Dienstag, 12. Juni 2018

[ #Digitalisat ] Bertuchs Bilderbuch für Kinder - 12 Bände (1780-1830)



Das „Bilderbuch für Kinder“ wurde zwischen 1790 und 1830 in einer Auflage von 3000 Stück herausgegeben, es enthält insgesamt 1185 kolorierte Bildtafeln mit rund 6000 einzelnen Kupferstichen.

Ab 1790 veröffentlichte Friedrich Justin Bertuch (1747-1822) seine aufwendig gestalteten Bildtafeln, den letzten Band postum 1830. Die Tafeln erschienen heftweise mit jeweils einer Seite beschreibendem Text. In der ersten Auflage war dieser zweisprachig (deutsch und französisch), spätere Auflagen boten auch Erklärungen in italienischer und englischer Sprache. Das Bilderbuch für Kinder war ein enzyklopädisch angelegtes Sach- und Lehrbuch, das größte Buchprojekt von Friedrich Justin Bertuch, dem erfolgreichen Verlagsunternehmer der Weimarer Klassik.

Friedrich Johann Justin Bertuch. Bertuch (* 30. September 1747 in Weimar; † 3. April 1822 in Weimar) war ein deutscher Verleger und Mäzen. Bertuch beschreibt Bilderbücher als "unentbehrlicher" Teil im kindlichen Aufwachsen - eine Aussage, die heutige Leserinnen und Leser vielleicht überrascht, da man geneigt ist anzunehmen, dass Bücher um 1800 durchaus unüblich in Kinderhand waren. Aber Bertuch schreibt ganz deutlich, dass sein "Bilderbuch" gedacht ist, direkt in die Verantwortung des Kindes gegeben und nicht in der elterlichen Bibliothek aufbewahrt zu werden, wo es nur unter Aufsicht vom Kind genutzt werden darf.
"Es muss gut, aber nicht zu kostbar, und so von Preisse und Werthe seyn, dass auch mittelmässig bemittelte Eltern dasselbe nach und nach anschaffen, und dem Kinde ganz zum Gebrauche übergeben können. Das Kind muss damit völlig umgehen können wie mit einem Spielzeuge; es muss darinn zu allen Stunden bildern, es muss es illuminiren; ja sogar, mit Erlaubniss des Lehrers, die Bilder ausschneiden und auf Pappendeckel kleben dürfen. Der Vater muss ein Bilderbuch für Kinder nicht als ein gutes Bibliotheken-Werk, das ohnediess nicht in Kinderhände gehört, behandeln, es schonen, und nur zuweilen zum Ansehen hergeben wollen. Kostbare Bilder-Bücher, welche Kinder schonen müssen, und nur zuweilen unter strenger Aufsicht zu sehen bekommen, unterrichten das Kind bey weiten nicht so gut, als ein minder kostbares, das es aber immer in den Händen und vor Augen hat."

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