.5 Themeneinheit: Educación ambiental y Ciencias -
 Umwelterziehung und Sachkunde  116
3
3.4.6 Themeneinheit: Cuerpo e Higiene - Körper- und Hygieneerziehung  118
3.4.7 Themeneinheit: Fiestas y Juegos divertidos - Feste und Spiele  119
4 Field Tryout - Feldversuch 120
4.1 Setting  120
4.2 Evaluierungsmodul 1
 Beurteilung des Spiel- und Lernprogramms ohne Kosten  122
4.2.1 Setting  122
4.2.2 Evaluierung  123
4.2.2.1 Merits - Vorzüge der Arbeit mit Natur- und Recyclingmaterial  123
4.2.2.2 Ergebnis  123
4.2.2.3 Efficiency - Effizienz des Programms  125
4.2.2.4 Ergebnis  126
4.2.2.5 Exportability - Verbreitbarkeit des Programms  128
4.2.2.6 Ergebnis  128
 4.2.3 Zusammenfassung  129
 4.3 Evaluierungsmodul 2
 Verfügbarkeit des Natur- und Recyclingmaterials  130
4.3.1 Setting  130
4.3.2 Evaluierung  131
4.3.3 Ergebnis 133
4.4 Evaluierungsmodul 3
 Beurteilung des Handbuchentwurfs  135
4.4.1 Das Handbuch  135
4.4.2 Setting  137
4.4.3 Evaluierung  138
4.4.3.1 Frage 1: Organisation der Inhalte  138
 4.4.3.2 Ergebnis  138
 4.4.3.3 Frage 2: Vollständigkeit des Inhalts  139
 4.4.3.4 Ergebnis  139
 4.4.3.5 Fragen 3 u. 4: Relation Text/Illustration; Fotomaterial  140
 4.4.3.6 Ergebnis  140
 4.4.3.7 Frage 5: Lesbarkeit  141
 4.4.3.8 Ergebnis  141
 4.4.3.9 Frage 6: Zugang zum Kassettenrecorder  141
 4.4.3.10 Ergebnis  142
 4.4.3.11 Frage 7: Gesamturteil zum Handbuch  142
 4.4.3.12 Ergebnisse  143
 4.5 Endfassung des Handbuchs  145
5 Implementation of the New Programme – Einführung des neuen Programms 147
Abkürzungsverzeichnis  153
Bibliografie  156
Websites  173
Anhang 1  176
Anhang 2
Anhang 3..
Anhang 4..
Anhang 5..
Band 2 Handbuch SIN COSTO ALGUNO APRENDER Y JUGAR