Samstag, 4. März 2017

[ #eMaps ] Rheinatlas 2015 (Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten der Internationalen Flussgebietseinheit Rhein)

Im Auftrag der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) wurde im Dezember 2001 der Rheinatlas mit flächendeckenden Übersichtskarten zur Überschwemmungsgefährdung und zu den Schadensrisiken für den Rheinhauptstrom zwischen Bodensee und Mündung in die Nordsee fertiggestellt.

Dieser wurde im Jahr 2014 auf der Grundlage der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten der Staaten und der deutschen Bundesländer überarbeitet und 2015 als digitale Version auf der Internetseite der IKSR veröffentlicht.

Im neuen Rheinatlas 2015 sind die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten nach der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) für den Rheinhauptstrom vom Alpenrhein bis zur Mündung in die Nordsee dargestellt. Durch die Lokalisierung der Gefahrenart und des Gefährdungsgrades, dient der Rheinatlas zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Hochwasser am Hauptstrom.


Der IKSR Rheinatlas 2015 lokalisiert die Gefahrenart und den Gefährdungsgrad für den Hauptstrom. Er unterstützt auch die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen im Planungsbereich in Zusammenhang mit hochwasserangepassten Nutzungen.

Es sind die Hochwassergefahren und -risikothemen nach Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) für den Hauptstrom Rhein vom Alpenrhein bis zur Mündung in die Nordsee dargestellt. Mit dem Rheinatlas wird eine einheitliche Darstellung der Überflutungsgebiete und des damit einhergehenden Hochwasserrisikos für drei Hochwasserszenarien (hohe, mittlere und niedrige Hochwasserwahrscheinlichkeiten) gesichert.

Zugriff. Der Rheinatlas besteht aus vereinfachten/aggregierten nationalen Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten. Durch Anklicken einer beliebigen Stelle der Karte haben Sie Zugriff auf zusätzliche Angaben und detailliertere nationale Karten. Atlas der möglichen Überschwemmung und Schäden bei Extremhochwasser am Rhein.

Der Rhein-Atlas 2001. Schon der Rhein-Atlas 2001 war Teil des Aktionplanes Hochwasser, den die Rhein-Ministerkonferenz 1998 mit einem Kostenrahmen von rund 12,4 Milliarden Euro bis 2020 beschlossen hat. Die Inhalte des Rheinatlas sind urheberrechtlich geschützt (ISBN 3-935324-43-X). Den Text des Atlas kann man auf der eigenen Festplatte speichern. Die insgesamt 41 Karten hingegen können nur separat und pro Karte gespeichert werden. Diese wurden von der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz in Zusammenarbeit mit der Ingenieurgemeinschaft Ruiz Rodriguez + Zeisler, Wiesbaden, erstellt.

Aktionsplan.
Beim Aktionplan Hochwasser Rhein geht es nicht nur um Dammertüchtigung, Polderbau und neue Überflutungsflächen. Denn ohne begleitende Umweltaufklärung für die Hochwassergefahren werden die geplanten Maßnahmen nur schleppend voran kommen. Die Einwände sind immer die gleichen: Landwirte fürchten um ihre fruchtbaren Maisäcker, die Hausbesitzer der Rheindörfer bangen um ihre Keller, die bei Flutung der Polder durch Druckwasser gefährdet sind. Kurzum: ein kommunalpolitisches Pulverfass. Ziel des Rheinatlas ist es auch den am Rhein und im Rheintal lebenden Menschen diese Risiko vor Augen zu führen.

Gefahrensituationen. Im Februar 1995 wurden etwa 200.000 niederländischen Rheinanwohnern und rund eine Million Tiere evakuiert.Die Rekordflut von 1999 am Hochrhein, die Experten bis dahin nicht für möglich gehalten hatten, ließ den Pegel Maxau bei Karlsruhe auf die Rekordmarke von 8.83 Meter schnellen. Experten nannten dies respektvoll ein sogenanntes 200jähriges Hochwasser. Doch weil keine Dämme brachen, war dieses Hochwasser schnell wieder vergessen. Die Verantwortlichen der staatlichen Hochwasserschutzzentrale in Karlruhe schätzten die Situation weitaus gefährlicher ein. Drei Handbreit höher, bei Pegelstand 9.20 Meter, wären die Fluten des Rheins über die Dämme gelaufen und hätten große Teile des Tiefgestades der Rheinebene überschwemmt. Bei der "Rekordflut" in Basel (1999) schossen 5000 Kubimeter Wasser pro Sekunde rheinabwärts, richteten aber vergleichsweise wenig Schäden an. Dennoch summierten sich am Bodensee, Hochrhein und Nebenflüssen die Schäden auf etwa 200 Millionen Euro.

Schutz und Trutz. Im Ernstfall sind die Hochwasservorhersagedienste, Feuerwehren und der Katastrophenschutz gefordert. Ihnen gibt der Rhein-Atlas wertvolle Hinweise: Das Kartenwerk zeigt für alle Rheinabschnitte vom Bodensee bis zur Mündung im Maßstab 1:100.000 Überschwemmungsgrenzen, Überflutungstiefen und das Gefahrenpotential für Siedlungen, Industrie und Landwirtschaft. Rückhalteräume (Polder) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sollen die Extremhochwasser-Stände unterhalb des staugeregelten Bereichs bis zum Jahre 2020 gar um 70 Zentimeter absenken können und doch bleibt die Gefahr: Diese Polder am Oberrhein könnten im Ernstfall den Flutscheitel am Mittelrhein nur um wenige Zentimeter senken.

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