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Freitag, 8. September 2023

[ #Digitalisat ] Brahms digital: Brahms-Autografen via Internet zugänglich


[Retrodigitalisat] Rund 20 000 Musikhandschriften und Briefe des Komponisten Johannes Brahms sind via Internet in digitalisierter Form ab sofort zugänglich. Die hochwertige Qualität der Digitalisate lässt für editorische und publizistische Zwecke keine Wünsche offen. Die Digitalisate liegen in einer Auflösung von 1.200 dpi (Fotos) bzw. 400 dpi (Autographe, Briefe, Drucke etc.) als RGB-Tifs vor und sind bereits sorgfältig freigestellt, um die graphische Weiterverarbeitung zu erleichtern. Die Präsentation erfolgt über datenbank- und serverunabhängige HTML-Galerien, für die lediglich ein Browser und Java Script notwendig sind.

Auch die besonders kostbaren Herzstücke der renommierten Lübecker Sammlung können nun weltweit abgerufen werden, unter anderem die Musikhandschriften und Briefe des Komponisten oder sein Adressbüchlein. Hinzu kommen rund 55 Stichvorlagen zu Brahms-Werken, die eigenhändige Eintragungen des Komponisten enthalten, ein Konvolut von mehr als 200 Konzertprogrammen der Brahms-Zeit sowie knapp 100 Notendrucke mit Brahms gewidmeten Kompositionen. Zahlreiche Albumblätter und Musikmanuskripte aus dem Brahms-Umfeld ergänzen die digitale Kollektion.

Brahms-Institut. Das Brahms-Institut hatte bereits 2003 seinen umfangreichen Fotobestand digitalisiert, der überwiegend aus dem Brahms-Nachlass stammt. 2006 folgten mit dem Digitalen Notenschrank die kompletten Erst- und Frühdrucke der Werke von Brahms mit über 11 000 Einzelseiten. Das Brahms-Institut hat mit derzeit über 20.000 online verfügbaren Digitalisaten auch in gestalterischer Hinsicht bei der Präsentation des Archivs neue Maßstäbe gesetzt.

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Donnerstag, 7. September 2023

[ #Digitalisat ] Bach Digital - Bach-Handschriften online


[Retrodigitalisat] Angesichts eines ungebrochen großen Interesses der Wissenschaft an den Autographen und anderen Originalquellen der Werke Johann Sebastian Bachs, sind diese in einer Digitalen Bibliothek mit dem Namen "Bach Digital" weltweit online zugänglich gemacht worden. 

Es handelt sich dabei um einen zentralen und sehr bedeutenden Quellenbestand für die musikwissenschaftliche Forschung, an dem seit Generationen musikphilologische Arbeitsweisen entwickelt und erprobt worden sind.

Nun ist nach jahrelanger intensiver Arbeit ist ein Webportal online, das Zugriff erlaubt auf die Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz, der Jagiellonischen Bibliothek Krakau, des Bach-Archivs Leipzig und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.

Work in Progress. Die meisten Werkautographe und Originalstimmen zu Bachs Werken, insgesamt über 90 Prozent der gesamten Überlieferung, befinden sich in Berlin, Leipzig, Dresden und Krakau. Im Moment sind etwa 40 Prozent des Bestandes von über 20'000 Seiten der 697 Handschriften eingearbeitet. Bis 2011 sollen die Bestände über das Webportal vollständig verfügbar sein.

Suche. Etwas ungewohnt ist der Zugang nur über die sehr fachliche Suchmaske, die auf dem ersten Blick dem interessierten Laien einen Einblick verwehrt. Für diejeigen, die weder Werktitel noch Werkverzeichnis Nr. auf Anhieb nennen können, können sich auch so einmal durch die Werke "browsen": Über die Suchmaske findet man Digitalisate der Autographe und Originalstimmen Johann Sebastian Bachs. Eine Recherche über die NICHT ausgefüllte Suchmaske liefert aber eine vollständige Liste der derzeit verfügbaren digitalisierten Autographe. Innerhalb dieses sich stetig erweiternden Bestandes kann man dann die Suche mittels der angebotenen Eingabefelder präzisieren.

Bach digital.  Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz , der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und des Bach-Archivs Leipzig. Es wird wesentlich von der DFG gefördert. In Bezug auf die Inhalte entstand die Datenbank auf der Grundlage des sogenannten Göttinger Bach-Katalogs (Freischaltung im Internet 2001) und setzt auf die freie Dokumenten- und Publikationslösung für digitale Inhalte MyCoRe. Diese ermöglicht die nachhaltige Speicherung der Daten und den unkomplizierten Austausch von Forschungsergebnissen durch XML-Technologien.


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Mittwoch, 16. August 2023

[ #Digitalisat ] Lassalle, Ferdinand: Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen, 1873

Symbolbild Forgotten Books

[Retrodigitalisat] Ferdinand Lassalle behauptet in seiner „Verteidigungsrede vor dem Königlichen Kammergericht zu Berlin", dass die kapitalistische Bourgeoisie die indirekten Steuern, wenn auch nicht erfunden,so doch zu einem „unerhörten System" entwickelt habe, um sich das Privileg der Steuerfreiheit zu sichern; die indirekte Steuer ist „das Instrument, durch welches die Bourgeoisie das Privilegium der Steuerfreiheit für das große Kapital verwirklicht und die Kosten des Staatswesens den ärmeren Klassen der Gesellschaft aufbürdet." Diese Streitschrift und diese Rede haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Ruf nach einer Verlagerung der Anteile des Gesamtsteueraufkommens von den indirekten zu den direkten Steuern im Namen der Gerechtigkeit  bis in unsere Zeit nicht verstummte.
  • Zwischenbemerkung Manchesterliberalismus. Ferdinand Lassalle entwickelte das Schmähwort Manchestertum zur Bezeichnung der deutschen Freihandelsbewegung. Dieses verwendete er erstmals 1863 in seiner Veröffentlichung Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klasse. Darin schrieb er, dass „unsere Nichts-als Freihändler, die Affen der Manchester-Männer, diese lächerlichen, die sich dünken Ökonomen zu sein“ seiner Ansicht nach dafür verantwortlich sind, dass der Staat (damals) sozialpolitisch passiv blieb und die Arbeiter ihrem Schicksal überließ. In der Folge übernahmen sowohl sozialdemokratische als auch konservative Autoren den Begriff Manchesterschule als Kampfbegriff.
Indirekte Steuern. Lassalle definiert die indirekten Steuern als solche, „die auf irgendwelche Bedürfnisse ... gelegt werden und die sehr häufig der einzelne in dem Preis der Dinge bezahlt, ohne zu wissen und zu merken, dass er jetzt steuert, dass es die Steuer ist, welche ihm den Preis der Dinge verteuert". Das Kriterium der indirekten Steuern ist somit, dass bestimmte Steuern in die Kostenrechnung der Betriebe eingehen und auf den Endverbraucher voll abgewälzt werden können. Die Ungerechtigkeit besteht also darin, dass jeder Verbraucher unabhängig von der Höhe seines Einkommens mit einem annähernd gleichen indirekten Steuerbetrag belastet wird. Die prozentuale Steuerbelastung ist somit bei kleinen Einkommen größer als bei höheren und bei kinderreichen Familien stärker als bei kinderlosen Ehepaaren oder Ledigen. Diese Wirkung der indirekten Steuern wird als „Regression" bezeichnet und wurde bis heute als anti-sozial angeprangert.


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Dienstag, 15. August 2023

[ #Digitalisat ] Die Pilze von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein (1905)


[Digitalisat] Eine historische Quelle zur Biodiversität in den Alpen.Die Digitalisierung liegt in verschiedenen Formaten vor. Ganz praktisch auch als Flip-Book.

The New York Botanical Garden (New York, NY) - Mitglied der Biodiversity Heritage Library hat das Werk "Die Pilze (Fungi) von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein (1905)" - Magnus, P. (Paul), 1844-1914 in ihrem Bestand und ist dieses Biodiversity-Dokument von ihr digitalisiert worden. Das Werk ist online lesbar und kostenlos zum Herunterladen.

Die Digitalisierung liegt in verschiedenen Formaten vor. Ganz bequem auch als Flip-Book, in dem man auf dem Bildschirm blättern kann wie im Original. Das Werk umfasst 716 Seiten! und steht bei archive.org kostenfrei zum Download bereit.

Biodiversity Heritage Library, ist ein Kooperationsprojekt von:

* American Museum of Natural History (New York, NY)
* The Field Museum (Chicago, IL)
* Harvard University Botany Libraries (Cambridge, MA)
* Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA)
* Marine Biological Laboratory / Woods Hole Oceanographic Institution (Woods Hole, MA)
* Missouri Botanical Garden (St. Louis, MO)
* Natural History Museum (London, UK)
* The New York Botanical Garden (New York, NY)
* Royal Botanic Gardens, Kew (Richmond, UK)
* Smithsonian Institution Libraries (Washington, DC)

Diese zehn wichtigem Bibliotheken, Naturhistorischer Museen, Botanischer Bibliotheken und Forschungsinstitutionen haben sich zusammengefunden, um das Biodiversity Heritage Library Project zu begründen. Die Gruppe entwickelt eine Strategie und einen Umsetzungsplan, um die publizierte einschlägige Literatur zur Biodiversität, die in ihren Sammlungen vorhanden ist, zu digitalisieren. Diese Literatur wird weltweit zugänglich sein. Mit Stand 27.06.2007 haben die zehn Mitgliedsbibliotheken der Biodiversity Heritage Library bereits mehr als 1,1 Millionen Seiten essentieller taxonomischer Literatur im Web verfügbar gemacht.

Die Biodiversity Heritage Library hat sich zwischenzeitlich zum Ziel gesetzt, ihre vorhandenen inhaltlichen Metadaten (Library of Congress Subject Headings (LCSH) mit Web 2.0 Technologien einzusetzen. Neben sogenannten Tagclouds für inhaltliche Aspekte werden auch die vorhandenen Geodaten in einer grafischen Suchoberfläche (Google Maps) umgesetzt.

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Sonntag, 16. Juli 2023

[ #Digitalisat ] Die verbreitetsten Alpenpflanzen von Bayern, Österreich und der Schweiz


[Digitalisat] Eine historische Quelle zur Biodiversität in den Alpen.


Die Biodiversity Heritage Library (BHL) hat das Werk "Die verbreitetsten Alpenpflanzen von Bayern, Österreich und der Schweiz" - von Gustav Hegi (1876-1932) in ihrem Bestand und ist dieses Biodiversity-Dokument von ihr digitalisiert worden. Das Buch über die Pflanzen und Blumen der Alpen mit sehr schönen Abbildungen ist online lesbar und kann kostenlos herunter geladen werden.

Flip & Suche. Die Digitalisierung liegt in verschiedenen Formaten vor. Ganz bequem auch als Flip-Book, in dem man auf dem Bildschirm blättern kann, fast wie im Originalbuch. Das Werk steht bei archive.org kostenfrei zum Download bereit und kann mit der Suchfunktion (Adobe, PDF) auch sehr bequem durchsucht werden, was das zeitraubende Suchen nach dem Sachregister erspart.

Vorarlberg. In einer Reihe von Fällen wird auch Vorarlberg als Standort genannt. So etwa bei der Alpenmannstreu (Eryngium alpinum), einer äußerst seltenen, auffällig schöne Distel in Hochstaudenfluren der Alpen. So gibt es in Österreich neben den Vorarlberger Vorkommen nur noch in Kärnten weitere Bestände. Dies galt übrigens schon in dem hier digitalisierten Buch (Vorarlberg und Krain). Im Gamperdonatal bildet diese Distel in zwei Hochstaudenbeständen, zusammen mit weiteren prächtigen Arten wie der Feuerlilie, dem Türkenbund, der Alpenscharte und dem Eisenhut, bunte Fluren. Die für NATURA 2000 nominierten Flächen im Gamperdonatal decken den Hauptbestand dieses Vorkommens in Vorarlberg ab. Da die Hochstaudenfluren einen natürlichen Vegetationstyp darstellen sind derzeit keine besonderen Maßnahmen für den Erhalt dieser seltenen Vorkommen nötig. Die Flächen dürfen ohnedies nicht durch bauliche Maßnahmen beeinträchtigt werden.

Gustav Hegi (* 13. November 1876  in Rickenbach, Kanton Zürich; † 23. April 1932  in Goldbach, Gemeinde Küsnacht, Kanton Zürich) war ein Schweizer  Botaniker. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Winterthur studierte er an der Universität Zürich Botanik. Er promovierte 1900 an der Universität Zürich und war von 1902 bis 1908 Kustos am Botanischen Garten München. Er habilitierte sich 1905 in München. Von 1910 bis 1926 war er außerordentlicher Professor für Botanik an der Universität München sowie Schweizer Konsul von 1910 bis 1920 bzw. Generalkonsul von 1920 bis 1926 in München.

Biodiversity Heritage Library (BHL), ist ein Kooperationsprojekt von:
    * American Museum of Natural History (New York, NY)
    * The Field Museum (Chicago, IL)
    * Harvard University Botany Libraries (Cambridge, MA)
    * Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA)
    * Marine Biological Laboratory / Woods Hole Oceanographic Institution (Woods Hole, MA)
    * Missouri Botanical Garden (St. Louis, MO)
    * Natural History Museum (London, UK)
    * The New York Botanical Garden (New York, NY)
    * Royal Botanic Gardens, Kew (Richmond, UK)
    * Smithsonian Institution Libraries (Washington, DC)

Diese zehn wichtigem Bibliotheken, Naturhistorischer Museen, Botanischer Bibliotheken und Forschungsinstitutionen haben sich zusammengefunden, um das Biodiversity Heritage Library Project zu begründen. Die Gruppe entwickelt eine Strategie und einen Umsetzungsplan, um die publizierte einschlägige Literatur zur Biodiversität, die in ihren Sammlungen vorhanden ist, zu digitalisieren. Diese Literatur wird weltweit zugänglich sein.

BHL-Europe. Biodiversity Heritage Library for Europe (BHL-Europe) ist ein EU-Projekt zur Koordinierung von Digitalisierung von Literatur zum Thema Artenvielfalt/Biodiversität. BHL-Europe wurde im Mai 2009 in Berlin ins Leben gerufen und versteht sich als europäisches Partnerprojekt der Biodiversity Heritage Library (BHL).


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Donnerstag, 6. Juli 2023

[ #Digitalisat ] Ambraser Liederbuch


Das nach seinem Auffindungsort benannte "Ambraser Liederbuch" (1582) enthält die Texte von 262 weltlichen Liedern, meist Liebesliedern, aber auch historischen Liedern und nicht zuletzt von "Innsbruck ich muß dich lassen" (Nr. 188), teils auf ihre "eigne Weis", teils "im Thon" von damals allgemein bekannten Liedern.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!


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Samstag, 1. Juli 2023

[ #eLexika ] Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich

[Retrodigitalisat] Das von Constantin von Wurzbach in den Jahren 1856 bis 1891 zusammengestellte Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich enthält in sechzig Bänden biographische Informationen zu 24.254 Personen, die mit der Geschichte der Habsburgermonarchie in Zusammenhang stehen und ist digitalisiert im Web.

Constantin Wurzbach. Lexikograf und Schriftsteller. Seit 1854: Constantin Wurzbach Edler von Tannenberg; seit 1874: Constantin Wurzbach Ritter von Tannenberg; (geb. Laibach, Krain, heute Ljubljana, Slowenien, am 11. April 1818; gest. Berchtesgaden, Bayern, am 17. August 1893)

Der Sohn eines Advokaten, publizierte bereits als Gymnasiast in Laibach in verschiedenen Zeitschriften. Er studierte 1835 bis 1837 Rechtswissenschaft an der Universität Graz (Steiermark), wo er auch gute Kontakte zu den dortigen Schriftstellern unterhielt. 1837 bis 1843 war er beim Militär – zuletzt im Rang eines Unterleutnants der Infanterie – in Krakau (seit 1838 Galizien; Kraków, Polen) und seit 1841 in Lemberg (Galizien; L’viv / Львів, Ukraine). Daneben studierte er seit 1841 Philosophie an der Universität Lemberg, wo er 1843 zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) promoviert wurde. 1843 trat er vom Armee- in den Zivildienst über und wurde Skriptor (wissenschaftlicher Beamter) an der Universitätsbibliothek in Lemberg. 1847 bis 1848 war er Redakteur der »Gazeta Lwówska« (Lwów [L’viv / Львів]; Lemberger Zeitung) und Vertrauter des Gouverneurs von Galizien Franz Grafen Stadion (1806–1853).

1848 übersiedelte Wurzbach nach Wien, wo er Bibliothekar an der kaiserlichen Hofbibliothek wurde, blieb aber weiterhin de facto für Franz Grafen Stadion tätig, der mittlerweile Innenminister in Wien war. 1849 wurde Wurzbach Bibliothekar (eigentlich Vorstand) der Administrativen Bibliothek des Ministeriums des Innern in Wien, zuletzt im Rang eines k(aiserlich) k(öniglichen) Hof- und Regierungsrats. 1874 wurde er zwecks Vollendung seines sechzigbändigen »Biographischen Lexikons des Kaiserthums Österreich« (1856–1891; enthält 24.254 Biographien) dienstfrei gestellt (1891 pensioniert) und lebte seither in Berchtesgaden (Bayern).

Constantin von Wurzbach, der auch als Lyriker und Prosaist hervortrat, gilt heute als der bedeutendste lexikografische Biograf des Kaisertums Österreich. Am 18. August 1893 starb er in seinem Wohnhaus in Berchtesgaden. Dem Grabstein  wurde jedoch nicht jene Inschrift verpasst, die  Wurzbach in seinem Testament vom 23. März 1887 ausgesprochen hat: Es möge auf seinem Grabstein eine ein Buch zernagende Maus eingemeißelt werden mit der Inschrift:

        Ein Mäuschen ohne alle Stärke
        bezwingt das größte aller Werke.

Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich. Das Werk enthält 24.254 Biographien, davon 21.406 von in den verschiedenen Kronländern des Kaiserstaates Geborenen, 1.129 von in Österreich "denkwürdig"gewordenen Ausländern und 1.719 von im Ausland denkwürdig gewordenen Österreichern. Dazu kommen 347 Stammtafeln.

Welchen Wert hat ein solches Lexikon heute noch über den wenig verdienstvollen, dass es selber Teil der Geschichte geworden ist? Suchen wir einen Vorarlberger im Lexikon und vergleichen die Angaben mit unserem heutigen Wissen. Auch wenn das Werk 24.254 Biographien enthält, dann muss es schon ein ganz "großer" Vorarlberger sein, wenn er sich unter den unbestreitbaren Größen in den verschiedenen Kronländern des Kaiserstaates behaupten muss. Im Band 40 haben wir einen solchen gefunden: Salomon Sulzer

Wurzbachs Verdienste um das Bibliothekswesen: Er entwarf die Instruktion für den Bibliotheksdienst, er ordnete und katalogisierte die durch die Pflichtexemplare rasch anwachsenden Bestände  der kaiserlichen Hofbibliothek , er baute die an Umfang und Vollständigkeit als einzigartig bezeichnete Sammlung von Flugschriften und Plakaten aus 1848/49 aus. Seinem ausgeprägten Hang zum Sammeln und Ordnen kamen auch seine aus der Bibliotheksarbeit erwachsenen bibliographischen Publikationsreihen entgegen: Die für 1853-1855 erschienene "Bibliographisch-statistische Übersicht der Literatur des östreichischen Kaiserstaates" etwa begründete die Literaturstatistik in Österreich; ihre bahnbrechende Bedeutung für Europa wurde auf internationalen statistischen Kongressen anerkannt.

Das Lexikon auch heute noch zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel historischer und kulturhistorischer Forschung, als eine Art Steinbruch der Biographik, sei es in den Werks- und Quellenverzeichnissen, sei es in den Mitteilungen von biographischen Fakten und Tatsachen. Auch wenn seine Schwächen nicht übersehen werden sollten (Wurzbach ist auf wenigen Gebieten Fachmann, sicher nicht auf den Gebieten Naturwissenschaft, Technik, Industrie und das Problem seines politischen Standpunkts:  Wurzbach hat alle Habsburger jedoch nur einen einzigen Sozialisten aufgenommen hat, nämlich Milan Subaríc mit der Berufsbezeichnung "sozialistischer Wanderprediger") darf doch bemerkt werden, dass die Leistung dieses Lexikons nach heutigen Vorstellungen für einen Einzelnen eine geradezu unvorstellbare Leistung ist.

Wie er das zustande gebracht hat, sagt er selbst: "Ordnung war das Hauptgeheimnis meiner Arbeit. Was ich las, notierte ich und brachte es in alphabetische Ordnung ... Dabei war ich nie müßig, ich schlief wenig. Morgens um 7 Uhr war ich bei der Arbeit und arbeitete in der Regel bis 2 Uhr; dann nahm ich ein Mittagmahl und trank nie Wein, machte nie ein Mittagsschläfchen; mir tat es um die Zeit leid, lebte überhaupt sehr mäßig. Abends um 9 Uhr bis halb 12 Uhr bereitete ich mich für die Arbeit des nächsten Morgens vor, so daß ich ganz vorbereitet zum Arbeitspult kam und mich bald mit den Quellen, die oft freilich einen, auch zwei und drei große Tische bedeckten, zurechtfand."


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Band 1A - Blumenthal1856http://www.literature.at/alo?objid=12537
Band 2Bninski - Cordova1857http://www.literature.at/alo?objid=11806
Band 3Cöremans - Eger1858http://www.literature.at/alo?objid=11807
Band 4Egervari - Fürchs1858http://www.literature.at/alo?objid=11808
Band 5Fürger - Gsellhofer1859http://www.literature.at/alo?objid=11809
Band 6Guadagni - Habsburg1860http://www.literature.at/alo?objid=11804
Band 7Habsburg - Hartlieb1861http://www.literature.at/alo?objid=11810
Band 8Hartmann - Henser1862http://www.literature.at/alo?objid=11811
Band 9Hibler - Hysel1863http://www.literature.at/alo?objid=11812
Band 10Jablonowski - Karolina1863http://www.literature.at/alo?objid=11813
Band 11Karolyi - Kiwisch1864http://www.literature.at/alo?objid=11814
Band 12Klacel - Korzistka1864http://www.literature.at/alo?objid=11815
Band 13Kosarek - Lagkner1865http://www.literature.at/alo?objid=11816
Band 14Laicharding - Lenzi1865http://www.literature.at/alo?objid=11636
Band 15Leon - Lomeni1866http://www.literature.at/alo?objid=11770
Band 16Londonia - Marlow1867http://www.literature.at/alo?objid=11769
Band 17Maroevic - Meszleny1867http://www.literature.at/alo?objid=11639
Band 18Metastasio - Molitor1868http://www.literature.at/alo?objid=11640
Band 19Moll - Mysliveczek1868http://www.literature.at/alo?objid=11771
Band 20Nabielak - Odelga1869http://www.literature.at/alo?objid=11772
Band 21O ‹Donell - Perenyi1870http://www.literature.at/alo?objid=11773
Band 22Pergen - Podhradsky1870http://www.literature.at/alo?objid=11774
Band 23Podlaha - Prokesch1872http://www.literature.at/alo?objid=12538
Band 24Prokop - Raschdorf1872http://www.literature.at/alo?objid=12539
Band 25Rasner - Rhederer1868http://www.literature.at/alo?objid=12904
Band 26Rheden - Rosenauer1874http://www.literature.at/alo?objid=11775
Band 27Rosenberg - Rzikomsky1874http://www.literature.at/alo?objid=11776
Band 28Saal - Sawiczewski1874http://www.literature.at/alo?objid=11777
Band 29Sar - Schimpf1875http://www.literature.at/alo?objid=11778
Band 30Schindler - Schmuzer1875http://www.literature.at/alo?objid=11779
Band 31Schnabel - Schrötter1876http://www.literature.at/alo?objid=12540
Band 32Schrötter - Schwicker1876http://www.literature.at/alo?objid=11780
Band 33Schwarzenberg - Seidl1877http://www.literature.at/alo?objid=11781
Band 34Seidl - Sina1879http://www.literature.at/alo?objid=11782
Band 35Sincacher - Sonnenthal1877http://www.literature.at/alo?objid=11783
Band 36Sonnklar - Stadelmann1878http://www.literature.at/alo?objid=11784
Band 37Stadion - Stegmayer1878http://www.literature.at/alo?objid=11785
Band 38Stehlik - Stietka1879http://www.literature.at/alo?objid=11786
Band 39Stifft - Streel1879http://www.literature.at/alo?objid=11805
Band 40Streeruwitz - Suszncki1880http://www.literature.at/alo?objid=11641
Band 41Susil - Szeder1880http://www.literature.at/alo?objid=11642
Band 42Szedler - Taasse1880http://www.literature.at/alo?objid=11643
Band 43Tabacchi - Terklau1881http://www.literature.at/alo?objid=11644
Band 44Terlago Thürmer1882http://www.literature.at/alo?objid=11646
Band 45Thugut - Török1882http://www.literature.at/alo?objid=11664
Band 46Toffoli - Traubenburg1882http://www.literature.at/alo?objid=11665
Band 47Traubenfeld - Trzes1883http://www.literature.at/alo?objid=11668
Band 48Trzetrzewinsky - Ullepitsch1883http://www.literature.at/alo?objid=11707
Band 49Ullik - Vassimon1884http://www.literature.at/alo?objid=11708
Band 50Vastag - Villani1884http://www.literature.at/alo?objid=11709
Band 51Villata - Vrbna1885http://www.literature.at/alo?objid=11710
Band 52Vrcevic - Wallner1885http://www.literature.at/alo?objid=11711
Band 53Wallnöfer - Weigelsperg1886http://www.literature.at/alo?objid=11712
Band 54Weil - Weninger1886http://www.literature.at/alo?objid=11713
Band 55Weninger - Wied1887http://www.literature.at/alo?objid=11714
Band 56Wiedemann - Widisch1888http://www.literature.at/alo?objid=11715
Band 57Windischgrätz - Wolf1889http://www.literature.at/alo?objid=12541
Band 58Wolf - Wurmbrand1889http://www.literature.at/alo?objid=12542
Band 59Wurmser - Zhuber1890http://www.literature.at/alo?objid=12543
Band 60Zichy - Zyka1891http://www.literature.at/alo?objid=12544