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Samstag, 12. August 2023

[ #Handbuch ] Interkulturelle Kompetenz: Japans Religion - Glossar und Webhandbuch


[eText/eLexika] Ein Web-Handbuch mit tollem Glossar zu den beiden Hauptreligionen Japans, Buddhismus und Shinto steht als "echter Lückenschluss" im Web. Es behandelt beide Religionen Japans in traditioneller als auch moderner Erscheinung ebenso wie die Überschneidungen, Verflechtungen und Trennlinien.


Der Autor.  Das Web-Handbuch "Religion in Japan" illustriert Religion in Japan aus jeweils unterschiedlichen thematischen Perspektiven. Buddhismus und Shinto erscheinen nicht als zwei hermetisch getrennte, konkurrierende Konfessionen sondern als ein vielschichtiges religiöses System. Herausgeber oder Betreiber der Website ist  die "Österreichische Akademie der Wissenschaften", dort das "Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens". "Religion in Japan" versteht sich als Einführung für Studenten der Japanologie oder der Religionswissenschaft sowie für alle an der japanischen Kultur Interessierten. Es bietet einen Einstieg in die wichtigsten thematischen Bereiche der verschiedenen religiösen Traditionen Japans und soll in zunehmenden Maße auch als Nachschlagewerk genutzt werden können. Autor ist der Japanologe und Mitarbeiter am Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Bernhard Scheid.

Grundbegriffe. Im Kapitel Grundbegriffe werden Buddhismus und Shinto anhand ihrer Grundwerte und ihrer wichtigsten geschichtlichen Fakten kurz skizziert. Dieses Kapitel ist eher theoretisch und textintensiv. Wer mehr an optischen Eindrücken interessiert ist, kann als Einstieg auch die beiden folgenden Kapitel wählen.

Tempel und Schrein. In den Kapiteln Was ist ein Schrein? und Was ist ein Tempel? werden die Religionen Japans dargestellt, wie sie sich den Augen des Japanbesuchers als erstes präsentieren: durch ihre Bauten. Dabei wird der Blick für die Unterschiede zwischen buddhistischen und shintoistischen Einrichtungen geschärft. Auch die jeweiligen Priester und Mönche werden kurz vorgestellt.

Religion heute in Japan. Das Kapitel Religion im modernen Leben geht der Frage nach, wie sich die beiden Religionen im Alltagsleben der modernen Japaner abwechseln und ergänzen. Es geht um alltägliche Schrein- und Tempelbesuche, religiöse Feste, Riten für Verstorbene, u.a.m.


Ikonographie. Das Kapitel Ikonographie bietet eine Einführung in die Welt der religiösen Statuen und Bilder Japans. Wie identifiziert man eine Buddha-Statue? Was ist ein Bodhisattva? Wie sehen Shinto Götter aus? Das sind die Fragen, um die es hier geht.

Mythen. Das Kapitel Mythen und Legenden vertieft und ergänzt die Ikonographie. Neben den klassischen Mythen des japanischen Altertums kommen auch Geister- und Jenseitsvorstellungen zur Sprache.

Religionsgeschichte. Die Religionsgeschichte behandelt die in den „Grund­begriffen“ ange­schnit­tenen Themen in chrono­logi­scher Reihen­folge. Das Kapitel beginnt mit der Ein­führung des Buddhis­mus in Japan (6. Jh.) und reicht bis zum Staats­shinto und den sog. Neuen Religi­onen im neun­zehnten und zwanzig­sten Jahr­hundert.

Lehren und Schriften. Das Kapitel Lehren und Schriften bietet einen Über­blick über die wichtig­sten religösen Lehren und ihre Quellen­texte. Neben Shinto und Buddhis­mus wird dabei auch die Lehre von Yin und Yang berück­sichtigt.

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Sonntag, 30. Juli 2023

[ #eText ] Tertullian: Über die Verschleierung der Jungfrauen

[Free eText] ... will ich nun auch in lateinischer Sprache den Beweis führen, dass sich unsere Jungfrauen von dem Zeitpunkt an, wo sie die Grenze dieser ihrer Alterstufe überschritten haben, verschleiern müssen. So fordert es die Wahrheit, gegen welche niemand eine Einrede erheben kann, nicht die Länge der Zeit, nicht Vergünstigungen von Personen, ...

Tertullian.  TERTULLIAN (Quintus Septimius Florens Tertullianus), latein. Kirchenschriftsteller des 2./3. Jhdts., der bedeutendste und innovativste lateinische Theologe vor Augustinus. Er ist einer der originellsten und bis auf Augustin der individuellste aller lateinischen Kirchenschriftsteller. Religiös entflammt, besaß er einen durchdringenden Verstand, hinreißende Beredsamkeit, stets schlagfertigen Witz und hervorragende Kenntnisse auf allen Gebieten. Dabei beherrschte er wie kein anderer die lateinische Sprache und gestaltete sie frei zu ganz neuen Formen.

Seine Schriften haben nächst der Vetus Latina und Vulgata auf das altchristliche Latein am meisten Einfluss geübt. Durch seinen scharfen, glänzenden Stil – und die Tatsache, dass er der erste Kirchenvater war, der auf Lateinisch schrieb – gilt er manchem als der Vater des Kirchenlateins. Fast alle seine Schriften sind Streitschriften. Mit derselben Bitterkeit, mit der er als Katholik das Verfahren der heidnischen Statthalter brandmarkte und die heidnische Religion überhaupt angriff und lächerlich machte, bekämpfte er später als Montanist die angebliche Laxheit der katholischen Kirche.

Montanismus. Tertullian setzte sich in seinen letzten Schriften Gegen Praxeas, Über das Fasten, Über die Einehe und Über die Keuschheit (ca. 211-217) für die strenge montanistische Ethik ein. (auch: phrygische Häresie bzw. Neue Prophetie als Selbstbenennung). Die Montanisten verstanden sich als eine christliche prophetische Bewegung seit der Mitte des 2. Jahrhunderts. Sie  glaubten, Offenbarungen des Heiligen Geistes zu besitzen, die ihrem Gründer Montanus angesichts des nahen Weltendes eingegeben worden seien. Ihre strenge Ethik war auf eine Erneuerung und Vervollkommnung der kirchlichen Lebensordnung (Martyrium, Ehe, Fasten, Buße) ausgerichtet. Die Bewegung wurde später als Häresie verurteilt.

Trinität. Auch wenn er in keiner der Kirchen als Heiliger verehrt wird und er wohl auch nicht als Priester wirkte, kommt ihm doch wesentliche Bedeutung in der Trinitätslehre zu: Er ist der erste im christlichen Kontext, bei dem der Begriff  Trinitas ("Dreifaltigkeit" Gottes)  greifbar wird. Tertullians theologische Begriffe und Formeln sind in späteren Auseinandersetzungen von Bedeutung: So nannte er Vater, Sohn, Heiligen Geist "drei Personen" (tres personae), die aber eine Einheit Gottes (una substantia) bilden. Christus sei wahrer Mensch und zugleich Gott. Demnach sei zwischen menschlichen und göttlichen Eigenschaften Christi zu unterscheiden: Sie seien zwar in der Person des Sohnes vereint, aber nicht vermischt.


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Samstag, 17. Juni 2023

[ #Digitalisat ] Reformrabbiner Abraham Kohn: Sechs Predigten in der Synagoge Hohenems


[Retrodigitalisat]
 Abraham Kohn (*1.1807 in Zalužan, Böhmen  †7.9.1848 in Lemberg, Galizien) wurde im böhmischen Zaluzany geboren. Von 1833 bis 1844 wirkt er als Rabbiner in Hohenems und wird 1837 Mitglied von Abraham Geigers liberalen "Verein jüdischer Gelehrter". Anfang September 1848 wird er in Lemberg tot aufgefunden: vergiftet.
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 [ #FREIHANDbuch ] 

Mittwoch, 17. Mai 2023

[ #FreeBook ] Pflanzen der Heiligen Bücher Bibel und Koran


Religion und Natur: Was haben aber Religionen mit dem Erhalt der Vielfalt und dem Naturschutz zu tun?

Die beiden größten Weltreligionen beziehen sich auf ihre offenbarten Heiligen Schriften: die Christen auf die Bibel, die Muslime auf den Koran.(Mit dem Judentum haben sie eine weitere fundamentale Gemeinsamkeit: sie beziehen sich alle auf ihren gemeinsamen Stammvater Abrahamoder Ibrahim (ابراهيم (und dessen einzigen Gott. Es sind die monotheistischen abrahamischen Religionen.

Für den Biologen ist schon der erste Vergleich dieser Schriften aufregend: die vermittelten Geschichten und Grundwerte sind erstaunlich übereinstimmend. Deshalb wagt ein
Nicht-Theologe eine Zusammenschau: Pflanzen der Heiligen Schriften Bibel und Koran – und welche Botschaften darin möglicherweise für den Erhalt der Schöpfung vermittelt werden.
Ist es denn ein Zufall, dass in den drei monotheistischen Weltreligionen das Paradies als Garten beschrieben ist? Der Garten Eden der Christen und der Juden, im Koran ist das Wort für Dschanna Paradies und bedeutet zugleich auch Garten. Eigentlich ist das leicht nachzuvollziehen, denn die drei Religionen sind vorwiegend in hitzeflimmernden Wüsten und
Halbwüsten entstanden: Die Vorstellung einer üppigen grünen Pflanzenwelt mit ausreichend Wasser ist wohl das Sinnbild eines Paradieses. Und in diesem Paradiesgarten lebten Adam und Eva – in Thora, Bibel und Koran. „Kleine Paradiese“ hat die große Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel ihr erstaunliches Buch über Blumen und Gärten im Islam genannt.

Pflanzen sind die Voraussetzung für unsere Existenz: dies können wir auch beinahe gleichlautend in der Schöpfungsgeschichte der Bibel und des Koran nachlesen. Juden, Christen und
Muslime glauben übereinstimmend, dass Gott zuerst die unbelebte Erde und danach die Pflanzenerschuf – erst danach kamen die Tiere und letztlich der Mensch. Diese Reihenfolge würde basierend auf molekularen DNA -Sequenzen ein moderner Evolutionsbiologe genauso sehen.

Und die Heiligen Bücher mahnen uns zu einem achtungsvollen Umgang mit der Vielfalt der Natur. Auch Klimawandel und Global Change sind nicht neu, Tsunamis und Hochwasser sind keine Erfindungen der letzten Jahrzehnte: die Sintflut und der rettende Noah finden sich in allen drei abrahamischen Religionen. Und damit der Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung.


 [ #FREIHANDbuch ] 

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt:
Inhalt  3
Pflanzen der Heiligen Bücher: Religion und Naturschutz? Eine Einführung 3
Die ökologische Krise der Welt – eine religiöse Herausforderung?  7
Die Vegetation zur Zeit von Jesus und Mohammad: Global Change in den Ländern der Bibel und des
Koran  11
Plants and Biodiversity in Islam 15
17 النباتات من منظور الإسلام
18  التنوع البيولو  القرآن
Plants of the Holy Bible and the Holy Qur’an 19
Pflanzen der heiligen Bücher – eine Auswahl  21
Bäume und Sträucher 21
Libanon-Zeder 22
Die Arche Noah نوح سفينة  24
Die Sieben Arten 25
Dattelpalme  26
Ölbaum  29
Feige 32
Weinrebe  34
Der Wein im Koran 36
Granatapfel  37
Platane. 40
Braut-Myrte  42
Johannisbrotbaum 44
Christdorn 46
Mandelbaum  48
Der Apfel - Baum der Erkenntnis? 50
Papyrus 52
Nutzpflanzen aus Feld und Garten 55
Weizen 56
Gerste 56
Emmer 56
Taumel-Lolch 59
Flachs 61
Linse 63
Dicke Bohne 63
Kichererbse 63
Küchenzwiebel 66
Lauch. 66
Knoblauch 66
Schwarzer Senf 68
Dill 68
Schwarzkümmel 68
Die Banane (arabisch Mouz, وزُ
72)
Blumen, Duft- und Räucherpflanzen 73
Weihrauch, Ebenholz und Elfenbein: die botanische Expedition der Pharaonin Hatschepsut in das
Land Punt 74
Weihrauch 76
Myrrhe 76
Balsambaum 76
Syrischer Ysop  79
Die Rose in Bibel und Koran: Das Problem der Übersetzungen und Zuordnung  81
Weiße Lilie 82
Aloë 84
Die Blumen des Feldes 87
Liste der wichtigsten in Bibel und Koran erwähnten Pflanzen89
Glossar100
Danksagung 102
Weiterführende Literatur 103
Autoren 106

Donnerstag, 11. Mai 2023

[ #Digitalisat ] De civitate Dei - Vom Gottesstaat


De civitate Dei (Vom Gottesstaat) ist eine von 413 bis 426 verfasste Schrift des Augustinus. Hintergrund war die Eroberung Roms durch die Westgoten Alarichs im Jahre (410). Die zu dieser Zeit unter den Christen verbreitete Gleichsetzung des christianisierten Römerreichs mit der Gottesherrschaft, wurde durch dieses Ereignis in Frage gestellt.

Aurelius Augustinus. (345-430) Er war eine der prägendsten Persönlichkeiten unter den frühen Kirchenvätern. Geboren als Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter in Numidien (Nordafrika), fand er erst nach längeren Irrungen unter dem Eindruck der Predigten des Bischofs Ambrosius von Mailand (um 340-397) zum Christentum. Nach einem dem Studium und der inneren Einkehr gewidmeten Leben, das ihn von Italien wieder zurück in seine nordafrikanische Heimat führte, wurde er zum Presbyter geweiht und schließlich zum Bischof von Hippo Regius in Nordafrika ernannt. Augustinus starb beim Angriff der Vandalen auf seine Stadt im Jahre 430.

Der Anlass für sein Hauptwerk "Über den Gottesstaat" war die Plünderung Roms durch das Gotenheer Alarichs und die in diesem Zusammenhang aufgeworfene Frage, ob nicht das Christentum am Fall Roms schuld sei, weil die Römer sich nach der Aufgabe der alten Götter zunehmend der neuen Religion hingegeben hätten. Augustinus tritt in den ersten fünf Büchern dieser Auffassung entgegen und sucht zu belegen, dass es Selbstsucht und Sittenlosigkeit gewesen seien, die den Untergang Roms herbeigeführt hätten. In den folgenden fünf Büchern handelt er von der Verwerflichkeit des Heidentums und der Unzulänglichkeit der alten Philosophie. Das Gottesreich selbst ist das Thema der letzten zwölf Bücher, in denen dem weltlichen Staat das Reich Gottes in Form der Kirche Christi gegenübergestellt wird. Mit dem Werk findet die christliche Kultur der Spätantike zum ersten Mal ihren philosophischen Ausdruck. Das augustinische Denken, das Streben nach Gotteserkenntnis und Gottesliebe hat die christliche Lehre bis zum Zeitalter der Scholastik entscheidend geprägt.

Der erste Ort, an dem in Italien Bücher gedruckt worden sind, war das Kloster Santa Scolastica in Subiaco. Hier stellten die beiden deutschen Kleriker Konrad Sweynheym († 1475) und Arnold Pannartz († um 1476) im Jahre 1464 ihre Druckpressen auf, vermutlich auf Vermittlung des deutschen Kardinals Nikolaus von Kues, der wünschte, dass die „heilige Kunst“ auch in Italien ausgeübt werde. Als ihr drittes Werk verließ die Abhandlung des Augustinus die Werkstatt. Die auffallend schönen, von Hand ausgemalten Initialen sind übrigens in verschiedenen Exemplaren des Drucks anzutreffen.


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        Donnerstag, 6. April 2023

        [ #FreeBook ] Reformation, Gegenreformation und katholische Reform in Vorarlberg


        Eine Diplomarbeit beleuchtet die Geschichte der Reformation, der Gegenreformation und der katholischen Reform in Vorarlberg vom 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts.  Ein Geschichtsbewusstsein, das erst kürzlich mit der Abschaffung des Karfreitags durch die ÖVP/FPO -Regierung als evangelischer Feiertag in Österreich eine tragische Auferstehung gefunden hat, der auch die Regierungsbeteiligung der Grünen nichts entgegensetzen wollte.

        Der Vorarlberger Gergely Csukás hat im Zuge seines Diplomstudiums "Evangelische Fachtheologie" eine für die Vorarlberger Geschichtsschreibung hervorragende Diplomarbeit an der Universität Wien geleistet und damit eine erhebliche Lücke gefüllt, auch wenn er bescheiden seine Arbeit nur als eine grundlegende Einführung zur weiteren Erforschung protestantischen Lebens in Vorarlberg zu verstehen will und Hinweise gibt, auf welchem Gebiet noch weiteres Material und Antworten hierfür zu finden wären.
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        Dienstag, 31. Januar 2023

        [ #Digitalisat ] Codex Sinaiticus - Digitalisiert online

        Codex Sinaiticus

        Ein Berg, nicht nur für Bergsteiger interessant.

        Die Geschichte von den zwei Tafeln oder den Zehn Geboten welche Moses auf dem Berg Sinai empfangen haben soll, bleibt selbst in religionsferneren Zeiten bekannt. Was jedoch ist das Buch vom Sinai? Der Codex Sinaiticus trägt seinen Namen nach dem Katharinenkloster auf dem Sinai, wo er viele Jahrhunderte lang aufbewahrt wurde. Der Name meint wörtlich "Das Buch vom Sinai".


        Der Berg Sinai. Das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster ist eines der ältesten Klöster der Christenheit. Gleichzeitig ist es ein Ort, wo sich jüdische, christliche und islamische Kulturgeschichte berühren. Durch seine isolierte Lage gehört das Katharinenkloster zu den wenigen Klöstern, die nie zerstört wurden. Beim Katharinenkloster am Fuße des Berges Sinai in rund 1585 Metern Höhe endet auch die reguläre Straße. Das heute griechisch-orthodoxe Katharinenkloster im Sinai in Ägypten wurde zwischen 548 und 565 gegründet. Es liegt am Fuße des Gebel Musa (Mosesberg). Von hier aus kann der 700 Höhenmeter überwindende und rund 2500 m lange Aufstieg nur noch zu Fuß oder per Kamel fortgesetzt werden. Der Berg ist 2228 m hoch und kann über zwei verschiedene Routen bestiegen werden. Entweder über einen Treppenpfad mit insgesamt rund 3750 Stufen oder über einen Kamelpfad, der länger aber weniger beschwerlich ist. Dieser Pfad trifft 750 Stufen unter dem Gipfel auf den Treppenpfad. Es ist üblich, den Berg nachts zu besteigen, so dass man vor Sonnenaufgang am Gipfel ist.

        Codex Sinaiticus. Beim Codex Sinaiticus handelt es sich um die älteste erhalten gebliebene Handschrift der Bibel mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass hier das Neue Testament vollständig vorliegt. Der Codex entstand in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Der handgeschriebene Text ist in (alt)griechischer Sprache verfasst. Er ist für die Rekonstruktion des ursprünglichen Textes der christlichen Bibel, für die Geschichte der biblischen Überlieferung und die Geschichte des Buches überhaupt bedeutend. Die Version des Neuen Testaments folgt der alten Gemeinsprache (koiné) und dem Alten Testament in der als „Septuaginta“ bekannten Fassung, die bei den frühen Griechisch sprechenden Christen verbreitet war. In der Handschrift finden sich sowohl zur Septuaginta wie zum Neuen Testament viele Anmerkungen, von frühen Schreibern, Redakteuren und Korrektoren.

        Digitalisierung. Der gesamte erhaltene Bestand des Codex Sinaiticus macht etwa 407 Blätter aus. Davon befinden sich 43 Blätter seit 1844 in der Universitätsbibliothek Leipzig, 347 Blätter seit 1933 in der British Library, 5 Fragmente in der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg und 12 fragmentarische Blätter und 14 kleinere Fragmente im Katharinen-Kloster auf dem Sinai. In Kooperation mit den anderen besitzenden Institutionen und mit ins Projekt eingebundenen Wissenschaftlern ist eine virtuelle Zusammenfügung aller erhaltenenen Blätter des Codex organisiert.


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        Donnerstag, 9. Juni 2022

        [ #eText ] Dokumente des II. Vatikanischen Konzils


        Das Zweite Vatikanische Konzil (1962/1965) war damals eine Sensation und bedeutete eine weltweite Wende und Veränderung des Erscheinungsbildes des Katholizismus. Diese Bischofsversammlung hatte der vermeintlich als Übergangspapst apostrophierte Johannes XXIII. (1958–1963) einberufen und hatte mit seiner Politik das „Aggiornamento“, die Modernisierung der Kirche, eingeläutet.

        Die einschneidenden Veränderungen, die das Konzil mit sich brachte, wurden von päpstlichen Enzykliken begleitet. Hierzu zählen die Sendschreiben Mater et Magistra (1961) und Pacem in terris (1993) von Johannes XXIII. Die Abkehr von offenem Antikommunismus, der Aufruf zu Frieden, Abrüstung und Beendigung des Kalten Krieges sowie die Verurteilung von Atomwaffen waren Kernpunkte der päpstlichen Botschaften. Den Problemen speziell der Dritten Welt widmete sich die Enzyklika „Populorum progressio” (1967) von Papst Paul VI., in der die Weltöffentlichkeit eine Zäsur in der Geschichte der Katholischen Kirche sah. Der Einfluss auf die Katholiken in Lateinamerika dauert bis heute an.

        Damit wurde weit mehr als nur die römisch-katholische Welt nachhaltig geprägt. Die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ stellte beispielsweise klar, dass bei „Fragen der Ordnung irdischer Dinge“ unter Christen unterschiedliche Meinungen vertreten sein könnten und niemand das Recht habe, ausschließlich für seine eigene Position kirchliche Autoritäten in Anspruch zu nehmen. Damit war auch ein erster und sehr wichtiger Schritt gegenüber der Arbeiterbewegung gesetzt, der zu eine fortschreitenden Entspannung führte.

        Das Konzil schuf (weltweit) die Voraussetzung für eine zeitgemäße Identifikation mit Liturgie und kirchlichem Leben. Kurz zusammengefasst kann man die äußeren Auswirkungen nachfolgend umschreiben: Gottesdienst in der Muttersprache, moderne Kirchenraumgestaltung nach den liturgischen Vorschriften des Konzils (etwa der „Volksaltar“) sowie die neue institutionelle Verankerung der Mitverantwortung der Christen. Das konziliare Gemeinschaftsverständnis erscheint neu, weil es von geschichtlicher Überfrachtung freigelegt wurde. Bemerkenswert sind auch die Bemühungen um die Ökumene.


         [FREIHANDbuch]  
        Konstitutionen
        • Dei Verbum
        • Lumen Gentium
        • Sacrosanctum Concilium
        • Gaudium et Spes
        Erklärungen
        • Gravissimum Educationis
        • Nostra Aetate
        • Dignitatis Humanae
        Verordnungen
        • Ad Gentes
        • Presbyterorum Ordinis
        • Apostolicam Actuositatem
        • Optatam Totius
        • Perfectae Caritatis
        • Christus Dominus
        • Unitatis Redintegratio
        • Orientalium Ecclesiarum
        • Inter Mirifica

        Mittwoch, 25. Mai 2022

        [ #Digitalisat ] Theodor Herzl: Der Judenstaat (1896)


        "Der Judenstaat" ist kein religöses Werk, hat jedoch das moderne Judentum maßgeblich verändert und ist ein Dokument der Weltgeschichte. Das nicht nur für die Geschichte des Staates Israel so entscheidende Programm verfasste der damals 36-jährige Herzl 1896 unter dem Eindruck des wachsenden Antisemitismus in Europa.

        "Wir sind ein Volk, ein Volk", hatte Theodor Herzl in seiner Schrift "Der Judenstaat" geschrieben, die ihn rasch zum populärsten Vertreter eines säkularen jüdischen Nationalismus gemacht hatte. Der Schriftsteller Stefan Zweig erinnert an die ungeheuerliche Wirkung des Buches "Der Judenstaat" in seinen Erinnerungen "Die Welt von Gestern":
        "Ohne es zu ahnen, hatte Herzl mit seiner Broschüre den unter der Asche der Fremde glühenden Kern des Judentums zum Aufflammen gebracht, den tausendjährigen messianischen Traum der in den heiligen Büchern bekräftigten Verheißung der Rückkehr ins Gelobte Land ...".
        Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Dieses schmale Buch ist zur Programmschrift der zionistischen Bewegung geworden. Das für die Geschichte des Staates Israel so entscheidende Programm verfasste der damals 36-jährige Wahl-Wiener Herzl 1896 unter dem Eindruck des wachsenden Antisemitismus in Europa. Die Affäre um den jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfus, die Herzl 1894 in Frankreich miterlebte, wurde zum Wendepunkt für den assimilierten Juden Herzl. Dreyfus war in einem von massivem Antisemitismus geprägten Gerichtsverfahren mittels gefälschter Beweise wegen Landesverrats verurteilt worden. Die so genannte Judenfrage wurde für Herzl zu einer politischen Frage, von der er meinte, sie könne nur mit Mitteln der Politik gelöst werden. Wieder in Wien verfasste er die 86-seitige Schrift "Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage".

        Theodor Herzl. Er wurde am 2. 5. 1860 in Budapest (Österreich-Ungarn) geboren und war Schriftsteller, Publizist und Journalist. Er studierte in Wien Jus und promovierte 1884 zum Doktor der Rechte, obwohl er eigentlich Schriftsteller werden wollte. Als er ein Angebot als Korrespondent der Wiener "Neuen Freien Presse" in Paris erhielt, ergriff er die Gelegenheit und zog 1891 nach Frankreich, um als Journalist zu arbeiten. In Paris beobachtete er im Rahmen seiner Tätigkeit auch die Affaire Dreyfuß und die damit verbundenen antisemitischen Ausschreitungen. Unter diesem Einfluss begann er das 86-seitige Buch "Der Judenstaat - Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage" zu schreiben. 1896 wurde er in Wien Redakteur des renommierten Feuilletons der "Neuen Freien Presse" und veröffentlichte sein Buch in einer Auflage von nur 3000 Stück. Mit diesem Buch wurde aus dem Journalisten Herzl der bekannteste Zionist und das Buch selbst zum Auftakt des modernen Israel. 1897 initiierte er in Basel gemeinsam mit O. Marmorek und M. Nordau den 1. Zionistischen Weltkongress mit Teilnehmern aus 16 Staaten und wurde zum 1.Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation gewählt. Die Wiener Monatszeitschrift "Die Welt" war das Zentralorgan dieser neuen Bewegung. Herzl verhandelte mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II., dem türkischen Sultan, England und Russland, aber ohne Erfolg.  Theodor Herzl starb erschöpft am 3. 7. 1904 in Edlach (Niederösterreich). Der Leichnam wurde im Jahr 1949 nach Israel überführt und westlich von Jerusalem auf einem nach ihm benannten Berg beigesetzt.


         [ #FREIHANDbuch ] 

        Donnerstag, 24. März 2022

        [ #eText ] Kleine Kirchengeschichte


        (eText) Diese dankenswerter online zugängliche "Kleine Kirchengeschichte" will nach eigenen Angaben der Versuch sein,  in aller Kürze einen Überblick über die Geschichte der (katholischen) Kirche zu bieten. Anstelle vieler Einzelfakten wurde versucht, die großen Linien herauszuarbeiten.  Eine praktische Online-Recherchehilfe nicht nur für Katholiken.

        Durch den Blick auf diese geschichtlichen Zusammenhänge sollen manche Entwicklungen vielleicht verständlich werden . Die einzelnen Abschnitte bauen logisch aufeinander auf, Sie können aber auch je nach Interesse, einzelne Fragestellungen nach den Überschriften in den Indexleisten herausgreifen.


        Dr. Jörg Sieger. Nach seinem Abitur im Jahre 1979 begann er in Freiburg Theologie zu studieren, war dann ein Jahr in München und machte 1984 meinen Abschluss wiederum in Freiburg. Zwischenzeitlich hatte er seine Dissertation fertiggestellt, wurde dann am 16. Dezember 1984 in St. Peter im Schwarzwald zum Diakon geweiht. Nach seiner Priesterweihe am 10. Mai 1986 in Ettenheim war er ein zuerst in Wald in Hohenzollern, dann drei Jahre Vikar in Breisach am Rhein und darauf 6 1/2 Jahre Studentenpfarrer in Mannheim. Seit April 1996 ist Dr. Jörg Sieger  Pfarrer der beiden Gemeinden St. Peter und St. Paul in Bruchsal. Mittlerweile wurde die Pfarrei St. Peter mit den Gemeinden St. Peter, St. Paul und St. Anton zusammengeschlossen.


        [ #FREIHANDbuch ]⇒  

        INHALTSÜBERSICHT. 
        Vorbemerkung

        Einige Hinweise
        Anfänge bis Kaiser Konstantin

        Zum Umgang mit geschichtlichen Stoffen
        Anfänge des Christentums
        Entwicklung der kirchlichen Struktur
        Eine verfolgte Kirche?
        Theologischen Schwerpunkte der ersten beiden Jahrhunderte
        Von Nicäa bis zum Schisma 1054

        Von Nicäa bis Konstantinopel
        Weiterentwicklung der altkirchlichen Theologie
        Auf der Suche nach einer neuen Radikalität
        Missionsbewegung in der 2. Hälfte des 1. Jahrtausends
        Verhältnis von Kirche und Staat
        Auseinanderbrechen von Ost- und Westkirche
        Vom Schisma bis zur Reformation

        Neuer geistlicher Aufbruch im 11. Jh.
        Kreuzzüge
        Investitursteit
        Armutsbewegung, Häresien und Inquisition
        Theologie und Theologen
        Papsttum auf dem Höhepunkt der Macht
        Avignoner Exil
        Abendländisches Schisma
        Konzil von Konstanz und Konziliarismus
        Kirche der Renaissance
        Reformation
        Von Trient bis zum II. Vatikanum

        Konzil von Trient
        Katholische Reform
        Gegenreformation
        Das neue Zeitalter der Weltmission
        Vom Barock zur Aufklärung
        Französische Revolution
        Das 19. Jh. und die soziale Frage
        Ausgang des 19. Jhs.
        Vom I. zum II. Vatikanischen Konzil

        Donnerstag, 17. März 2022

        [ #FreeBook ] Der Islam – ein Überblick: Kultur & Geschichte


        [Free eBook] Fast täglich tauchen Schlagworte wie Islam oder Islamismus in den Nachrichten auf. Meist unter negativen Vorzeichen, denn in den dazugehörigen Meldungen geht es fast immer um Terror, Anschläge, Krieg, Ausschreitungen, Rückständigkeit oder Menschenrechtsverletzungen. 

        Die Trennung dieser politischen Themen von religiösen Hintergründen fällt umso schwerer, da der Islam nicht zwischen weltlichen und religiösen Dingen unterscheidet. Für den Aussenstehenden ist es deshalb schwer, ein differenziertes und objektives Bild vom Islam zu gewinnen.

        Die Gliederung teilt die Publikation in einen Abschnitt zu den religiösen Grundlagen und einen Teil über die Geschichte des Islam und die Regionen, in denen traditionell der Islam vorherrscht.

        Es wird wiederum eine knappe und prägnante Darstellungsform gewählt, die Fakten und Daten werden erneut durch eingängige Grafiken und Karten ergänzt. Ein weiterführendes Literaturverzeichnis und ein Glossar ergänzen das Buch.

        Islamische Kultur und Geschichte - Peter Ortag (Hrsg.) - Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, 2. überarbeitete und korrigierte Auflage 2016 , PDF., 170 S.



        [ #FREIHANDbuch ]⇒

        Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt verspricht mehr: 

        Inhaltsverzeichnis
        Vorwort 8
        Hinweise für den Leser  12
        Grundlagen des Islam
        I Der Islam – ein Überblick  14
        II Die religiösen Grundlagen des Islam 17
        1 Der Eine Gott   18
        2  und die eine Religion 19
        3 Die »Fünf Pfeiler« des Islam  20
        4 Religiöse Verbote und Gebote 27
        5 Zwischen Geburt und Tod: Religion im Alltag 28
        6 Zur Rolle der Frau  30
        7 Das islamische Rechtssystem  32
        8 Sunna, Schia und die Schismen des Islam  34
        9 Mystik, Rationalismus und Modernismus  37
        10 Nebeneinander: Der Islam und andere Religionen  39
        III Schriftum, Kultus und Sprache  45
        1 Der Koran  45
        2 Sunna und Hadith  47
        3 Die Moschee 48
        4 Zeitrechnung und Kalender 50
        5 Feier und Festtage  51
        6 Kultur und Islam 53
        7 Arabische Sprache und Schrift 55
        Zur Geschichte des Islam
        I Das vorislamische Arabien 60
        II Frühislamische Geschichte 62
        1 Mohammed, der Prophet 62
        2 Die vier rechtgeleiteten Kalifen 66
        3 Die Herrschaft der Omaijaden 69
        4 Die Abbasiden und das Kalifat von Bagdad  72
        III Gefahren aus West und Ost 77
        1 Die Kreuzzüge  77
        2 Der »Mongolensturm« 80
        3 AlAndalus: Das Kalifat von Córdoba  81
        IV Aufstieg, Fall und nationale Wiedergeburt der Türken 85
        1 Der Weg nach Westen  85
        2 Die osmanische Expansion  85
        3 Auf dem Gipfel des Ruhms 88
        4 Krise und Niedergang 90
        5 Die kemalistische Republik  96
        6 Die Herrschaft der AKP: osmanische Restauration in
        modernistischem Gewand?  98
        V Persien und Indien  100
        1 Die turkmenischen Dynastien in Persien  100
        2 Frühe islamische Einflüsse in Indien  101
        3 Das MogulReich  102
        VI Afrika südlich der Sahara 103
        VII Im Zeitalter des Kolonialismus  104
        1 Frankreichs Griff nach Nordafrika  104
        2 Die Briten in Ägypten und Arabien 104
        3 Der Libanon zwischen Ost und West 106
        VIII Der Zweite Weltkrieg und der Zusammenbruch der Kolonialreiche 107
        1 Die PalästinaFrage  107
        2 Die Teilung Indiens 109
        3 Der Befreiungskrieg in Algerien  111
        IX Russland und die islamischen Völker  112
        X Südost und Ostasien 117
        1 Indonesien  117
        2 Die Philippinen 120
        3 China  121
        XI Naher und Mittlerer Osten 120
        1 Ägypten und die SuezKrise  124
        2 Der SechsTageKrieg 125
        3 Der Oktober, Ramadan oder YomKippurKrieg  127
        4 Der Bürgerkrieg im Libanon  128
        5 Die islamische Revolution im Iran  129
        6 Der palästinensischisraelische Konflikt 132
        7 Afghanistan  136
        8 SaudiArabien  139
        9 Der Irak 140
        XII Der »Arabische Frühling« und seine Folgen 143
        1 Tunesien 144
        2 Ägypten 144
        3 Libyen 147
        4 Jemen  149
        5 Bahrain  150
        6 Syrien 150
        7 Algerien  153
        8 Fazit und Ausblick  153
        XIII Amerika  155
        XIV Der Islam im heutigen Europa  156
        1 Bosnienkrieg und KosovoKonflikt 156
        2 Die muslimische Diaspora in Mittel und Westeuropa 159
        XV Anhang 162
        1 Quellenverzeichnis 162
        2 Glossar 164
        3 Islamische Geschichte im Überblick  169

        Sonntag, 3. Oktober 2021

        [ #FreeBook ] Katholische Malkunst in der Auseinandersetzung mit dem Expressionismus

        Franz Reiter, Entwurf für ein Deckenbild in der Pfarrkirche, St. Georg, München-
        Milbertshofen, Gouache auf Karton, 1911, Landesmuseum Vorarlberg, Bregenz 

        Der Blaue Reiter und der Erzbischof - Religiöse Tendenzen, christlicher Glaube und kirchliches Bekenntnis in der Malerei Münchens von 1911 bis 1925.


        Die über 300seitige Inaugural-Dissertation von Bernd Feiler aus dem Jahre 2002 steht als PDF-Datei online. Sie liefert wertvolles Material zu zwei Malern mit Vorarlberg-Bezug: Martin von Feuerstein und Franz Reiter.

        Blauer Reiter. Der „Blaue Reiter“ ist zu einem Synonym für die religiös intendierte Erneuerung der Malerei des 20. Jahrhunderts geworden. München, war in den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein überregional bedeutsames Zentrum der kirchlichen Kunst. Diese wurde fast ausschließlich vom in Geschichte und Gesellschaft der Stadt tief verwurzelten Katholizismus repräsentiert.

        In den Jahren von 1911 bis 1925 war die katholische Kirche dort klar hierarchisch gegliedert. In seiner Selbsteinschätzung und auch von außen her wurde der Katholizismus mit seinem Klerus identifiziert. Kardinal Michael Kardinal Faulhaber, in dessen Amtszeit sich die kirchliche Kunst unter dem Eindruck reformkatholischer Bestrebungen in Teilbereichen veränderte, bezog deutlich Stellung gegen die kirchliche Moderne. Seine Sylvesterpredigt von 1929 bestärkte den prinzipiellen Gegensatz zwischen christlicher Kirchen- und moderner Profankunst. Faulhabers Definition von kirchlicher Kunst repetierte letztendlich die Verlautbarungen des Tridentinums.

        Auseinandersetzung um die Moderne wurde auch im katholischen Milieu in keiner anderen Gattung der bildenden Kunst so hart geführt, wie in der Malerei. Als spirituellste aller künstlerischen Ausdrucksformen genoss sie das höchste Ansehen, die katholische Kritik an der Moderne zielte überwiegend auf Gemälde ab.

        Expressionismus-Ende. Der Untersuchungszeitraum der Arbeit erstreckt sich über die Jahre 1911 bis 1925. Er beginnt am Vorabend des Ersten Weltkriegs, im Jahr des ersten Auftritts der Münchner Avantgarde anlässlich der Ausstellung des „Blauen Reiter“ in der Münchner Galerie Thannhauser und endet in der Epoche der Weimarer Republik, mit dem Zeitpunkt, als der Expressionismus seine Bedeutung als vorherrschende künstlerische Richtung verloren hatte. Der Kampf um den kirchlichen Expressionismus wurde bis 1925 nicht in München sondern hauptsächlich im Rheinland ausgetragen, während das kirchliche München unbeirrt an seiner Sonderkunst festhielt. Erst mit dem Ende der Vorherrschaft des Expressionismus setzte sich im Gefolge der Neuen Sachlichkeit die so genannte neuchristliche Monumentalmalerei durch. Für reformorientierte Vertreter des Katholizismus in München bedeutete diese neue kirchliche Kunst den Aufbruch in eine neue Epoche, für konservative kirchliche Kreise war sie ein erträglicher Kompromiss.


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        Ein schneller Blick auf den Inhalt liefert ein Mehr an Information:

        Inhalt I
        EINFÜHRUNG 1

        TEIL I: ZUSAMMENHÄNGE
        1. Kirche und Avantgarde 6
        1.1 Dogmatisch definierte oder durchspielte Religiosität –
         „Die Religion gehört der Kirche nicht. “ 8
        1.2 Okkultismus und Kirche 9
        1.2.1 Die Situation in München: Katholizismus und Okkultismus 14
        2. Moderne oder Modernismus. Positionen der katholischen Kirche gegenüber
        der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts
        2.1 München als „Hauptquartier“ des künstlerischen Modernismus 24
        2.2 Positionen katholischer Ästheten gegenüber dem Symbolismus und
        Expressionismus bis 1917 26
        2.3 Der Kampf um die Moderne ab 1918 33
        2.3.1 Der Weiße Reiter 34
        2.3.2 Neue Defensivhaltungen 47
        3. Exkurs: Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst 51
        3.1 Die Gründung der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst
        und ihre Voraussetzungen 52
        3.2 Richtungsstreitigkeiten: Die DG als Bollwerk gegen den Modernismus 60
        3.3 Wirksamkeit 67

        TEIL II: KÜNSTLER UND WERKE

        1. Religiöse Tendenzen
        1.1 Wassily Kandinsky: Visionen vom Geistigen 70
        1.1.1 Fragestellungen: Die Bedeutung von Religion und Tradition bei Kandinsky
        1.1.2 Sintflut: Farbstrudel der Ewigkeit oder Göttliches Strafgericht ? 77
        1.2 Franz Marc: Umgeformte Traditionen
        1.2.1 Abschied vom Figurenbild: Der Hirte 87
        1.2.2 Bibelillustrationen des Blauen Reiter: Franz Marcs Darstellungen zur Genesis 91
        1.2.3 Bilder vom Paradies 105
        2. Christlicher Glaube
         Einleitung 112
        2.1 Erotik und Passion: Christlich-religiöse Bildthemen bei Franz von Stuck 114
        2.1.1 Die Rolle christlicher Bildthemen
        2.1.2 Christliche Sujets als Anlass für erotische Darstellungen 121
        2.1.3 Das in Starre aufgerichtete Leben, der in Starre hingestreckteTod“. Stucks pathetische Kreuzigungsdarstellungen. 141
        2.1.4 Apokalypse und die Sehnsucht nach dem Transzendenten: „Der Engel des Gerichts“ und „Regenbogenlandschaft 151
        2.2 Expressionismus als Läuterung: Josef Eberz
        2.2.1 Entwicklung 162
        2.2.2 „Neu ersteht Paradies“. Die Versöhnung von Mensch und Natur 166
        2.2.3 Ekstase und Wunder 183
        3. Kirchliches Bekenntnis Einleitung 196
        3.1 Fiktiver Realismus: Die religiöse Historienmalerei von Gebhard Fugel und Martin von Feuerstein
        3.1.1 Gebhard Fugel 200
        3.1.2 Martin von Feuerstein 212
        3.2 Franz Reiters Fresko für die St. Georgskirche in München-Milbertshofen 218
        3.2.1 Beschreibung und Analyse 219
        3.2.2 St. Georg als blauer Reiter 227
        3.3 Carl Johann Becker-Gundahl als kirchlicher Maler 232
        3.3.1 Entwürfe für St. Maximilian in München 235
        3.3.2 Fresken für die Pfarrkirche St. Anna in München 238
        3.3.3 Das Hochaltarbild für St. Johannes in München Solln 245
        3.4 Kunst im Dienste der Gemeinschaft. Die neue christliche Monumentalmalerei: Josef Eberz und Josef Bergmann
        3.4.1 Die Liturgische Bewegung, die Wirksamkeit der Beuroner Kunsttheorie und das nazarenische Erbe als Voraussetzungen der neuen kirchlichen Monumentalkunst. 251
        3.4.2 Sachliches und Persönliches: Josef Eberz und seine kirchliche Kunst 255
        3.4.3 Der Hoffnungsträger: Josef Bergmann und seine Fresken in der Pfarrkirche
        St. Peter und Paul zu Olching 270
        3.4.4 Der Künstler als Chamäleon: Kirchlich bekennende Maler und ihre Arbeiten für den freien Kunstmarkt 278

        TEIL III: Malerei in Münchner Kirchen von 1892 bis 1942

        Werkverzeichnis 285
        QUELLEN UND LITERATUR 311
        ABBILDUNGEN 326

        Donnerstag, 2. September 2021

        [ #Digitalisat ] Anleitung für die Teufelsaustreibung des Vorarlberger Exorzisten Johann Joseph Gaßner online


        Digital: J. J. Gaßner: ... nützlicher Unterricht wider den Teufel zu streiten.

        Johann Joseph Gaßner war ein Exorzist, der 1727 in Braz zur Welt kam. Er studierte in Innsbruck und Prag und wurde 1750 in Chur zum Priester geweiht. In Dalaas war er ab 1751 Frühmeßner und 1758 Pfarrer in Klösterle. Hier seine 1775 in Augsburg erschienene Anleitung für die Teufelsaustreibung als Digitalisat online.

        Das Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) digitalisiert seit 1997 die historischen Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek und anderer Gedächtnisorganisationen. Es bietet eine der größten und am schnellsten wachsenden digitalen Sammlungen in Deutschland.  In diesem Rahmen liegt das Werk des Vorarlberger Exorcisten als Retrodigitalisat vor und kann auch als "Book on Demand" bestellt werden:
        Gassner, Johann Joseph: Des Hochwürdigen Und Hochgelehrten Herrn Johann Joseph Gaßner, der Gottesgelahrtheit und des geistlichen Rechts Candidaten, freyresigniren Pfarrern zu Klösterl nun Hofcaplan, Und geistl. Rath Sr. Hochfürstl. Gnaden des Bischoffs von Regensburg, Probsten und Herrn zu Ellwang [et]c. Weise fromm und gesund zu leben, auch ruhig und gottseelig zu sterben, oder nützlicher Unterricht wider den Teufel zu streiten: durch Beantwortung der Fragen: I. Kann der Teufel dem Leibe der Menschen schaden? II. Welchen am mehresten? III. Wie ist zu helfen?

         

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        Sonntag, 8. August 2021

        [ #eText ] Katholische Sozialenzykliken


        Am 15. Mai 1961 veröffentlichte Papst Johannes XXIII. "Mater et Magistra", die als "Mitbestimmungs-Enzyklika" in die Geschichte eingegangen ist. Nicht nur die Verteilung des Wirtschaftsertrages müsse der Gerechtigkeit entsprechen, heißt es dort, sondern auch der gesamte Wirtschaftsvollzug. 

        Mater et Magistra.   Johannes XXIII ging es darum, grundsätzliche Anforderungen an gerechte Teilhabe der Arbeitnehmer am betrieblichen Entscheidungsprozeß klar zu benennen: Die Unternehmensverfassung müsse sich dadurch auszeichnen, dass sie bei aller gebotenen "Einheitlichkeit der Leitung" keineswegs Menschen, die "Tag für Tag" im Unternehmen arbeiten, als "bloßen Untertan" betrachten dürfe, "dazu bestimmt, stummer Befehlsempfänger zu sein, ohne das Recht, eigene Wünsche und Erfahrungen anzubringen" (Ziffer 92). Die "rechte" Art der Mitbestimmung und die dem jeweiligen Stand der Wirtschaft angepassten institutionellen Regeln in einzelnen festzusetzen, überließ Johannes XXIII dabei ausdrücklich den Sozialpartnern und der Sozialpolitik. Denn, so "Mater et Magistra" (Ziffer 84), es sei "unmöglich, ein für allemal die Art des Wirtschaftens zu bestimmen, die am besten der Menschenwürde entspricht, die am besten im Menschen das Verantwortungsbewusstsein für seine Arbeit zu wecken vermag."

        Rundschreiben. Sozialenzyklika ist die Bezeichnung für ein päpstliches Schreiben zu sozialen Fragen. Wie zur Glaubens- und Sittenlehre, so äußert sich das päpstliche Lehramt auch zur Soziallehre. Es tut dies unter anderem in Form der Enzyklika, zu deutsch "Rundschreiben". Die erste Sozialenzyklika "Rerum novarum" wurde am 15. Mai 1891 von Papst Leo XIII. vorgelegt. Sie ist, wie bei Enzykliken üblich, nach den Anfangsworten des in der Regel lateinischen Originaltextes benannt.

        Auf der Website der Uni Innsbruck findet man sieben Sozialenzykliken im virtuellen Leseraum, wobei andere Quellen andere Enzykliken und Apostolische Schreiben mehr dazu aufzählen. Wiewohl sich die kahtolische Kirche auch in Vorarlberg sehr wohl und sehr vorsichtig gesellschaftspolitisch einlässt, ist die Beschäftigung mit den Sozialenzykliken eher selten.

         [ #FREIHANDbuch ]⇒
        • Katholische Sozialenzykliken:
        • Rerum Novarum (Leo XIII.) 
        • Quadragesimo anno (Pius XI.) 
        • Mater et magistra (Johannes XXIII.) 
        • Pacem in terris (Johannes XXIII.) 
        • Populorum progressio (Paul VI.) 
        • Solicitudo rei socialis (Johannes Paul II.) 
        • Centesimus annus (Johannes Paul II.) 
        • [Google Search] ⇒ Katholische Sozialenzykliken
        • Nütze auch diesen obenstehenden Link „[Google Search] . Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link oder im Falle einer Verwaisung einen neueren und aktuelleren. Fast immer aber hilft er auch für zusätzliche oder aktuellere Infos!

        • TIPP: Das ⇒ #Vorarlberger Bloghaus verlinkt interessante Weblogs.
        • Beachte dort auch weitere Informationen zum Thema unter "Nachschlagen A-Z". 
        • 8.8.21 [Letzte Aktualisierung, online seit 31.12.11]