Mittwoch, 27. Januar 2016

[ #eText ] Max Horkheimer, Traditionelle und kritische Theorie (1937)

Symbolfoto
Als Kritische Theorie wird eine von Hegel, Marx und Freud inspirierte Gesellschaftstheorie bezeichnet, deren Vertreter auch unter dem Begriff Frankfurter Schule zusammengefasst werden. 

Ihr Gegenstand ist die kritische Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, das heisst: die Aufdeckung ihrer Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen und die Entlarvung ihrer Ideologien, mit dem Ziel einer vernünftigen Gesellschaft mündiger Menschen.


Den Begriff der Kritischen Theorie hat Max Horkheimer (* 14. Februar 1895 in Stuttgart; † 7. Juli 1973 in Nürnberg) erstmals in einem programmatischen Aufsatz aus dem Jahr 1937 (Traditionelle und Kritische Theorie) verwendet, das Konzept selbst ist freilich einige Jahre älter. Im Unterschied zur sogenannten traditionellen Theorie (Positivismus, Szientismus) soll Kritische Theorie nicht bei der Feststellung von Tatsachen oder der Erkenntnis von Teilaspekten stehen bleiben, da dies nur die Verdoppelung der schlechten Realität, nicht aber ihre Aufhebung bedeuten würde.


Allgemeine Kriterien für die Kritische Theorie als Ganzes gibt es Horkheimer zufolge nicht. Kritische Theorie bezeichnet daher in erster Linie ein „kritisches Verhalten“, das das Bestehende mit seinen eigenen „objektiven“ Möglichkeiten konfrontiert und jedem Versuch einer Verschleierung ideologiekritisch entgegentritt. Die Gesellschaft wird als „Totalität“ begriffen, die von den Menschen produziert wird und daher auch von ihnen verändert werden kann.


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