Freitag, 14. August 2015

[ #Digitalisat ] Polychromiestreit: Gottfried Sempers Werk

Der so genannte Polychromiestreit (von griechisch „Vielfarbigkeit“) ist ein strittiger Diskurs unter Archäologen und Kunsthistorikern um den Einsatz von Farbe, einer "weißen" und "farbigen" antiken Baukunst. Das Werk von Gottfried Semper "Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architectur und Plastik bei den Alten — Altona, 1834" steht als Redtrodigitalisat online.

Mit dem aufsehenerregenden Werk Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten im Jahre 1834 lieferte Gottfried Semper einen wesentlichen Beitrag zur damaligen Debatte über die Farbigkeit antiker Architektur, dem sogenannten Polychromiestreit.

Dies veränderte Antikenrezeption, waren doch bereits Ende des 18.Jahrhunderts an antiken Tempeln Farbreste entdeckt worden. Dabei handelte es sich vor allem um gebrochene Farben (Grün, Violett, Blau, Rot, Gold und Bronze). Die Berichte gelangten allerdings erst im ersten Drittel des 19. Jhs. nach Deutschland.

Im folgenden sogenannten "Polychromie-Streit" standen sich Vertreter der "weißen" und der "farbigen" Antike gegenüber. Die Architekten Hittorf, Klenze und Gottfried Semper setzten sich für eine starke Farbigkeit entsprechend der antiken Polychromie ein. Die ersten Restaurierungen von Tempeln nach antiken Vorbildern sowie die Farbkonzepte nach Befunden wurden aufgrund der harten und unharmonischen Farbsetzungen und der fehlenden weichen Übergänge zunächst stark kritisiert. Als Ursache wurde nicht etwa ein mangelhaftes ästhetisches Verständnis der Griechen, sondern die noch unzulänglichen Kenntnisse über das System der griechischen Polychromie angegeben.

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