Dienstag, 29. Dezember 2015

[ #FreeBook ] Sigmund Freud: Zur Psychopathologie des Alltagslebens


Sigmund Freuds " Psychopathologie des Alltagslebens" ist über hundert Jahre alt, die "Freudsche Fehlleistung" inzwischen ein geflügeltes Wort. 

Sein populärstes Buch ist eine bis heute aktuelle Untersuchung unserer Fehlleistungen, die er im Untertitel auch benennt: "Über Versprechen, Vergessen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum".


Fehlleistungen. Ausgehend von der Psychoanalyse kommt Freud zu dem Ergebnis, dass ein Großteil alltäglicher Fehlleistungen Ausdruck unbewusster Absichten ist. Es handelt sich also nur auf den ersten Blick um zufällige oder sinnlose Fehlleistungen, tatsächlich aber um sinnvolle Leistungen des Unbewussten. Über die Theorie der Fehlleistung kann man sich in Freuds Schrift  "Zur Psychopathologie des Alltagslebens" informieren, dass die so genannte Fehlleistung auf einer anderen Ebene eine geglückte Handlung darstellt: der unbewusste Wunsch erfüllt sich dort auf eine oft sehr deutliche Weise.

Fontane. So konnte Freud unter anderem auf reichhaltiges Material in der Literatur zurückgreifen. Beispielsweise will in Fontanes L'Adultera eine junge Frau ihrem Ehemann einen Ball zuwerfen, wirft ihn aber "versehentlich" einem danebenstehenden jungen Mann zu, den sie - noch unbewusst - erwählt hat und der später ihr Liebhaber wird. Zur psychologischen Bedeutung von Versprechern führt Freud Stellen in den Werken Shakespeares und Schillers an. Ebenso werden von alters her dem Vergessen oder falschem Erinnern von Namen und Sachverhalten nachvollziehbare Motive unterstellt. Mit psychoanalytischer Methodik deckt Freud auch weniger offensichtliche psychische Motive von Fehlleistungen auf. Dabei kommt er bei der Analyse von Unfällen teilweise zu dem Ergebnis, es handle sich um unbewusst angestrebte Selbstbeschädigungen.

Versprecher. Das Charakteristische der "Freud'schen Versprecher", in Fachkreisen "Freud´sche Fehlleistungen" genannt, ist die einfache Erkenntnis: Hier hat sich jemand verraten. Die durch Versprecher geleistete Offenbarung von Affekten, die man eigentlich verschweigen will, die sich aber häufig auf komische Weise Bahn brechen ("es ist zum VorschWein gekommen"), nennt man Freudscher Versprecher.

Kurzbiografie. Sigmund Freud wurde am 6. Mai 1856 in Freiberg geboren. Er starb am 23. September 1939 in London. 1873-81 Studium der Medizin in Wien. 1882-85 Arbeit am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. 1885 Habilitation, Dozentur für Neuropathologie an der Universität in Wien. 1885 Studienreise nach Paris mit einem Wiener Stipendium. Bekanntschaft mit Josef Breuer. 1886 Heirat mit Martha Bernays, Eröffnung einer neurologischen Praxis in Wien. 1902 Professur für Neuropathologie in Wien. 1907 Bekanntschaft mit Carl Gustav Jung. Reise in die USA. 1910 Gründung der "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung". 1930 Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. 1935 Ehrenmitgliedschaft der British Royal Society of Medicine. 1938 Flucht nach London.

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