Mittwoch, 30. September 2015

[ #FreeBook ] Die deutsche Rechte und das Südtirolproblem 1919-1933

(FreE-Book) Als die Nazis in Deutschland an die Macht gelangten war die noch Mitte der zwanziger Jahre leidenschaftlich geführte Debatte um Südtirol weitestgehend verstummt und Hitler konnte sich mit gutem Recht als ihr Sieger fühlen, wenngleich die Ansprüche auf Südtirol bei vielen dadurch keineswegs aufgegeben waren.

Die Arbeit untersucht den Südtiroldiskurs der deutschen Rechten zur Zeit der Weimarer Republik im Spannungsfeld von Volkstumsdenken und Revisionismus. Sie stützt sich vor allem auf - größtenteils bislang unbearbeitete - Akten- und Zeitschriftenbestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. 
Ein "Südtirolproblem", das letztlich von keiner der Strömungen der Weimarer Rechten, von traditionell-konservativ bis radikal-völkisch, gelöst werden konnte, stellte sich dabei auf mehrfache Weise: Zum einen für die deutsche Rechte insgesamt, da in Südtirol seitens des italienischen Staates auf besonders drastische Weise der Versuch unternommen wurde, einer durch die Pariser Vorortverträge unter neue Herrschaft geratenen deutschsprachigen Bevölkerung "ihr Deutschtum zu entreißen". Zweitens stellte sich das Problem innerhalb der deutschen Rechten, weil Südtirol die einzige Frage einer auslandsdeutschen Minderheit war, in der sich, durch die Verzichthaltung Hitlers und der NSDAP bedingt, grundsätzliche Differenzen in der Bewertung ergaben. Schließlich ergab sich drittens ein Problem wiederum innerhalb der Rechten, da das Aufwerfen der Südtirolfrage im Verlauf der Weimarer Jahre in immer stärkeren Gegensatz zu den weit verbreiteten Sympathien der Rechten mit dem italienischen Faschismus geriet.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 8
1.1 „...und ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht“ – Südtirol 1938/39  8
1.2 Problemstellung und methodisches Konzept  9
1.3 Forschungsstand 13
1.4 Quellen  16
2 Revisionismus und Volkstum – Außenpolitische Perspektiven der deutschen Rechten nach
Versailles  18
2.1 Revisionismus 18
2.2 Volkstum 22
3 Das Südtirolproblem  27
3.1 Die Teilung Tirols in St. Germain und die „liberalen Jahre“ 1918-22  27
3.2 Südtirol 1922-1933 – Unter der Herrschaft des Faschismus  29
3.3 Den Blick nach Norden – Das Südtirolproblem zwischen Bozen, Innsbruck und Wien  34
3.4 Das Deutsche Reich und Südtirol  41
4 Südtirol und seine Unterstützer im Reich und in Bayern  48
4.1 „Uns bleibt nur eine Waffe“ – Volkstumsvereine im Reich und Südtirol  48
4.2 „Eine Frage des Sentiments“ – Südtirol in Gefühlswelt und Sprache der Rechten 52
4.3 Aufmarsch in Bayern – Südtirolpropaganda auf dem Höhepunkt  56
4.4 Locarno als Katalysator 60
5 Die nationalsozialistische Herausforderung – Hitlers Südtirolverzicht und die NSDAP 63
5.1 Der Südtirolverzicht in der Programmatik Hitlers  63
5.2 Die Praxis des Verzichts  66
5.3 Der Südtirolverzicht und die Partei  68
5.4 Durchsetzung 71
6 Die Kontroversen in der Rechten um Hitlers Südtirolverzicht  76
6.1 Angriffe 76
6.2 „Realpolitik“ oder „bürgerlich-nationale Grenzpolitik“? 80
6.3 Die Reichtagswahl 1928 – letzter Höhepunkt und Ende der Kontroverse  85
7 Die bröckelnde Front  88
7.1 Die Anziehungskraft des Faschismus  88
7.2 Vom unüberwindlichen Hindernis zum Gesetz des Schweigens – Die Südtirolfrage in den
Kontakten zwischen der Deutschen Rechten und dem Faschismus  90
7.3 Eine „italienische Partei“? – Rechte Öffentlichkeit und Südtirol Anfang der dreißiger Jahre  95
7.4 „Es ist stille geworden“ – Südtirolvereine auf dem Weg in den Nationalsozialismus 1930-33 98
58 Schlußbetrachtung 104
8.1 Resümee 104
8.2 Ausblick 106
Anhang  108
Abkürzungsverzeichnis 108
Literatur und Quellen  109
Ungedruckte Quellen - Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (BayHStA)  109
Gedruckte Quellen, Dokumentensammlungen, Bibliographien, Statistiken  109
Zeitgenössische Literatur  109
Monographien und Sammelwerke  110
Aufsätze und Beiträge  115