Samstag, 26. September 2015

[ #FreeBook ] Jaspers Karl: Psychologie der Weltanschauungen (1919)

Karl Theodor Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg; † 26. Februar 1969 in Basel) Psychologie der Weltanschauungen aus dem Jahre 1919 ist ein Übergang von der Psychologie zur Philosophie und kann als erstes Werk der modernen Existenzphilosophie eingestuft werden. 

Jaspers interessierte sich vor allem für die seelischen Antriebe, die Weltanschauungen begründen. Bereits hier problematisierte er die „Grenzsituationen“ wie Tod, Leiden, Schuld, Geschichtlichkeit, die die Erfahrungen des Menschen bestimmen, an denen er mit rationalem Denken scheitere, und in denen der Mensch Skeptizismus und Nihilismus überwinden kann, indem er sich als Existenz gegenüber der Transzendenz bewusst wird. Für ihn hatte dieses Buch „nur Sinn für Menschen, die beginnen, sich zu verwundern, auf sich selbst zu reflektieren, Fragwürdigkeiten des Daseins zu sehen, und auch nur Sinn für solche, die das Leben als persönliche, irrationale, durch nichts aufhebbare Verantwortung erfahren“.

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Lohnt sich ein Download? Ein Blick auf den Inhalt: 

Einleitung.
 §1. Was eine Psyclhologie der Weltanschauungen sei 1
Weltanschauungspsjchologie und prophetische Philosophie  1
Weltanschauungepsychologie und Psychologie überhaupt 5

§ 2. Quellen einer Weltanschauungspsychologie 7
1. Eigene Erfahrung der bewegten Weltanschauung 7
2. Das anschauende Sichversenken in Situationen, Sphären und gegenwärtige Menschen 8
3. Historische Erfahrung 8

4. Die schon vorhandene Psychologie der Weltanschauungen.  11
§ 3. Systematische Grundgedanlcen 14
Allgemeines: Das äußere Verfahren beim Versuch zu ordnen  14
Einige Gesetzmäßigkeiten aller Systematik:
1. Einlinigkeit 16
2. Einheit und Vielerlei, System und Katalog 16
3. Unvermeidlichkeit der Schematik bei theoretischer Arbeit . 17
4. Eigenschaft der Grundeinteilung 18
Grundgedanke der Subjekt-Objekt-Beziehung 18
Erlebnisstrom. Subjekt-Objekt-Spaltung und Mystik 19
Mögliche Mißverständnisse 20
Abstrakte Übersicht über die Vieldeutigkeit der Subjekt- Objekt-
Beziehung:
1. Unmittelbar, reflektiert, für uns 21
2. Das Einzelindividuum als ein Ausschnitt 22
3. Die Beweglichkeit der Subjekt-Objekt-Beziehung zwischen zwei
Unendlichkeiten 22
4. Das Gitterwerk der transzendentalen Formen 23
5. Die Kräfte (Ideen) 24

Grundgedanke der Entwicklungsreihen 25
Die dialektische Ordnung 26
Vier Abwandlungsprozesse weltanschaulicher Gestalten 27
Begriff des >Substantiellen<. Gefahr der Metaphysik und der bloßen
Wertung. Korrekturen.
1. Echtheit und ünechtheit 31
2. Formalisierung 36
3. Differenzierung 36
4. Isolierende Verabsolutierung 37

§ 4. Disposition 38

Kapitel I.
Die Einstellungen.

A. Gegenständliche Einstellungen.
1. Aktive Einstellung 44
Die Kategorien dieser Einstellung. Formalisierung. Spielende Einsltellung.
2. Kontemplative Einstellung: 50
Allgemeines. Historische Übersicht über Einteilungen des Kontemplativen bei Plato, Eckhart, Spinoza, Kant, Schopenhauer, Hegel. Das Gemeinsame.
Arten des Kontemplativen:
a) Intuitive Einstellungen 65
b) Ästhetische Einstellung 59
c) Rationale Einstellung 61
Allgemeine Charakteristik 61
Die Denktechniken: 65
1. Scholastische Denktechnik 66
2. Experimentierende Denktechuik 67
3. Dialektische Denktechnik 68
Abgeleitete Gestalten 70
3. Mystische Einstellung 73
Allgemeine Charakteristik 73
Ausdrucksversuche des Mystischen 75
Arten der Mystik 76
Abgeleitete Gestalten 76

B. Selbstreflektierte Einstellungen.
1. Kontemplatire Selbstreflexion 78
2. Aktive Selbstreflexion 80
a) Genießende Einstellung 80
b) Asketische Einstellung 81
c) Selbstgestaltung 83
Ganzheitsidee. Leitbilder (Skala vom Echten zum Unechten). Mannigfaltigkeit der Selbstgestaltung nach Arten des Selbst 83
Plastische Persönlichkeit und Heiliger 86
Abgeleitete Gestalten:
1. Des Heiligen 89
2. Der plastischen Persönlichkeit: Epikureer, Pflichtmensch und Stoiker. — Formalisierung 90
 Sichselbstwählen 93
3. Reflexive und unmittelbare Einstellung; der Augenblick 94
Exkurs: Das Nachdenken über die ZeitbegrifFe :
a) Historisches 95
b) Systematische Ordnung %
Der Augenblick als letzte Realität 97
Zwei Gegensatzpaare: 98
1. Der Zeitmoment bloß Mittel für die Zukunft und unmittel-
bare Lebendigkeit 98
2. Ästhetische Isolierung des Augenblicks und Eintauchen des
Augenblicks in eine Ganzheit 99        
Unmittelbarer, reflektierter und erfüllter Augenblick 100                                                      
Stufen der "f unction du reel" 100
Die Weite des Augenblicks , 101

C. Die enthusiastische Einstellung.
Allgemein: Grenzenlosigkeit, Totalität, Substanz. Unterscheidung von der mystischen Einstellung.
Genauere Beschreibung: 103
1. Einheit der enthusiastischen Einstellungj 103
2. Die Selbstaufopferung 104
3. Der Gegenstand ist auf spezifische Weise gegeben 106
4. Enthusiastische Einstellung ist nur in der Realität .... 106
5. Enthusiastische Einstellung ist Liebe 107
a) Liebe ist universal 107
b) Liebe und Triebe 107
c) Spezifischer Gegenstand 108
d) Liebe und Verstehen 108
Bewegung. Kämpfen 109
Abgrenzungen:
1. Psychologisches Verstehen 110
2. Mitleid 111
3. Erziehen 112
Liebe der Geschlechter 113
Gegenstand: in der Welt — außer der Welt 117
6 Enthusiasmus und Schaffen 11^
Formalisierung: Enthusiasmus und Rausch 119

Kapitel II
Weltbilder.
Einleitung.
Begriff der Weltbilder und die Aufgabe einer verstehenden Psycho-
logie der Weltbilder.
Idee des absoluten Weltbildes und der Perspektive 123
Typische Reihen von Weltbildern:
a) Erlebtes (verwachsenes) — objektiviertes (gewußtes) — bloß gewußtes (formalisiertes) Weltbild 126
b) Die Differenzierungsprozesse:
1. Vermittlung durch das Bewußtwerden 128
2. Ausbreitung der Auffassungs- und Erfahrungsfähigkeit 128
3. Einheit und Mannigfaltigkeit 128
4. Entwicklung zur Unendlichkeit 129
c) Die Trennung der verschiedenen Weltbilder. Arten der Einteilung. Quellen einer psychologischen Betrachtung der Weltbilder 130

A. Das sinnlich-räumliche Weltbild.
Umwelt, Reizwelt, Weltbild ^ 133
Unmittelbare Welt, begrenzter Kosmos, Unendlichkeit 134
Naturmechanisches Weltbild 137
Naturhistorißches Weltbild 139
Naturmythisches Weltbild 139
Verabsolutierung dieser Weltbilder. Ihr Kampf 141
Ihr Zusammenhang und ihre Synthese. Wertung der Natur . . 143
Das technische Weltbild: 144
Technisches Leisten. Können. Magisches Wirken 144
Arten der technischen Weltbilder 146

B. Das seelisch-kulturelle Weltbild.                
Das Verstehbare ist im Sinnlich-räumlichen gegeben; Konsequenzen dessen.
I. Reihe: 1. Die unmittelbare Weit 148
2. Das Andere und Fremde (objektive Kulturwelt und subjektive Erlebniswelt) 149
3. Das Weltbild unendlichen Verstehens 152
II.Reihe: 1. Kulturen 154
2. Menschliche Persönlichkeiten löG
3. Das seelenmythische Weltbild 156
Verabsolutierung: Historismus und Psychologismus 158

C. Das metaphysische Weltbild.
Begriff desselben. Das Absolute als unvermeidlicher Ort.
Gemeinsam:
1. Anschaulichkeit aus den anderen Weltbildern 161
2. Bewegung, die jedes metaphysische Weltbild wieder relativiert 161
3. Eigentliche Wirklichkeit 162
I. Der Ort des metaphysischen Weltbildes als eines einzelnen Ganzen im Ganzen der Weltbilder:
1. Die unmittelbare Ganzheit ' . 163
2. Die Spaltung in Diesseits und Jenseits 165
3. Die Wirklichkeitsstufen 165
II. Die inhaltlichen Typen:
1. Das mythologisch-dämonische Weltbild:
a) Das unmittelbare mythologische Weltbild 167
b) Die spezifischen Erfahrungsquellen 167
c) Das Weltbild im Hange zum Wunderbaren 168
d) Das Dämonische im Weltbild Goethes 169
2. Das philosophische Weltbild. Allgemeines: . 173
a) Die Verabsolutierung einzelner konkreter Weltbilder . . 173
b) Das rationalistische und panlogistische Weltbild .... 174
c) Die negative Theologie 175
d) Das mythisch-spekulative Weltbild 175
III. Typen des philosophischen Denliens 177

Kapitel III.
Die Geistestypen.
Einleitung.
1. Die Wertungen 190
2. Die Werttafeln 192
a) Wertschemata 193
b) Wertrangordnungen. Das höchste Gut 194
8. Die Grenzsitnationen 202
Allgemeine Charakteristik und Übersicht 202
1. Die antinomische Struktur des Daseins 204
Begriffe von Gegensätzen. Begriff der Antinomien 204
Abriß der Antinomien:
I. Die Antinomien auf der Seite des Objekts 205
Für das Denken und Erkennen 205
Für das Werten und Handeln 209
II. Die Antinomien von der Subjektseite her 210
Reaktionen auf die antinomische Situation 212
Das antinomische Weltbild 214
2. Leiden 218
Allgemeine Charakteristik 218
Reaktionen: 219
Optimismus — Pessimismus 219
Einzelne: Das Leiden als endlich gesehen: sich herumdrücken, tätig sein, bekämpfen, -bejahend umformen 221 ^
Das Leiden als Totalität gesehen: resigniert, weltflüchtig, heroisch, religiös — metaphysisch 222
Lehre und Leben . 225
Kierkegaard und Nietzsche; Leiden oder Lust als letztes. 225
3. Einzelne Grenzsituationen: 226
Kampf 227
Tod 229
Zufall 239
Schuld 242
4. Der lebendige Prozeß 247
5. Die Straktar der Geistestypen 251
A. Skeptizismus und Nihilismus.
Begriff des Nihilismus 252
Zusammenhänge, die zum Nihilismus führen:
1. DieErfahrung desSichselbstwidersprechensinderWirklichkeit 253
2. Die Reflexion in ihrer Eig^engesetzlichkeit 254
3. Das Wahrhaftigkeits- und Echtheits-Streben 255
Die Arten des Festen: Punktuelles, Knochengerüst, Leben. . . . 266
Die Gestalten des Nihilismus:
I. Stadien nnd Formen der nihilistischen Bewegung:
1. Im Wehren gegen den Nihilismus
a) Selbstabtötung des Jenaeitsgläubigen . 257
b) Selbstverneinung und Selbstmord des Ungläubigen . . . 258
c) Da8SuchenderSubstanzvonaußen:Rausch,Philosophieu8w. 259
d) Das Geschwätz der Bildung 260
2. In Einigkeit mit dem Nihilismus
a) Der Sophist 261
b) Der Skeptiker 261
c) Der Nihilist der Tat 264
II. Der absolute Nihilismus in Psychosen 265
B. Der Halt im Begrenzten: Die Gehäuse,
Allgemeines: Bedürfnis nach Festem und nach Ruhe. Naive,
lebendige und gewählte, tote Gehäuse 269
Der Rationalismus: Die Kräfte und die Beweglichkeit der ratio. Mannigfaltigkeit des Rationalismus 270
Charakteristik:
1. Verabsolutierung und Sichselbstüberwinden der ratio ... 271
2. Notwendigkeit und zeitliche Existenz; geschlossenes Weltbild und Grenzsituationen 273
Philosophische Lehren 275
Sinn der Wahl und des Entweder — oder 278
Einzelne Tjpen: 281
Autoritarismus 282
Liberalismus 284
Wertabsolutismus 285
C. Der Halt im Unendlichen.
Einleitung: Allgemeines. Aufgabe. Charakteristik des Geistes:
1. Der Geist als unendlich und frei 289
2. Der Geist als Prozeß hat irrationale Wendepunkte der Entwicklung und wird getragen von der Kraft des Glaubens. 293
a) Wendepunkte 293
b) Der Glaube 298
3. Der Geist in seiner Beziehung zum Antinomischen und Mystischen 303
Disposition für die Charakteristik einzelner Gestalten des Geistes. 305
I. Der Geist zwischen Gegensätzen: 306
1. Der Geist zwischen Chaos und Form 308
Was Form sei. Vieldeutigkeit der rationalen Lehren. Begriff der Konsequenz 308
Der chaotische, der rigoristisch-konsequente , der dämonische Mensch 313
Die Entwicklung in vier Gestalten: Leben; Rigorismus, Chaos; Totalität, die zugleich Lehre ist 316
Allgemein: 1. alles richtig — alles falsch; 2. wolle ^ — wolle nicht; 3. Leben — Tradition 319
Hegels Weltanschauung als charakterisierendes Beispiel:
1. Das Leben ist Denken. Was Denken bei He?Tel ist ... . 323
2. Das Wahre ist das Ganze 324
3. Das Unendliche ist nicht Aufgabe, sondern gegenwärtig da. Gegen das Sollen 326
4. Die vieldeutige Stellung zur Realität 327
5. Die Zweideutigkeit: Betrachtung oder wertende Lehre. . . 328
Die indirekte Mitteilung 332
2. Der Geist zwischen Vereinzelung und Allgemeinheit:
Das Individuum und das Allgemeine . 336
Die Grundsituation 336
A. Sechs Gegensätze von Einzelnem und Allgemeinem (Ganzem) 336
1. Das Allgemeingültige 338 .
2. Das Allgemeinmenschliche 346 .
3. Das Notwendige 347
4. Der Mensch überhaupt 351
5. Die soziologischen Ganzheiten 356
6. Welt und Gott 368
Vieldeutigkeit des »Individualismus«, des »Selbst«. Bewußtsein der Substanz 362
B. Das Werden des Selbst umschrieben: 365
1. Als Aufopferung des Selbst 365
2. Als Stufenfolge des Bewußtseins 369
3. Als Offenbarwerden 370
Referat Kierkegaards: 370
Was ist das Selbst? 370
Prozeß des Selbstwerdens: Die zwei Prozesse: 371
Offenbarwerden 371
Verschlossenheit: zwei Arten 372
Erstes Hervortreten aus der Unmittelbarkeit 373
:Wege der Ablenkung und Verdunkelung 373
Sphären der Transformation 374
Gestaltenreihe unter dem Gesichtspunkt der Zunahme des Bewußtseins: ; 376
a) Verzweifelt nicht man selbst sein wollen: 375
1. Verzweiflung über das Irdische 375
2. Verzweiflung am Ewigen oder über sich selbst . 376
3) Verzweifelt man selbst sein wollen, Trotz 377
Das Dämonische: 378
Der dämonische Wille 378
Weiterer Begriff des Dämonischen 378
Idealtypen des Dämonischen bei Durchsichtigkeit .... 379
Die Gestalten in den Arten der Dunkelheit 379
Sein Selbst im Konkreten übernehmen und durchdringen oder behaupten 380
Der Ernst 380
II. Der Geist nach der Art seiner wesentUclien Realität 381
1. Der Realist. 381
2. Der Romantiker . . " 384
3. Der Heilige 386
III. Die Polarität des Mystischen: Der Weg der Mjstik und der Weg der Idee 387
Die Vieldeutigkeit des >Mystischeii« 387
Das Mystische als Erlebnis und der Prozeß der Vergegenständlichung. 388
Das Mystische als Material: Erlebniegenuß oder Entfaltung der Idee. Plotin und Kant 393
Charakteristik der substantiellen im Gegensatz zu abgeleiteten Gestalten 400
1. Die Mystik 400
2. Die Idee 405

Anhang:
Kants Ideenlehre.
Rekapitulation der Lehre von Anschauung und Verstand.. .... 408
Die Ideen der Vernunft: Zerstörung der Metaphysik. Eine positive Bedeutung: regulatives Prinzip. Chaos der Verstandeserkenntnis, Systematik durch Idee. Prinzip der Ideenbildung: Das Ganze, das Unbedingte. Entgegensetzung von Kategorien und Idee.
Die Arten der ldeen: 413
Kants Einteilung. Andere Ordnung:
1. Die Ganzheiten der Erfahrungsrichtungen:
Mechanismus. Organismus. Seele 414
2. Das Ganze des Erfahrungsinhalts :
Dinghaftigkeit und Ding. Individuum 418
Dreifache Bedeutung der Idee:
1. Die psychologische Bedeutung 421
2. Die methodologische Bedeutung 423
3. Die objektive Bedeutung 424
Theoretische, praktische und äs thetische Ideen .... 426