Dienstag, 12. Januar 2016

[ #eLexika ] Opernführer Online - Das virtuelle Opernhaus

[Nachschlagewerk] Oper erscheint heute (wohl auch wie "damals") schnell als ein Phänomen für einen elitären Zirkel von "Eingeweihten", als "Hochkultur" oder gar überholte Kulturepisode.  Von der Faszination Oper berichtet eine schweizerische Site mit Komponisten und Kompositionen, Inhaltsangaben, Libretti, Besetzungsangaben, Kritiken und Midi- und MP3-Dateien und Musiknoten zu bekannten Opern.

Opernsprache. Bis zur Mitte der 1960er Jahre wurden Opern zumeist in der jeweiligen Landessprache des Aufführungsortes aufgeführt. So wurden Verdi-Opern in Deutschland in deutscher Sprache und Wagner-Opern in Italien in italienischer Sprache gesungen, wie auch Radio- und Fernsehaufzeichnungen belegen. Bereits zuvor gab es jedoch Theater, die Opern in der jeweiligen Originalsprache aufführten, etwa die Metropolitan Opera in New York. Auch die Salzburger Festspiele zeigten Opern stets in der Originalsprache. Aber nicht nur die Aufführungen in Originalsprache erfordern zum Verständnis des weniger sprachgewandten Opernkunden einen Opernführer.

Definition. Als Oper (von ital. opera in musica, "musikalisches Werk") bezeichnet man seit etwa 1650 eine musikalische Gattung des Theaters, in der eine szenisch-dramatische Handlung durch Musik gestaltet wird. Zur Gesamtwirkung der Oper vereinigen sich:

* Musik (Ausführende sind hierbei Orchester, Sängerensemble und Dirigent)
* Dichtung (in Gestalt des Librettos)
* Darstellende Kunst und Schauspiel
* Ballett und Tanz
* Bühnenbild (Malerei, Plastik, Dekoration und Architektur)
* Beleuchtung und diverse Effekte
* Maske und Kostüme

Hierbei wird vor allem die Musik zum Träger der Handlung, der Stimmung und der Gefühle – im Gegensatz zur simultanen Untermalung eines Sprechstücks mit Musik (Melodram) oder der einlagenartigen musikalischen Auflockerung einer Handlung (Singspiel, Bühnenmusik).

Geschichte. Die Oper im heutigen Sinn entstand Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz. Die Florentiner Camerata, in der die Oper entstand, war ein akademischer Gesprächskreis, in dem sich Dichter (z. B. Ottavio Rinuccini), Musiker, Philosophen, Adlige und ein Kunstmäzen – zunächst übernahm Graf Bardi diese Rolle, später Graf Corsi – zusammen fanden. Diese Humanisten versuchten, das antike Drama wiederzubeleben, in dem Gesangssolisten, Chor und Orchester beteiligt waren. Nach den Pastoraldramen des 16. Jahrhunderts wurde das Libretto gestaltet und mit den musikalischen Mitteln der Zeit in Musik gesetzt.

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