Dienstag, 26. Januar 2016

[ #FreeBook ] Hugo Bettauer: Die freudlose Gasse

Originalausgabe erschienen 1924 bei Gloriette.
Eine spannende Sozial- und Milieustudieaus dem Jahre 1924, die leider auch heute noch ihre Gültigkeit hat.  Orte und Anlässe mögen heute andere Namen tragen, doch Bettauers Leistung, die Menschen maskenlos und das Leben zu zeigen wie es wirklich ist, bleibt traurigerweise auch im Heute Realität.

Wien in den Inflationsjahren nach dem Ersten Weltkrieg. Hinter den Fassaden der ehemals wohlhabenden Bürgerhäuser herrschen einerseits dumpfe Armut und Hunger und andererseits dekadenter Reichtum und Spekulationsgeist. Die neue "Oberschicht" in der einst gutbürgerlichen Melchiorgasse bilden die Händler, die ihre Machtstellung ausnutzen: Die Schneiderin Greifer betreibt im Hinterzimmer ein Bordell, und der Fleischer veräußert seine Ware nur gegen besondere Dienstleistungen. In locker verwobenen Episoden entsteht einen scharf kontrastierender Bilderbogen von Armut und Verschwendung, Sexualität und Macht.

Hugo Bettauer. Maximilian Hugo Bettauer (* 18. August 1872 in Baden bei Wien, Österreich-Ungarn; † 26. März 1925 in Wien, Österreich), war ein österreichischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Der Sohn eines Börsenmaklers verbrachte seine Schulzeit in Wien. 1899 übersiedelte er nach New York und wurde amerikanischer Staatsbürger. Als Journalist ging er nach Berlin; dort griff er die Berliner Polizei und preußische Beamte wegen Bestechlichkeit an. Nachdem er die Korruption des Direktors der Berliner Hoftheater aufgedeckt hatte, der darauf Selbstmord beging, mußte Bettauer Preußen verlassen. Er ging nach Hamburg, 1904 wieder nach New York, wo er als Reporter der »Deutschen Zeitung« und als Schriftsteller arbeitete; er schrieb Fortsetzungsromane für die Einwanderer. 1910 kehrte er nach Wien zurück und verfaßte bis 1924 eine Reihe von Kriminalromanen. Ab 1924 war er Mitherausgeber von Sie und Er. Wochenschrift für Lebenskunst und Erotik; die Zeitschrift wurde als sittengefährdend beschlagnahmt. In dem anschließenden Prozeß wurde er zwar freigesprochen, aber von Antisemiten verfolgt und in seiner Redaktion von einem fanatischen Nationalsozialisten ermordet.


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