Montag, 9. Juli 2018

[ #Digitalisat ] Geschichte der Österreichischen Sozialdemokratie von Ludwig Brügel Bd. I, II, III

Ludwig Brügel (geboren 6. Februar 1866 in Großmeseritsch, Kaisertum Österreich; gestorben 30. August 1942 im Ghetto Theresienstadt) war ein österreichischer Journalist und Historiker der österreichischen Arbeiterbewegung.
"Eine Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie kann nicht bloße Parteigeschichte sein; sie muss naturgemäß politische und soziale Geschichte der früheren Reichshälfte und ein Stück Universalgeschichte darstellen. Denn nur in Verbindung mit der ökonomisch fortschreitenden Entwicklung sowie mit dem Werden eines Verfassungslebens in Österreich konnte oder musste jene Bewegung erstehen, die ihren Ausdruck findet in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Sie bedurfte der elementaren Freiheiten, wie sie die bürgerliche Klassenpolitik zur Durchsetzung ihrer politischen und wirtschaftlichen Ziele bedurfte; und aus dem Boden der wirtschaftlichen Entwicklung gedieh der Sozialismus empor. Darum kann als der Anfang der sozialistischen Bewegung in Österreich erst eigentlich jener Zeitpunkt gelten, da der Absolutismus hierzulande zusammenbrach und eine Verfassung ausgerichtet wurde."
Ludwig Brügel trat 1884 als mittelloser Student der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Brünn bei. Nach seiner Übersiedlung nach Wien unterrichtete er an verschiedenen Abendschulen; zu seinen Schülern zählten spätere führende Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung wie Franz Schuhmeier und Leopold Winarsky.

Als das Parlament am Tag der Proklamation der Republik, am 12. November 1918, beschossen wurde, erlitt Ludwig Brügel einen Streifschuss am Kopf und verlor dabei ein Auge. Im selben Jahr ernannte ihn der erste Staatskanzler der Republik, Karl Renner, zum Pressechef der Staatskanzlei.

Er war der Vater von Fritz Brügel (Friedrich Bruegel, * 13. Februar 1897 in Wien; † 4. Juli 1955 in London war ein österreichischer, ab 1935: tschechoslowakischer Bibliothekar, Diplomat und Schriftsteller.), gilt als der Geschichtsschreiber der österreichischen Arbeiterbewegung. Er verfasste die "Soziale Gesetzgebung in Österreich von 1848 bis 1918" (erschienen 1919) und die "Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie" (erschienen 1922-1925 in fünf Bänden).

Nach dem "Anschluss" wurde Ludwig Brügel verhaftet und am 13.8.1942 ins KZ-Theresienstadt deportiert, wo er wenig später ermordet wurde.


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