Donnerstag, 9. August 2018

[ #eText ] Islamische Kritik am Islamischen Staat


Eine Masterarbeit an der Uni Wien liefert Informatonen über eine islamische Kritik am IS. Eine Kritik, die in der westlichen Öffentlichkeit eigentlich kaum beachtet wird. Gerade deshalb ist diese Arbeit dringend wichtig.
"Der islamische Staat, wie er vom IS praktiziert und vorgelebt wird, weicht vom geschichtlichen islamischen Staat ab, die Organisation steht nur für einen kleinen Teil der Muslime, mit dem Kalifat wurde keine Institution gegründet, die allen Muslimen ein religiöses und politisches Zuhause bieten kann. Dieser Aufgabe wird der IS in keinster Weise gerecht, da die Organisation nur eine Islaminterpretation unter vielen Vertritt, die nur von wenigen Muslimen geteilt wird und keinen Anspruch darauf hat, alle Muslime dieser Welt unter dieser Auslegung zu vereinen."
Masterarbeit Abstract. Die vorliegende Arbeit zeigt die Entwicklung vom politisch motivierten Terror, hin zum religiös motivierten Terrorismus und die Neuerungen für den globalen Terrorismus, welche das Vorgehen des Islamischen Staates mit sich bringt. Dabei wird ein historischer Abriss über die Weiterentwicklung des Terrorismus und die Entstehung des Islamischen Staates geboten. Die Medien, die bei der Vorgangsweise des IS eine wichtige Rolle spielen, werden beleuchtet und ihre Bedeutung für das Verhalten der Organisation wird dargestellt.

Der zentrale Aspekt der Arbeit ist die Kritik islamischer Gelehrter an der Vorgangsweise und an den Interpretationen des Islams, auf denen das Handeln des Islamischen Staates beruht. In 24 Punkten werden Kritikpunkte aufgezeigt, welche die Legitimation des IS zum Erodieren bringen sollen. Berücksichtigt wird dabei, auf welche theologischen Quellen die Gelehrten zurückgreifen und wie beim Versuch vorgegangen wird, die Islamauslegung des IS zu widerlegen und diese als eine Randerscheinung der Religion darzustellen. Der religiösen Triebfeder des Islamischen Staates wird durch die Position der Gelehrten eine Gegenposition entgegengesetzt. Durch den Inhalt des Offenen Briefes soll der IS-Ideologie eine weitere Position gegenübergestellt werden um zu zeigen, dass die Meinungen, Auslegungen und Interpretationen des Islams von Seiten des Islamischen Staates nicht die vorherrschenden Ansichten der gesamten islamischen Welt darstellen.

Im Zuge dieser Arbeit wird anhand der Kritik durch islamische Gelehrte eine Gegenposition zur Islaminterpretation des Islamischen Staates dargelegt. Es wird dabei verdeutlicht, dass die Ansichten des IS wahrgenommen werden sollen und zur weiteren Analyse herangezogen werden müssen, um den Kampf gegen den Islamischen Staat, vom Schlachtfeld, hin zum Internet zu verlagern.

[ #FREIHANDbuch ]