Dienstag, 29. November 2016

[ #Digitalisat ] Karl Kautsky: Thomas More und seine Utopie

Die Utopia entstand im Sommer 1515, als Thomas Morus, der zu dieser Zeit Parlamentsabgeordneter und Beamter der Londoner Stadtverwaltung war. 

Er begründete damit das Genre der literarischen Utopie. Im Gegensatz zu anderen utopischen Entwürfen versetzt Thomas Morus seine Vorstellungen nicht in eine, wie auch immer geartete Zukunft, sondern an einen räumlich weit entfernten Ort, die Insel Utopia. Das Werk entstand in zwei Phasen.

In der ersten Phase schrieb er das zweite Buch, das sich mit dem Leben der Utopier und ihrem Alltag beschäftigt. In einer zweiten und deutlich kürzeren Phase fügte er das erste Buch hinzu, das sowohl den erzählerischen Rahmen bildet als auch Kritik an der tatsächlichen Gegenwart der Zeit übt. Geschrieben hat Thomas Morus beide Bücher in Latein, einer Sprache die im Europa des beginnenden 16. Jahrhunderts nur den Gelehrten zugänglich war, woraus sich schließen lässt, dass es nicht für die breite Masse geschrieben wurde. Kennzeichnend für seinen Stil sind die nicht immer leicht auszumachenden Wechsel zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit.

Karl Kautsky, der Verfasser des theoretischen Teils des Erfurter Programms (1891) der Sozialdemokraten widmete sich in seinem Buch „Thomas More und seine Utopie“ von 1887 hauptsächlich der in der „Utopia“ vorgestellten Alternative zur bürgerlichen Gesellschaft. Insbesondere in der Gemeinwirtschaft seiner Inselbwohner sah Kautsky More als den ersten "utopischen Sozialisten".

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