Samstag, 31. Dezember 2016

[ #Digitalisat ] Karl Kautsky: Der Ursprung des Christentums: eine historische Untersuchung (1920)

[Digitalisat/PDF] Das Werk des bedeutenden Sozialisten Karl Kautsky steht in verschienen Datei-Versionen, so besonders schön als digitlisietes Flipbook online und zum Download. 

Das Flipbook ermöglicht in dem virtuellen Buch so am Bildschirm zu Blättern wie in einem realen. Ergänzt ist es allerings durch die Möglichkeit es zu Vergrößern und die PDF-Suchfunktion zu nutzen.

Sozialdemokratischer Theoretiker. Leo Trotzki (immerhin ein Vertreter des Märchens von der Oktoberrevolution und des frühen Sowjetstaates der sich als Kommandeur der Roten Armee als erstes um einen Schneider für seine eigene Fantasieuniform kümmerte) merkt in einem Nachruf auf Karl Kautsky an: "Sein analytisches Denken zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Kraft aus." In den Anmerkungen dazu sagt er: "Zu den Arbeiten Kautskys, die man auch heute noch mit Gewinn lesen kann, gehören vor allem jene zur Geschichte der Sozialutopien und der frühsozialistischen Bewegungen wie bspw. Thomas More und seine Utopie (1888), Die Vorläufer des neueren Sozialismus (1895) und Der Ursprung des Christentums (1908).

Er schränkt damit die Literatur von Kautsky zur eigenen Erhöhung auf die vorrevolutionäre Zeit ein und verabschiedet sich von dem Sozialdemokraten Kautsky noch gmeinsam mit Lenin und Stalin als dem "Renegaten". Nun gut, Leo Trotzky war nie ein Verfechter des demokratischen Sozialismus sondern immer einer auf dem Boden der "Diktatur des Proletariats", obgleich von eben dieser Diktatur verfolgt, er nicht müde wurde dieses theoretische Unding aus Zwangssozialisation und Unterdrückung einen demokratischen Anstrich zu geben. Wie gänzlich anders, ja entgegengestzt "gestrickt" Karl Kautsky war, zeigen diese Zitate:
  • "Aber die Kirche ist nicht bloß ein Werkzeug der Klassenherrschaft, die von ihr gelehrte Religion entspricht auch heute noch starken Bedürfnissen breiter Massen. Als unterste der Klassen, als diejenige Klasse, deren Meinungs- und Gewissensfreiheit von den andern Klassen am meisten eingeschränkt wird, muss das Proletariat für unbedingte Religionsfreiheit sein, jeden nach seiner Fasson selig werden zu lassen. Es würde sich in Widerspruch mit den historischen Aufgaben setzen, die aus seiner gesellschaftlichen Stellung entspringen, wollte es die kirchlich gesinnten Massen hindern, ihre religiösen Bedürfnisse in ihrer Weise zu befriedigen." (Karl Kautsky: Die Sozialdemokratie und die katholische Kirche)
  • "Wir müssen gegen die Vergewaltigung der nationalen Minoritäten auftreten, weil wir uns als Sozialisten und Demokraten gegen jede Vergewaltigung einer Volksschicht im Staate und in der Gesellschaft wenden müssen, wie wir zum Beispiel auch jede Vergewaltigung einer Religionsgemeinschaft ablehnen. Aber so wenig wir dadurch verhindern wollen, dass die Religion ihren Halt im Volksbewußtsein verliert und verschwindet,. so wenig wollen wir verhindern, daß sprachliche Verschiedenheiten aufhören, die zwei Völker trennen. Nicht aus Interesse für die Nationalität, sondern nur aus Interesse für die Demokratie sind wir gegen jede Vergewaltigung nationaler Minderheiten." (Karl Kautsky: Die Herstellung des modernen Nationalitätenstaats durch Anpassung des Staates an die Nationalität)
Karl Kautsky (1854 - 1938), österreichischer Sozialist war bis zum Ersten Weltkrieg in Deutschland, Österreich, Rußland und den anderen slawischen Ländern eine unbestrittene Autorität. Er war dann auch der prominenteste Vertreter marxistischer Orthodoxie in der Zweiten Internationale. Er leitete bis 1917 das SPD-Organ "Die Neue Zeit", die führende Zeitschrift der marxistischen Arbeiterbewegung. Mit Ausbruch der Oktoberrevolution, der Gewaltherrschaft der Bolschewisten und der Verfolgung der Sozialdemokratie wandte er sich gegen den Bolschewismus.

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