Mittwoch, 14. Dezember 2016

[ #Digitalisat ] Chronecken der Sassen - Digitalisiert


(Digitalisat) Es ist die erste und seltenste der großen illustrierten Chroniken in Deutschland und noch ein Jahr vor der Ausgabe der "Schedelschen Weltchronik" bei Peter Schöffer am 6. März 1492 erschienen. 

Die mit zahlreichen Holzschnitten (ca. 1255 Text-Holzschnitte, zahlreiche ornamentale Holzschnitt-Initialen, zahlreiche Marginalien des 16. Jahrhunderts) ausgestattete "Chronecken der Sassen" wurde in den niedersächsischen Territorien und Hansestädten viel gelesen. Deshalb ist sie auch unter dem Namen "Niedersächsische Bilderchronik" bekannt. Die Bezeichnung "Magdeburgische Chronik" entstand aufgrund der reichhaltigen Nachrichten über diese Stadt.

Die "Cronecken der Sassen" versucht, regional-sächsische und lokalstädtische Geschichtsinteressen zu verbinden. Angesichts der von den Zeitgenossen zu beobachtenden Namensverschiebung von "Sachsen" in die meißnisch-thüringische Region, die mit der Übertragung der Kurwürde an die Wettiner 1423 ihren Ausgang genommen hatte, besaß dieses Ziel für den Chronisten hohe Priorität.

Die über 1250 Holzschnitte stellen Stadtansichten (darunter Braunschweig, Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Köln, Lübeck) dar, ganz- und halbfigürliche Porträts mit Wappen sowie einige historische Szenen. Die Stadtansichten sind die ersten bildhaft festgehaltenen Darstellungen dieser Städte, auf denen die Ansichten in der "Schedelschen Weltchronik" aufbauen. Das reiche Beiwerk, die Wappen und prächtig gezeichneten Rüstungen, endlich der üppige, den Boden belebende Blumenschmuck, der geschickt zur Raumfüllung verwendet wird, verringert nicht die diesen Gestalten innewohnende Monumentalität und Größe, die sie zu den bedeutendsten Formschnittschöpfungen des 15. Jahrhunderts machen. Die "Cronecken der Sassen" wirkte stark auf andere, nachfolgende Geschichtswerke ein. Es gilt "als das letzte große Werk der Mainzer Inkunabelillustration, ein Druckwerk der Offizin Peter Schöffers.

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