Samstag, 16. Juli 2016

[ #eText ] Vor 50 Jahren: Dokumente des II. Vatikanischen Konzils

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962/1965) war damals eine Sensation und bedeutete eine weltweite Wende und Veränderung des Erscheinungsbildes des Katholizismus. Diese Bischofsversammlung hatte der vermeintlich als Übergangspapst apostrophierte Johannes XXIII. (1958–1963) einberufen und hatte mit seiner Politik das „Aggiornamento“, die Modernisierung der Kirche, eingeläutet.

Die einschneidenden Veränderungen, die das Konzil mit sich brachte, wurden von päpstlichen Enzykliken begleitet. Hierzu zählen die Sendschreiben Mater et Magistra (1961) und Pacem in terris (1993) von Johannes XXIII. Die Abkehr von offenem Antikommunismus, der Aufruf zu Frieden, Abrüstung und Beendigung des Kalten Krieges sowie die Verurteilung von Atomwaffen waren Kernpunkte der päpstlichen Botschaften. Den Problemen speziell der Dritten Welt widmete sich die Enzyklika „Populorum progressio” (1967) von Papst Paul VI., in der die Weltöffentlichkeit eine Zäsur in der Geschichte der Katholischen Kirche sah. Der Einfluss auf die Katholiken in Lateinamerika dauert bis heute an.

Damit wurde weit mehr als nur die römisch-katholische Welt nachhaltig geprägt. Die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ stellte beispielsweise klar, dass bei „Fragen der Ordnung irdischer Dinge“ unter Christen unterschiedliche Meinungen vertreten sein könnten und niemand das Recht habe, ausschließlich für seine eigene Position kirchliche Autoritäten in Anspruch zu nehmen. Damit war auch ein erster und sehr wichtiger Schritt gegenüber der Arbeiterbewegung gesetzt, der zu eine fortschreitenden Entspannung führte.

Das Konzil schuf (weltweit) die Voraussetzung für eine zeitgemäße Identifikation mit Liturgie und kirchlichem Leben. Kurz zusammengefasst kann man die äußeren Auswirkungen nachfolgend umschreiben: Gottesdienst in der Muttersprache, moderne Kirchenraumgestaltung nach den liturgischen Vorschriften des Konzils (etwa der „Volksaltar“) sowie die neue institutionelle Verankerung der Mitverantwortung der Christen. Das konziliare Gemeinschaftsverständnis erscheint neu, weil es von geschichtlicher Überfrachtung freigelegt wurde. Bemerkenswert sind auch die Bemühungen um die Ökumene.

[FREIHANDbuch]   
Konstitutionen
  • Dei Verbum
  • Lumen Gentium
  • Sacrosanctum Concilium
  • Gaudium et Spes
Erklärungen
  • Gravissimum Educationis
  • Nostra Aetate
  • Dignitatis Humanae
Verordnungen
  • Ad Gentes
  • Presbyterorum Ordinis
  • Apostolicam Actuositatem
  • Optatam Totius
  • Perfectae Caritatis
  • Christus Dominus
  • Unitatis Redintegratio
  • Orientalium Ecclesiarum
  • Inter Mirifica