Montag, 24. Juli 2017

[ #eLexika ] Schweizer Geschichte Lexikon - online (e-HLS + HLS mobile)

Wussten Sie, dass Wallis als letzter Kanton das Verbot des Zusammenlebens unverheirateter Paare erst 1996  abgeschafft hat? Das u.v.a. erfährt man über unseren Nachbarn aus dem "Historischen Lexikon der Schweiz".

Das "Historische Lexikon der Schweiz (HLS)" ist im Internet als eine Erweiterung des Historisch-biographischen Lexikons der Schweiz, das von 1921-1934 herausgegeben wurde, präsent. Zur Buchausgabe ist auch eine Website (e-HLS) mit allen vorgesehenen, bearbeiteten und publizierten Beiträgen online.

Unbekannter Nachbar. Von dieser Liste aus können sämtliche Artikel eingesehen werden, die bisher verfasst worden sind – auch jene, die noch nicht gedruckt vorliegen. Das Lexikon ist so "total", dass man selbst "Konkubinat" findet.  Dass selbst deutsche Begriffe in der Schweiz historisch gewachsen eine andere Konnotation haben können, diese Erkenntnis erlangt man etwa beim Nachschlagen des Stichwortes "Vorort". Seit 1988 verfolgt eine durch die schweizerische Eidgenossenschaft finanzierte Stiftung das ambitionierte Projekt, den Stand des Wissens über die Geschichte der Schweiz in Form einer dreisprachigen (!) Enzyklopädie darzustellen. Von diesem "Historischen Lexikon der Schweiz" sind mittlerweile 10 Bände erschienen. Dereinst sollen die geplanten 13 Bände des Lexikons insgesamt rund 40.000 Artikeln umfassen.

Mehrsprachig. Volltextsuche über rund 36'000 Einträge zur Schweiz und ihrer Geschichte, Sprachwechsel auf Artikel-Ebene, Übersichtslisten über die neu aufgeschalteten Artikel machen es besonders benutzerfreundlich. Das dreisprachige Lexikon richtet sich an ein breites Publikum und versteht sich als Vermittler zwischen der geschichtswissenschaftlichen Fachwelt und interessierten Laien. Diese Leserschaft im Auge sind die Artikel in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache geschrieben und es wird auf einen betont akademischen Fachjargon verzichtet. Ein einziger Mausklick genügt, um in einem Artikel die Sprache zu wechseln. Damit wird das Finden und Übersetzen von historischen Fachbegriffen in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch stark erleichtert. Offnbar im Aufbau ist auch eine Rätoromanische (Rumantsch) Übersetzung, jedenfalls sind über die Menüsteuerung "Lexicon istoric retic" schon eine Reihe von Texten in dierser vierten Landessprache abrufbar.

Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) beschäftigt in der Zentralredaktion in Bern sowie in den beiden Aussenstellen in Bellinzona (italienische Redaktion) und Chur (rätoromanische Redaktion) rund 40 fest angestellte Personen. Daneben arbeiten ungefähr 2.500 Autorinnen und Autoren, 100 wissenschaftliche Beraterinnen und Berater und 75 Übersetzerinnen und Übersetzer als freie Mitarbeiter für das HLS.  Eben ist der 12. von 13 Bänden erschienen.

Band 12: von Sti bis Vin Der 12. Band des HLS umfasst eine Fülle spannender Artikel zu Lemmata mit dem Anfangsbuchstaben S, T, U und V, wie zum Beispiel Stickerei, Stimm- und Wahlrecht, Ernst Stückelberg, Suisse romande, Sulzer, Sutselva, Synagogen, Tagsatzung, Technischer Fortschritt, Wilhelm Tell, Tessin, Theater, Thunersee, Hans Heinrich Thyssen, Tierschutz, Tierversuche, Toilette, Transitverkehr, Konzil von Trient, Typhus, Übergangsriten, Überschwemmungen, Uhrenindustrie, Unzucht, Uri, Vaterschaft, Veltlin, Verlage

Band 1: A - Basel (Fürstbistum) ISBN 978-3-7965-1901-7 Band 2: Basel (Kanton) - Bümpliz ISBN 978-3-7965-1902-4 Band 3: Bund - Ducros ISBN 978-3-7965-1903-1 Band 4: Dudan - Frowin ISBN 978-3-7965-1904-8 Band 5: Fruchtbarkeit - Gyssling ISBN 978-3-7965-1905-5 Band 6: Haab - Juon ISBN 978-3-7965-1906-2 Band 7: Jura - Lobsigen ISBN 978-3-7965-1907-9 Band 8: Locarnini - Muoth ISBN 978-3-7965-1908-6 Band 9: Mur - Privilegien ISBN 978-3-7965-1909-3 Band 10: Pro - Schaf ISBN 978-3-7965-1910-9 Band 11: Schai- Stg ISBN 978-3-7965-1911-6 Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)


HLS mobile. Seit August 2011 bietet die Online-Ausgabe des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) eine auf die Bedürfnisse der Benutzer von iPhones und anderer Smartphones zugeschnittene Version, das HLS mobile. Layout und Funktionalität sind konsequent einfach gehalten. Die Umleitung auf das HLS mobile erfolgt automatisch. Der Rückgriff auf die klassische Webversion bleibt auf den Mobilegeräten via Link gewährleistet. Als wesentliche Neuerung bietet das HLS mobile eine vereinfachte Suchfunktion, die Elemente der alphabetischen Artikelsuche und der Volltextsuche kombiniert. Diese Suche soll „intuitiv“ das Auffinden von Inhalten vereinfachen und ständig verfeinert werden. Eine weitere Neuerung: Im Zusammenhang mit der Entwicklung des HLS mobile wird die Aufgliederung grosser Artikel in ihre Unterkapitel aufgehoben. Jetzt können z.B. die Kantonsartikel ganz einfach in einem Fenster konsultiert werden.

Konkubinat. Das Stichwortverzeichnis reicht von A wie Aadorf bis Z wie Zensur und die berücksichtigte Zeitspanne reicht von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Neben Politik- und Ereignisgeschichte werden auch sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtliche Aspekte wiedergegeben. Wir haben probeweise "Konkubinat" nachgeschlagen und erfahren, dass Wallis als letzter Kanton das Verbot des Zusammenlebens unverheirateter Paare erst 1996 - also vor rund 10 Jahren - abgeschafft hat.

Ikonografie. Als eine "Ikonografie der Schweiz" bezeichnete Thomas Maissen an der letzten HLS-Buchvernissage 2014 den Fundus von rund 8000 Bildern, die in den dreizehn Bänden des Historischen Lexikons der Schweiz erschienen sind. Die Illustrationen, die während über zwanzig Jahren zusammengetragen wurden, werden nun nach und nach ins e-HLS integriert - ein grosser Schritt für das HLS hin zum multimedialen Online-Lexikon.

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