Sonntag, 24. Januar 2016

[ #eText ] Homophobie und Sexismus

Homophobie und Sexismus drücken sich u. a. in Witzen, abwertenden Sprüchen und abwehrender Haltung, im Extremfall in Gewalt aus.  Der physischen Gewalt geht in der Regel die verbale Gewalt voraus. 

Homophobie. Homophobie  bezeichnet feindselige und abwertende Einstellungen gegenüber Menschen, deren sexuelle Orientierung als Abweichung von heterosexuellen Normvorstellungen wahrgenommen wird. Studien zufolge sind solche Einstellungen in der Bevölkerung zwar rückläufig, dennoch werden homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen im Alltag vielfach diskriminiert.

Sexismus. Sexismus meint die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften aufgrund des Geschlechts. Homophobie kann als Form von Sexismus verstanden werden, als Abwertung von Menschen aufgrund des ihnen zugeschriebenen Geschlechts und ihrer sexuellen Identität. Damit gehen festgelegte weibliche und männliche Rollenbilder einher, meistens verbunden mit der Abwertung von Frauen.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert lässt sich in der Sexualgeschichte der Politik eine Kontinuität sexueller Denunziation nachweisen. Sexuelle Denunziation in der Politik meint den bewussten Einsatz sexueller Stereotypen mit dem Ziel, die politische Macht konkurrierender Gruppen oder Einzelpersonen zu vernichten. Diese perfide Art der Skandalisierung ist auch für das gesellschaftliche Alltagsleben von Bedeutung. Wenn man dem politischen Raum eine Vorbildfunktion zuschreibt, sind sexuelle Verleumdungen in eben dieser Sphäre ein Freibrief, auch in anderen sozialen Bereichen Analoges zu praktizieren.
Es ist die Frage nahe liegend, ob Sexismus und Homophobie mit dem tiefgreifenden Wertewandel der vergangenen Jahre der Nährboden entzogen wurde. Wenngleich Homosexualität in der „hohen Politik“ kaum noch als „moralische Verfehlung“ angesehen wird, ist Skepsis angebracht.  Im gesellschaftlichen Alltag scheint dies
noch lange nicht der Fall.
Der Bürger im Staat. Die traditionsreichste Publikation der Landeszentrale der politischen Bildung Baden-Württemberg ist die Zeitschrift "Der Bürger im Staat". Sie erschien 2000 im 50. Jahrgang. Der Name erinnert an die Vorgängerorganisation der Landeszentrale, die 1950 gegründete "Arbeitsgemeinschaft der Bürger im Staat". Seit 1969 erscheint die Zeitschrift vierteljährlich, mit jeweils einem zentralen Thema. Ein zentrales Ziel politischer Bildungsarbeit - und somit dieser Zeitschrift - besteht darin, die notwendigen Informationen zu vermitteln, damit der in der Demokratie so notwendige politische Diskurs über Werte und Ziele informiert geführt werden kann. Die Zielgruppe sind nicht die Bürgerinnen und Bürger schlechthin - die es zudem so ja auch gar nicht gibt - , sondern die Mittler politischer Bildung, die ihr Wissen weitergeben. Somit ist die Zeitschrift auch ein Fortbildungsmedium für die Lehrenden im Bereich der politischen Bildung.

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Ein schneller Blick auf den INHALT:
Einleitung @
Beate Küpper/Andreas Zick
Homophobie – zur Abwertung nicht-heterosexueller Menschen
Kurt Möller
Heterosexismus bei Jugendlichen – Erscheinungsweisen
und ihre Begünstigungs- sowie Distanz(ierungs)faktoren
Norman Domeier
Die sexuelle Denunziation in der deutschen Politik
seit dem frühen 20. Jahrhundert
Stefanie Wolter
Lebenssituationen und Repressionen von LSBTI im Nationalsozialismus – Desiderate und Perspektiven der Forschung
Ralf Bogen
Ausgrenzung und Verfolgung homosexueller Männer in Württemberg
Matthias Heyl
Gender als Kategorie in der gedenkstättenpädagogischen Praxis der Gedenkstätte Ravensbrück – ein Werkstatttext
Anke Rietdorf
Irgendwie anders?! LSBTTIQ-Menschen im Kontext binärer Gesellschaftsstrukturen
Ahmad Mansour
Geschlechterrollen, Sexualität und Ehre zwischen Tradition und Religion
Buchbesprechung