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Donnerstag, 7. September 2023

[ #Digitalisat ] Bach Digital - Bach-Handschriften online


[Retrodigitalisat] Angesichts eines ungebrochen großen Interesses der Wissenschaft an den Autographen und anderen Originalquellen der Werke Johann Sebastian Bachs, sind diese in einer Digitalen Bibliothek mit dem Namen "Bach Digital" weltweit online zugänglich gemacht worden. 

Es handelt sich dabei um einen zentralen und sehr bedeutenden Quellenbestand für die musikwissenschaftliche Forschung, an dem seit Generationen musikphilologische Arbeitsweisen entwickelt und erprobt worden sind.

Nun ist nach jahrelanger intensiver Arbeit ist ein Webportal online, das Zugriff erlaubt auf die Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz, der Jagiellonischen Bibliothek Krakau, des Bach-Archivs Leipzig und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.

Work in Progress. Die meisten Werkautographe und Originalstimmen zu Bachs Werken, insgesamt über 90 Prozent der gesamten Überlieferung, befinden sich in Berlin, Leipzig, Dresden und Krakau. Im Moment sind etwa 40 Prozent des Bestandes von über 20'000 Seiten der 697 Handschriften eingearbeitet. Bis 2011 sollen die Bestände über das Webportal vollständig verfügbar sein.

Suche. Etwas ungewohnt ist der Zugang nur über die sehr fachliche Suchmaske, die auf dem ersten Blick dem interessierten Laien einen Einblick verwehrt. Für diejeigen, die weder Werktitel noch Werkverzeichnis Nr. auf Anhieb nennen können, können sich auch so einmal durch die Werke "browsen": Über die Suchmaske findet man Digitalisate der Autographe und Originalstimmen Johann Sebastian Bachs. Eine Recherche über die NICHT ausgefüllte Suchmaske liefert aber eine vollständige Liste der derzeit verfügbaren digitalisierten Autographe. Innerhalb dieses sich stetig erweiternden Bestandes kann man dann die Suche mittels der angebotenen Eingabefelder präzisieren.

Bach digital.  Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz , der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und des Bach-Archivs Leipzig. Es wird wesentlich von der DFG gefördert. In Bezug auf die Inhalte entstand die Datenbank auf der Grundlage des sogenannten Göttinger Bach-Katalogs (Freischaltung im Internet 2001) und setzt auf die freie Dokumenten- und Publikationslösung für digitale Inhalte MyCoRe. Diese ermöglicht die nachhaltige Speicherung der Daten und den unkomplizierten Austausch von Forschungsergebnissen durch XML-Technologien.


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Montag, 11. Oktober 2021

[ #Digitalisat ] Salomon Sulzer's SCHIR ZION online


Das kompositorische Hauptwerk des Hohenemser Reformrabbiners Salomon Sulzers, ist das in zwei Teilen erschienene "Schir Zion" (Gesang Zions) mit zum überwiegenden Teil selbst komponierten Werken für den gottesdienstlichen Gebrauch. 

Unter den frühen modernen Synagogenkomponisten hat Sulzer am radikalsten mit dem überkommenen jüdischen Chorstil gebrochen. Salomon Sulzer gelang es, den westeuropäischen Synagogengesang von den bloßen Schönheitsversuchen und Übertreibungen zu befreien und er war der erste Kantor, der Noten- und Harmonielehre vollständig beherrschte. Er schrieb Kompositionen, die alt und neu miteinander vereinten, und erstmals in der jüdischen liturgischen Musik Harmonien vorführten. Nur wenige Sulzers frühe Chorsätze lehnen sich an starke traditionelle Weisen an. In den meisten finden wir keine jüdische und keine christliche, sondern eine allgemein humane Religiosität, stille Andacht und fromme Stimmung etwa im Geist der zeitgenössischen Malerschule der "Nazarener". Die neuen Kompositionen wurden zum ersten Mal mit vierstimmiger Chorbegleitung geschrieben und beeinflussten den Gebetsstil in vielen Synagogen.

"Schir Zion", in dem alle Gebete des Jahres gesammelt sind, prägt den Synagogengesang bis in die heutige Zeit (shulmusic.org: "Sulzer's music, from mid-1800s, is still used in services all over the world") und ist für die Judenheit eine mit den Kantatenjahrgängen von Johann Sebastian Bach vergleichbare Sammlung gottesdienstlicher Musik.

Schir Zion I. In "Schir Zion I" ist musikalisch nur wenig genuin Jüdisches anzutreffen; die uralten, so genannten "Mi-sinai-Melodien" tauchen nur vereinzelt und entstellt auf; die einfache Dur-Moll-Harmonik und die Periodizität der Wiener Klassik dominieren. Siebenunddreißig Werke christlicher Komponisten wie Ignaz von Seyfried, Joseph Drechsler, Franz Volkert, Wenzel Wilhelm Würfel und allen voran Franz Schubert nahm Sulzer 1840 in sein "Schir Zion I" auf, ohne die Namen der Urheber zu verschweigen! Charakteristisch synagogal dagegen sind vor allem die Solorezitative für den Kantor und das responsoriale Wechselspiel zwischen Kantor und Chor, das die traditionelle Teilnahme der Gemeinde am Gottesdienst stilisiert. Einen real praktizierten Gemeindegesang lehnte Sulzer, der einer rein künstlerischen Ästhetik huldigte, energisch ab.

Schir Zion II. In "Schir Zion II" (1866) nimmt die Tradition allerdings wieder einen größeren Raum ein. Es waren schließlich Chasanim aus dem von Sulzer und seinesgleichen gering geschätzten, orthodox-konservativen Osteuropa, die ihn in Kontakt mit der in Polen und Russland noch liebevoll gepflegten traditionellen Chasanut brachten. Sie waren nach Wien zu dem respektvoll bewunderten Kantor gekommen, um sich den neuen Stil anzueignen und hinterließen ihrerseits markante Spuren, die sich in "Schir Zion II" nachhaltig bemerkbar machten. 163 von insgesamt 372 Nummern tragen die Bezeichnung "A. W." ("Alte Weise"). Der größere Teil dieser 163 ist natürlich für den Vortrag des Kantors bestimmt, und beeindruckten diese Gesänge und Rezitative die Zeitgenossen als eigenartig und "orientalisch". Sulzers Version von Jehuda Halevis berühmtem Zionslied erinnerte 1866 den Musikkritiker der "Neuen Freien Presse" Eduard Hanslick an den Muezzin der Türken und offenbarte ihm die Verwandtschaft jüdischen und orientalischen Gesangstils. Neben dem kompositorischen Hauptwerk "Schir Zion" in zwei Teilen existieren noch der Band "Dudaim" (1860) mit Chören für Kleinstbesetzung und eine Fülle von Gelegenheitsarbeiten weltlicher Natur.


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Sonntag, 2. Mai 2021

[ #eText ] Luigi Russolo: Die Geräuschkunst - L'arte dei rumori


[Free eBook] 1913 veröffentlichte der italienische Futurist Luigi Russolo das musikalische Manifest "L'arte dei rumori" (Die Geräuschkunst).

Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

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Donnerstag, 5. Juli 2018

[ #Digitalisat ] Friedrich Chrysander: Gesamtausgabe Händel'scher Werke


[Retrodigitalisat]  Das Münchener DigitalisierungsZentrum MDZ liefert die fast einhundert Bände  der Werke von Georg Friedrich Händel in der von  Friedrich Chrysander (1826-1901) erarbeiteten quellenkritischen Edition als öffentlich zugängliches Digitalisat.

Georg Friedrich Händel (1685-1759), der große Barock-Komponist aus Halle an der Saale, erfreut sich heute in erster Linie mit seinen etwa 30 Oratorienwerken und über 40 erhaltenen italienischen Opern einer großen internationalen Popularität und Aufführungshäufigkeit. Sein immenses Gesamtschaffen wurde in der berühmten Ausgabe des Musikwissenschafters und Händel-Biographen Friedrich Chrysander (1826-1901) erstmals unter modernen quellenkritischen Editionsverfahren repräsentiert.
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[ #FREIHANDbuch ]

Freitag, 25. Mai 2018

[ #MusikNoten ] Tiroler Volkslied-Archiv: Über 200 "Alpbacher" Lieder online


Lieder der handschriftlichen Sammlung Koch-Wallner (1935-1937) online und zum Download.

Mit der Veröffentlichung dieser Sammlung im Internet möchte das Tiroler Volksliedwerk erstmals ein spezielles Service bieten: Einer der ganz besonderen handschriftlichen Schätze aus dem Archiv steht hiermit für jedermann und jederzeit zur Verfügung und zwar nicht nur zur Ansicht sondern auch zum kostenlosen Download.

Entstehung.  Die Lieder der Sammlung Koch-Wallner wurden bei der Bauernfamilie Moser ("Großmoser") im Alpbachtal zwischen dem 8. Dezember 1935 und dem 28. März 1937 an 25 Abenden aufgezeichnet. Die beiden Feldforscher fertigten dabei von über 200 Liedern und Stücken in besonders sorgfältiger Art und Weise (meist mit Text und Melodie) Niederschriften an und fügten diesen sowohl ein alphabetisches als auch ein chronologisches Register an. Der gesamte Bestand wurde zu Beginn der 1960-er Jahre dem Tiroler Volksliedarchiv übergeben und unter der Signatur III/1 mit folgendem Vermerk eingetragen: "Hauptschullehrer Adalbert Koch, Hall, und Schulrat Norbert Wallner, Kitzbühel: 218 Liedaufzeichnungen vom Großmoser in Alpbach, m.M. (22.12.1961)".

Kommerzialisierung. Das Liedgut der Familie Moser bezeichnet Koch als "recht unterschiedlich": Während die jüngere Generation Tiroler Volkslieder bevorzugte, sang der Altbauer gerne Lieder aus der Rekrutenzeit, "typische österreichische Soldatenlieder". Koch bedauert im Nachhinein, diese Lieder nicht vollständig festgehalten zu haben, da er zu jener Zeit der Meinung war, sie seien ohnehin sehr bekannt und bereits dokumentiert. Weiters beschreibt er die eigentümliche Art des Jodelns, die nichts mit den "auf den heutigen Fremdenverkehr abgestimmten Zungenakrobatik-Jodlern" zu tun habe. Es "hatte etwas Gewaltiges, Urtümliches an sich", schwärmt der Sammler noch Jahrzehnte später. Der aktuellen Situation der Volksmusik im Alpbachtal der 1970-er Jahre kann er dagegen nichts mehr abgewinnen: Resigniert beklagt er abschließend die Zerstörungskraft des Fremdenverkehrs und der Medien - "die Lieder sind unecht, die Jodler gekünstelt, alles ist unwahr und nur auf Gelderwerb gezielt".

Die gesammelten Stücke. Neben den von Koch beschriebenen Liedern und Jodlern finden sich unter den 218 Nummern auch eine Reihe von Instrumentalstücken (vorwiegend Walzer und Bairische). Unter der Originalnummer 41 ist außerdem die stattliche Anzahl von 231 Schnaderhüpfel erfasst, die einzeln in das hier vorliegende Liedregister aufgenommen wurden. Acht Vierzeilerweisen (= Melodien), auf die diese Gstanzln gesungen werden können, sind ihnen vorangestellt (unter Original-Nr. 40).

Alpbachtal. Das Alpbachtal ist ein Tal in den Kitzbüheler Alpen. Es ist ein Seitental des Inntals. Im Tal befinden sich zwei Gemeinden: Reith im Alpbachtal und Alpbach. Den Talabschluss bildet das Dorf Inneralpbach. Das Alpbachtal erhält seinen Namen vom Alpbach, welcher das gesamte Tal durchfließt. Taleingang ist die Gemeinde Brixlegg. Eine Straße, welche Alpbach mit Brixlegg verbindet, führt durch das ganze Tal bis zum Dorf Inneralpbach. Nachbartäler des Alpbachtals sind das Zillertal und Wildschönau.Haupteinnahmequelle ist sowohl im Sommer als auch im Winter der Tourismus. In Alpbach findet jährliche das Europäische Forum Alpbach statt.

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Dienstag, 31. Januar 2017

[ #eText ] Das Rostocker Liederbuch aus dem 15. Jahrhundert

[Retrodigitalisat + mp3s] Das Rostocker Liederbuch aus dem 15. Jahrhundert ist eine für den gesamten deutschen Raum einzigartige Sammlung spätmittelalterlichen Liedguts. Vermutlich wurde das Rostocker Liederbuch im letzten Viertel des 15. Jhdts. vom anonymen Hauptschreiber der Papier-Handschrift angelegt und gegen Ende des Jahrhunderts erweitert.
 
Entdeckung. Entdeckt worden ist dieses Zeugnis niederdeutscher Musikkultur von dem Bibliothekar der Rostocker Universitätsbibliothek, Dr. Bruno Claußen, der im Jahr 1914 ein einzelnes Blatt der Handschrift aus dem Einband eines Buches herausragen sah, das zur Bibliothek des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg gehörte und 1568 neu eingebunden worden war. Angeregt durch diesen sensationellen Fund, ließ Claußen auch noch andere Bände dieses Bestandes untersuchen und konnte auf diese Weise 44 Blätter des Liederbuchs zusammentragen, die zu einem Halblederbändchen mit dem Rückentitel 'Niederd. Liederbuch 1478' neu vereinigt wurden. Sie liegen heute mit der Signatur Mss. phil. 100/2 in der Rostocker Universitätsbibliothek.

Notation. Die Mehrzahl der einstimmigen Lieder des Rostocker Liederbuchs sind mit Einzelzeichen der schwarzen Mensuralnotation (Brevis, Semibrevis, Minima und Fusa) notiert
         
 [ #FREIHANDbuch ]

Mittwoch, 25. Januar 2017

[ #MusikNoten ] Pärt-Partitur "Los Angeles"online

Er ist einer der erfolgreichsten Exportschlager Estlands. Zu Recht. Denn mit seiner zeitlos wirkenden Klangästhetik, in der er Alte und Neue Musik verbindet, fasziniert Arvo Pärt ein breites Publikum.
Wenige dürften wissen, dass der estnische Komponist Arvo Pärt auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Erst wurde ihm das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse im Tallinner Kadriorg-Palast von Botschafterin Angelika Saupe-Berchtold überreicht worden.
Pärt erklärte bei dieser Gelegenheit, wie er unversehens Bürger des Alpenstaates geworden ist. Er sei, so Pärt laut Presseberichten, am 20. Jänner 1980 als Staatenloser mit Frau, Kindern und sechs grossen Koffern voller Manuskripte auf dem Bahnhof Wien von einer Mitarbeiterin der Universal Edition abgefangen worden. Der Verlag habe ihm eine Zusammenarbeit angeboten, und einige Monate später hätten er und seine Familie österreichische Pässe erhalten. Arvo Pärt: "Eine so großzügige Geste von einem Staat im vielleicht schwierigsten Moment des Lebens eines beinahe unbekannten Komponisten - Sie können sich vorstellen wie glücklich und dankbar wir damals waren."
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