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Donnerstag, 16. Juni 2022

[ #Digitalisat ] Cesare Ripa: Iconologia


Einer der bekanntesten und humanistisch gebildeten Ikonographen war Cesare Ripa, der Herausgeber eines der maßgeblichen Nachschlagewerke für die Bildung von Allegorien. Seine "lconologia" erschien zuerst noch unbebildert  (1593) und 1603 erstmals mit Illustrationen und wird bis heute in der Emblemforschung verwendet.

Musterbuch. In alphabetischer Reihenfolge waren in diesem Buch Begriffe aus dem Bereich der Tugenden und Laster, der menschlichen Affekte und Leidenschaften gesammelt. Man sieht jeweils eine Personifikation des Begriffs im Vordergrund des Kupferstichs – im Hintergrund eine Szene aus der Geschichte oder Mythologie, bei der der jeweilige Begriff eine relevante Rolle spielt. Erklärt ist diese Szene in einem kurzen lateinischen Text über dem Bild.  

Sinnbilder. In einer Anleitung erklärt Ripa sein System: Da die Sinnbilder Eigenschaften von Menschen wiedergeben sollten, müßten diese auch als menschliche Figuren dargestellt werden. Die Personifizierung der abstrakten Begriffe ergibt sich also - in Anlehnung an antike Philosophen - aus einem Analogieschluß. Zur individuellen Charakterisierung einzelner Allegorien solle man deren "Disposition" und "Qualität" beachten. Die "Disposition" sei die Wiedergabe eines psychischen Affektes, so daß die Figur durch Mimik und Gestik einen bestimmten Ausdruck erhalte. Als "Qualität" einer Figur nennt er z.B. deren Alter und ihre Proportionen. Weiterhin sollten die Sinnbilder durch Attribute so ausgestaltet werden, daß der darzustellende Begriff eindeutig zu erkennen sei. Diese Eindeutigkeit war eine zentrale Forderung Ripas, nach der er die künstlerische Qualität eines Werkes bemaß. Die zahlreichen Neuauflagen der "lconologia", besonders während des 17. Jahrhunderts, sind Beleg für den außerordentlichen Erfolg solcher Nachschlagewerk.

Cesare Ripa. Ripa (* um 1555 in Perugia; † 1622 vermutlich in Rom) war ein italienischer Ikonograph. Sein wichtigstes Werk ist die Iconologia (1593), ein ikonografisches Handbuch mythologischer und allegorischer Figuren und deren Attribute. 1603 erschien eine illustrierte Fassung. Es wurde zum unersetzlichen Handbuch für die bildenden Künstler des Barock in ganz Europa. Zahlreiche Übersetzungen ins Französische (1644, 1766), Holländische (1644, 1699), Deutsche (1705, 1760) und Englische (1709, 1779) belegen die große Nachfrage. Text und Illustrationen der einzelnen Ausgaben variieren stark. Das Werk ist noch heute von Bedeutung für die Emblemforschung.



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Dienstag, 18. Mai 2021

[ #Digitalisat ] Anatomie: Andreas Vesalius digital


Eine wegweisende Digitalisierung der ersten neuzeitlichen Beschreibung und Illustration des gesamten menschlichen Körpers von Andreas Vesalius zeigt die Northwestern Universit. Vesalius war der Autor des ersten kompletten Lehrbuchs der menschlichen Anatomie "De Humanis Corporis Fabrica".

Vesalsche Skelett. Vesalius gab dem Studium der Anatomie an Hand von Sektionen menschlicher Leichen, die die durch Tiersektionen bedingten Fehler in der Anatomie Galens korrigieren konnte, eine neue Richtung, besonders durch sein Buch "De humani corporis fabrica" ("Über den Bau des menschlichen Körpers", 1543). Diese Schrift kennzeichnet den Beginn der modernen Anatomie. Das von Vesalius präparierte, so genannte Vesalsche Skelett ist das älteste Stück der anatomischen Sammlung in Basel. Es handelt sich dabei um die sterblichen Überreste des Verbrechers Jakob Karrer von Gebweiler, der 1543 zergliedert und präpariert wurde.

Zum Tode verurteilt. Andreas Vesalius (geboren 31. Dezember 1514 in Brüssel, gestorben 15. Oktober 1564 bei einem Schiffbruch nahe der griechischen Insel Zakynthos) studierte in Löwen und Paris, widmete sich besonders anatomischen Arbeiten. Während der Kriege zwischen Karl V. und Franz I. begleitete er die kaiserliche Armee als Arzt und Chirurg, wurde dann nacheinander Professor in Padua, Pisa, Bologna und Basel und 1544 erster Leibarzt Karls V., später Philipps II. Schon sein Vater war habsburgischer Leibapotheker.

1537 ging er an die Universität Padua und promovierte dort. In Anerkennung seiner hervorragenden Kenntnisse erhielt Vesalius vom venezianischen Senat einen fünfjährigen Zeitvertrag als Professor für Chirurgie mit Lehrverpflichtung zur Anatomie. In diesen fünf Jahren schuf Vesalius sein anatomisches Lebenswerk. Er hielt seit 1540 Vorträge über Anatomie in Basel.Bereits 1543 veröffentlichte Vesalius bei dem Basler Drucker Johannes Oporinus sein epochales Werk "De humani corporis fabrica". Darin vertrat er gegen die allgemeine Überzeugung die Einstellung, allein die menschliche Leiche sei als zuverlässiger Weg zur Erkenntnis des Körperbaus zulässig und erkannte als Erster, dass Galens Arbeiten zur Anatomie sich auf Tiere bezogen.

Darwin. Er entwickelte darin auch, sich dabei auf Plinius beziehend, eine Theorie der Abstammung des Menschen vom Affen über Pygmäen hin zum Menschen. Als Leibarzt lebte er meist in Madrid, wurde von der Inquisition als Zauberer zum Tode verurteilt, von Philipp II. aber zu einer Pilgerfahrt nach Jerusalem begnadigt. Auf der Rückreise erlitt er bei der Insel Zante Schiffbruch und ertrank.


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Donnerstag, 7. Juni 2018

[ #Digitalisat ] Horapollo / Pirckheimer / Dürer: Hieroglyphicon


Horapollo (Ὡραπόλλων) war ein im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert lebender spätantiker Philosoph. Unter dem gleichen Namen wird auch der Autor dieses Werk über ägyptische Hieroglyphen geführt, das uns als griechische Übersetzung eines Philippos, mit dem Namen Hieroglyphica, überliefert ist und ins 5. Jahrhundert datiert wird.

Hieroglyphica Horapollinis. Der Text der Hieroglyphica besteht aus zwei Büchern mit insgesamt 189 Erklärungen der Hieroglyphen. Das Werk mit dem griechischen Titel „Des Niloten Horapollon Hieroglyphika“ wurde erst 1419 auf der griechischen Insel Andros entdeckt.

Eine lateinische Übersetzung von Willibald Pirckheimer erschien im Jahre 1512, zu der Albrecht Dürer Illustrationen lieferte. Die Handschrift liegt in der Österreichischen Nationalbibliothek und steht als Retrodigitalisat online. Was dieses Werk, das ursprünglich auf Schloss Ambras in Innsbruck aufbewahrt wurde, so wertvoll macht, sind nicht so sehr die Symbole und Interpretationen (in Latein) sondern die zahlreichen kollorierten Federzeichnungen von Albrecht Dürer.

Willibald Pirckheimer. Willibald Pirckheimer (*4. Dezember 1470 in Eichstätt; †22. Dezember 1530 in Nürnberg) war ein Humanist sowie Freund Albrecht Dürers und Berater Kaiser Maximilians I. Er war Mitglied eines Kreises von Nürnberger Humanisten, dem auch Conrad Celtis, Sebald Schreyer und Hartmann Schedel, der Verfasser der Schedelschen Weltchronik, angehörten. Pirckheimer engagierte sich sich für Johannes Reuchlin und Martin Luther.

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Mittwoch, 1. März 2017

[ #eLexika ] Asterix von A bis Z

Die Abenteuer des kleinen Galliers Asterix und seines dicken Freundes Obelix haben inzwischen mehreren Schülergenerationen dazu verholfen, ihre Lateinkenntnisse und ihr historisches Wissen über die Römerzeit zu vertiefen.

Die pseudohistorische Handlung um Asterix, einen listigen Gallier in römischer Zeit, ist aber auch von satirischen Anspielungen auf die Gegenwart durchdrungen.

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