Dienstag, 29. September 2015

[ #eText ] Kurt Bauer: Sozialgeschichtliche Aspekte des nationalsozialistischen Juliputsches 1934

[Free eBook]  Auch wenn sich Zeiten und Anlässe nicht gleichen, ja buchstäblich unvergleichbar sind, so gibt es doch Hinweise welche zum Denken in der politischen Elite führen sollten.

In den Augen der Putschisten bedeutete der Nationalsozialismus Fortschritt, Modernität, eine gesicherte soziale Existenz jenseits der Grunderfahrung des Mangels, einem Mangel den sie fast durchwegs in ihrer Kindheit und Jugend gemacht hatten und die Realisierung eines individuellen, möglichst selbstbestimmten Lebensentwurfes jenseits traditionaler Eingeengtheit in Familie, Beruf, Institutionen. In diesem Sinn stehen die Juliputsch-Beteiligten paradigmatisch für eine größere Gesamtheit, nämlich für jene Österreicher, die sich vor 1938 dem Nationalsozialismus zuwandten und in ihn ihre Hoffnungen setzten.

Es waren wohl alle Milieus der österreichischen Bevölkerung in unterschiedlich starkem Ausmaß erfasst, es waren aber vor allem jugendliche, deprivilegierte, zumeist manuell tätige, aus ländlich-/kleinstädtischen, den Sozialdemokraten traditionell fern stehenden Milieus stammende Österreicher waren, die mit voller Begeisterung aktiv für Hitler kämpften.

Elementar-Ereignis. Diese Arbeit stellt die Basis des 2003 erschienenen Buches "Elementar-Ereignis" dar. Was die quantitative Analyse der Sozialstruktur der Juliputsch-Beteiligten sowie die qualitative Analyse (Textanalyse) der Lebensgeschichten von illegalen österreichischen Nationalsozialisten betrifft, ist die Dissertation wesentlich ausführlicher als das Buch.

Umgekehrt verhält es sich hinsichtlich der Darstellung der blanken Ereignisse: Hier hat der Autor für das Buch zusätzliche Recherchen angestellt, die in der Dissertation nicht enthalten sind.

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