Donnerstag, 5. Januar 2017

[ #Digitalisat ] Codex Sinaiticus - Digitalisiert online

Codex Sinaiticus

Ein Berg, nicht nur für Bergsteiger interessant.

Die Geschichte von den zwei Tafeln oder den Zehn Geboten welche Moses auf dem Berg Sinai empfangen haben soll, bleibt selbst in religionsferneren Zeiten bekannt. Was jedoch ist das Buch vom Sinai? Der Codex Sinaiticus trägt seinen Namen nach dem Katharinenkloster auf dem Sinai, wo er viele Jahrhunderte lang aufbewahrt wurde. Der Name meint wörtlich "Das Buch vom Sinai".

Der Berg Sinai. Das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster ist eines der ältesten Klöster der Christenheit. Gleichzeitig ist es ein Ort, wo sich jüdische, christliche und islamische Kulturgeschichte berühren. Durch seine isolierte Lage gehört das Katharinenkloster zu den wenigen Klöstern, die nie zerstört wurden. Beim Katharinenkloster am Fuße des Berges Sinai in rund 1585 Metern Höhe endet auch die reguläre Straße. Das heute griechisch-orthodoxe Katharinenkloster im Sinai in Ägypten wurde zwischen 548 und 565 gegründet. Es liegt am Fuße des Gebel Musa (Mosesberg). Von hier aus kann der 700 Höhenmeter überwindende und rund 2500 m lange Aufstieg nur noch zu Fuß oder per Kamel fortgesetzt werden. Der Berg ist 2228 m hoch und kann über zwei verschiedene Routen bestiegen werden. Entweder über einen Treppenpfad mit insgesamt rund 3750 Stufen oder über einen Kamelpfad, der länger aber weniger beschwerlich ist. Dieser Pfad trifft 750 Stufen unter dem Gipfel auf den Treppenpfad. Es ist üblich, den Berg nachts zu besteigen, so dass man vor Sonnenaufgang am Gipfel ist.

Codex Sinaiticus. Beim Codex Sinaiticus handelt es sich um die älteste erhalten gebliebene Handschrift der Bibel mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass hier das Neue Testament vollständig vorliegt. Der Codex entstand in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Der handgeschriebene Text ist in (alt)griechischer Sprache verfasst. Er ist für die Rekonstruktion des ursprünglichen Textes der christlichen Bibel, für die Geschichte der biblischen Überlieferung und die Geschichte des Buches überhaupt bedeutend. Die Version des Neuen Testaments folgt der alten Gemeinsprache (koiné) und dem Alten Testament in der als „Septuaginta“ bekannten Fassung, die bei den frühen Griechisch sprechenden Christen verbreitet war. In der Handschrift finden sich sowohl zur Septuaginta wie zum Neuen Testament viele Anmerkungen, von frühen Schreibern, Redakteuren und Korrektoren.

Digitalisierung. Der gesamte erhaltene Bestand des Codex Sinaiticus macht etwa 407 Blätter aus. Davon befinden sich 43 Blätter seit 1844 in der Universitätsbibliothek Leipzig, 347 Blätter seit 1933 in der British Library, 5 Fragmente in der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg und 12 fragmentarische Blätter und 14 kleinere Fragmente im Katharinen-Kloster auf dem Sinai. In Kooperation mit den anderen besitzenden Institutionen und mit ins Projekt eingebundenen Wissenschaftlern ist eine virtuelle Zusammenfügung aller erhaltenenen Blätter des Codex organisiert.


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